25. Juni 2018

Sehnsucht nach Italien

In den 50er-Jahren konnten sich Schweizer Familien erstmals Badeferien am Mittelmeer leisten. Tausende reisten mit Hotelplan-Sonderzügen an die Adria.

Italien-Postkarte aus den 50ern
Italien-Postkarte aus den 50ern: Für die Schweizer war die Adria damals das ultimative Traumziel. (Bild: Keystone)

1945 stand den Schweizerinnen und Schweizern plötzlich die Welt offen: Das kleine Land war keine abgeschottete Insel mehr, wer wollte, konnte einfach ausreisen und andere Länder sehen. Viele träumten von Palmen, blauen Meereswogen und weissen Sandstränden – nicht etwa auf Tahiti oder den Malediven, sondern an der Adria, die heute scheinbar um die Ecke liegt. Doch nach dem Krieg war auch dieses Reiseziel ein entrückter Sehnsuchtsort – für viele Familien blieben Sommerreisen an italienische Strände weiterhin unerschwinglich.

Erst Anfang der 50er-Jahre liess das Migros-Reisebüro Hotelplan die Postkartenträume in Erfüllung gehen: Das Unternehmen bot sensationell günstige Badeferien an – acht Tage an der Adria kosteten samt Reise und Übernachtung pro Person nur 166 Franken. Hotelplan löste eine wahre Volksbewegung aus: Allein 1954 verbrachten 20'000 Kundinnen und Kunden ihre Ferien an italienischen Stränden.

Im gleichen Jahr organisierte die Migros-Tochter erstmals den «Badeferien-Express», der die Touristen über Nacht an die Mittelmeerküste brachte. Für die Vielflieger von heute ist die Sensation kaum mehr nachvollziehbar – im Zug einschlafen und beim Aufwachen vor den Fenstern das Meer sehen!

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