07. Oktober 2013

Schweizer Internate: Zahlen und Fakten

In der Schweiz buhlen etwa 100 Internate um Kundinnen und Kunden. Eltern müssen allerdings tief in die Tasche greifen, wenn der Nachwuchs nicht auf die Volksschule soll.

Die grössten Internate der Schweiz auf einen Blick (Bild: Swiss-Schools.ch).

Für ein Schuljahr im Eliteinternat Lyceum Alpinum in Zuoz blättert eine Familie pro Sprössling mindestens 70'700 Franken im Jahr hin. Hinzu kommen die Anmeldegebühr von 1500 Franken und der allfällige Einzelzimmerzuschlag von 5300 Franken. Gemäss dem Privatschulführer des Verbands Schweizerischer Privatschulen (VSP) leisten sich das derzeit 210 Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 18 Jahren (bzw. ihre Eltern). Inbegriffen in der Gebühr sind zum Beispiel drei Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung, Pflege durch eine Krankenschwester, Internetzugang und natürlich der obligatorische Unterricht. Rechnungen während des Schuljahrs stellt das Lyceum Alpinum Zuoz für private Sportlektionen, Prüfungen, Instrumentalunterricht und Schulbücher aus. Diese Exklusivität haben sich laut Wikipedia unter anderem Götz George, Ferdinand Piëch und der Liechtensteiner Fürst Hans Adam II. geleistet.

Insgesamt gibt es in der Schweiz rund 100 Internate. Knapp die Hälfte davon sind Mitglied im VSP. Sie beherbergen und unterrichten pro Jahr etwa 9000 Kinder sowie Jugendliche aus dem In- und Ausland. Des Weitern bieten hierzulande etwa 25 katholische Internate und «weitere 30 bis 40 Schulen mit spezieller Bildungsvision» ihre Dienste an, sagte Markus Fischer vom VSP vor zwei Jahren zur «NZZ» .

Nachfrage bei Schweizern sinkt

CVP-Nationalrat Gerhard Pfister hält die Schweizer Internate für die besten der Welt
CVP-Nationalrat Gerhard Pfister hält die Schweizer Internate für die besten der Welt (Bild: zVg).

Genauere Zahlen gibt es nicht. Es existiert weder eine Pflicht, sich dem VSP oder einem anderen Verband anzuschliessen, noch müssen die Internate die Zahl der aufgenommenen Schülerinnen und Schüler kommunizieren. Klar festzustellen ist hingegen eine Veränderung bei der Nachfrage: VSP-Präsident und CVP-Nationalrat Gerhard Pfister sagt zum Migros-Magazin, dass die Nachfrage bei Schweizern seit etwa acht Jahren kontinuierlich abnimmt. Als Grund sieht Pfister einerseits die hohen Internatskosten und andererseits das konstant verbesserte Angebot bei Tagesschulen.

Bei internationalen Schülern dagegen steigt das Interesse laut Gerhard Pfister jährlich. «Insbesondere aus der ehemaligen Sowjetunion, Südamerika und ganz enorm aus dem asiatischen Raum kommen immer mehr Kinder und Jugendliche in Schweizer Internate.» Diese stehen, global gesehen, mit englischen Internaten in einem Wettbewerb. «Beide Länder sind punkto Nachfrage und Qualität führend in der Welt», sagt Gerhard Pfister. Zu den Elite-Internaten zählen nebst dem Angebot in Zuoz unter anderem Institute in St. Gallen (Rosenberg), Zug (Montana Zugerberg) und Le Rosey in Rolle). Letzteres ist die teuerste Schule der Schweiz: Für ein Jahr werden inklusive aller Extras rund 140'000 Franken fällig.

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