31. Oktober 2019

Schwerer, schneller, schärfer

Apple hat neue Smartphone-Modelle vorgestellt. Ein Test zeigt: Sie sind gut, aber teuer. Und die Konkurrenz muss sich nicht mehr verstecken.

Apple iPhone 11 Pro und das iPHone 11 Pro Max
Lesezeit 4 Minuten

Drei Eigenschaften muss ein Smartphone haben, um gute Noten zu ­erhalten: eine starke Kamera, einen langlebigen Akku und ordentlich Tempo für ungetrübten Spielspass. Selbstverständlich erfüllen die neuen iPhones diese Kriterien problemlos. Das war aber auch bei den Neuvorstellungen des Konzerns in den Jahren zuvor der Fall – ebenso bei denjenigen der grössten Konkurrenten Huawei und Samsung.

Alle Gerätehersteller tun sich Jahr für Jahr schwerer, durch echte Innovation zu überzeugen: Das Niveau ist enorm hoch, der Spielraum für Verbesserungen klein. Damit wird es aber immerhin für Konsumentinnen und Konsumenten einfacher, ihre Geräte länger zu nutzen, was auch aus ökologischer Sicht sinnvoll ist.

Fotografie: so gut wie nie

In einem Bereich allerdings ist der Innovationsgrad heuer spürbar höher als in den Jahren zuvor: bei der Kamera. Noch nie war Smartphone-Fotografie so gut. Das liegt daran, dass Apple, Huawei und Samsung in ihre ­aktuellen Topgeräte drei Knipser verbaut haben: je einen für Ultraweitwinkel-, Weitwinkel- und Teleobjektivaufnahmen. Damit bringt man beim Gruppenfoto auch wirklich jede und jeden aufs Bild, kann ein Hochhaus ohne Verrenkung vollständig einfangen und Objekte in der Nähe ohne Heranzoomen (und folglich ohne Qualitätsverlust) ablichten.

Apple: Was die neuen iPhones können

Tatsächlich bieten die neuen Apple-Flaggschiffe zurzeit die beste Handy-Fotografie auf dem Markt. Besonders erwähnenswert ist der Nachtmodus: Anders als bei der Konkurrenz muss man ihn nicht manuell aktivieren – das iPhone stellt wenn nötig automatisch um und schiesst bei schlechten Lichtverhältnissen starke Bilder. In den Einstellungen findet sich ausserdem die Option, ein Bild stets mit zwei Kameras zu schiessen. Das erfordert zwar doppelt so viel Speicherplatz, lässt dafür aber bei der nachträglichen Bearbeitung mehr Spielraum zu – etwa wenn die Ausrichtung der Aufnahme korrigiert werden muss.

Die Lancierung der derzeit attraktivsten iPhones hat eine weitere positive «Nebenwirkung»: Der Preis für das zweitattraktivste Apple-Handy, das iPhone XR aus dem Jahr 2018, ist auf unter 700 Franken gesunken.

Apple iPhone 11 Pro Max:
Das grösste und schwerste iPhone, das Apple je gebaut hat. Die Zunahmen im Millimeter- beziehunsweise Grammbereich haben es in sich – im positiven Sinn: Für das Plus an Grösse und Gewicht sorgt vor allem der Akku, der deutlich länger durchhält als sein Vorgänger. Selbst bei sehr intensiver Nutzung kommt man problemlos ohne Aufladen durch den Tag, was bei den Vorgängern unmöglich war. Trotz seines 6,5-Zoll-Bildschirms liegt das iPhone 11 Pro Max gut in der – zugegebenermassen grossen – Hand.
Preis: 1199 bis 1719 Franken, je nach Speicherkapazität

Apple iPhone 11 Pro:
Wer es kleiner mag, wählt das Gerät ohne den Zusatz «Max»: Es verfügt über einen minimal leistungsschwächeren Akku, ist aber fast 40 Gramm leichter, eineinhalb Zentimeter kürzer.
Preis: 809 bis 999 Franken, je nach Speicherkapazität. Jeweils ca. 100 Franken günstiger als das entsprechende Max-Modell

Apple iPhone 11 Pro und das iPHone 11 Pro Max
Das Apple iPhone 11 Pro und das iPHone 11 Pro Max gibt es in vier Farben. Und natürlich können unzählige Hüllen dazu kombiniert werden.

Apple iPhone 11
Das Modell der Vernunft. Worauf Käuferinnen und Käufer allerdings verzichten müssen: auf die dritte (Teleobjektiv-)Kamera, den leistungsstarken Akku und die Wahlfreiheit bei der Displaygrösse – es gibt nur ein Modell mit 6,1-Zoll Bildschirmdiagonale. Die Einbussen beim Funktionsumfang fallen im Alltag aber nicht auf, und dafür stehen hier sechs statt nur vier Farben zur Auswahl.
Preis: 809 bis 999 Franken, je nach Speicherkapazität; Einsparung gegenüber den Pro-Modellen: bis zu über 700 Franken

Apple iPhone 11
Das Apple iPhone 11 gibt es in sechs Farben.

Apples Konkurrenz schläft nicht

Zwei Hersteller können derzeit mit Apple mithalten – Huawei aus China und die koreanische Firma Samsung:

Huawei P30 Pro
Der iPhone-Zwilling ist minimal schmaler und leichter als das iPhone 11 Pro Max. Leistungsmässig muss sich das Gerät nicht verstecken – im Gegenteil: In allen relevanten Bereichen ist es auf Augenhöhe mit dem Apple-Modell. Einziger Nachteil: Trotz der herausragenden Kamera des P30 Pro liefert der Konkurrent bessere Ergebnisse. Dafür gibt es das Huawei-Smartphone mit zwei SIM-Karten-Steck­plätzen, wovon sich einer wahlweise mit einer zweiten SIM-Karte (etwa in den Ferien) oder mit einer Speicherkarte für mehr Speicherplatz nutzen lässt. Diese Flexibilität sucht man bei Apple vergeblich

Preis: 779 Franken (128-GB-Speicher)

Huawei P30 Pro
Huawei P30 Pro

Samsung Galaxy S10 5G
Ein Gerät für die Zukunft. Samsung stattet sein Flaggschiff mit einem 5G-Chip aus. Es ist also bestens gerüstet für die nächste Generation des Mobilfunkstandards. Wie das P30 Pro von Huawei mit aktuellem Android-Betriebssystem ausgestattet, verfügt aber über einen grösseren Bildschirm und ist deshalb rund einen Zentimeter länger, aber etwa gleich schwer. Im ­Gegensatz zum chinesischen Konkurrenten fehlt aber der ­erweiterbare Speicher. Die Leistung des Geräts ist stimmig, Kamera und Akku können es mit den neuen iPhones aufnehmen.

Preis: 1199 Franken (256-GB-Speicher)

Samsung Galaxy S10 5G
Samsung Galaxy S10 5G

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