11. Juni 2018

So ein Kafi!

Manchmal nerve ich mich gewaltig über die fortschreitende Digitalisierung. Heute Morgen hätte ich gern von ihr profitiert.

Take Away Kaffee
Manchmal bringt die Digitalisierung doch auch Vorteile: zum Beispiel Kaffee. (Bild: Marion Michele über Unsplash.com)
Lesezeit 3 Minuten

Vor einigen Monaten habe ich über meine Hassliebe zur Digitalisierung geschrieben. Ich ärgerte mich über eine App, die das einfache Bezahlen übers Handy ermöglicht. Grund: Ich lade Freunde gern zum Essen ein, ohne in Sekundenschnelle deren Anteil überwiesen zu bekommen. (Bevor ich nun den ganzen Artikel nochmals zusammenfasse: Hier könnt ihr ihn gern nachlesen.)


Kurz: Immer wieder verfluche ich die Digitalisierung. Finde irgendwie, dass mir Instagram zu viel Zeit klaut, und bin generell der Meinung, dass das Handy einen nicht allzu guten Einfluss auf die Entwicklung des gesellschaftlichen Zusammenlebens hat.


Doch heute Morgen, da wünschte ich mir das Bezahlen über diese App von ganzem Herzen herbei. Ich war auf dem Weg zur Arbeit und so müde, wie kaum an einem Montag. Ich musste mich sogar zusammenreissen, dass ich bei der roten Ampel nicht einschlief und zur Seite kippte. Zum Glück liegt auf meiner Route ein kleiner Kaffee-Take-away.

Kaffees werden bei mir wohldosiert genossen: dann, wenn ich grad Lust darauf habe oder wenn ich Müdigkeitslevel-bedingt wirklich eine Ladung Koffein benötige. Und heute brauchte ich eine, und zwar mehr denn je.

Ich näherte mich dem Café. Nur schon das feine Düftli der gerösteten Bohnen machte mich ein Minimü wacher und glücklicher. Ich stellte mein Velo ab und reihte mich in die Morgengrummlerschlange ein. Ich überlegte, was ich denn Feines bestellen möchte. Einen Doppio oder Espresso Macchiato? Oder doch schon einen Eiskaffee bei diesen subtropischen Temperaturen ? Hmm...

Und dann der Schock: Ich war portemonnaielos. Das Umpacken heute Morgen ist mir wohl etwas zu schnell gegangen, sodass es noch in der anderen Tasche weilt. Auf den Schock aber gleich die zufriedenstellende Erkenntnis, dass ich ja mein Handy dabeihabe und ich mit der berühmt-berüchtigten Bezahl-App auch wunderbar ohne Portemonnaie bezahlen kann. Phu, nochmals Schwein gehabt! Soll doch mein Portemonnaie zu Hause bleiben!


Ich wollte meinen Kaffee bestellen und fragte zur Sicherheit noch: «Gell, bei euch kann man schon mit dem QR-Code bezahlen?» Die nette Barista war sich nicht sicher, fragte ihre Kollegin. «Nein.» Was nein? Ich wiederholte: «Also beim Zahlungsgerät erscheint doch der QR-Code, den ich scannen kann zum Bezahlen?» «Nein.» Ich formulierte meine Frage noch etwa drei Mal um in der Hoffnung, dass irgendwann mal kommt: «Ahh daaas? Ja klar kannst du!»

Aber es kam nicht.

Und ich musste ohne Kaffee weiterziehen.

Müde und entrüstet.

Wie kann es sein, dass diese wunderbaren Möglichkeiten der Digitalisierung noch nicht überall genutzt werden? Das Leben könnte doch so einfach sein..

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