19. Dezember 2017

Schule als Alternative zur Praxis

Im Blog «Migros-Lernende» schreiben vier Jugendliche jede Woche über ihr Leben während der Ausbildung und die Facetten der Berufswelt. Juri Fischer nimmt für seine wöchentlichen Besuche an der Berufsschule in Horgen einen ziemlich langen Schulweg auf sich.

Juri Fischer
Mein Werk als Freizeitfotograf. Im Fach Fotografie habe ich viel neues Wissen erhalten.
Lesezeit 2 Minuten

Jeden Donnerstag und Freitag bin ich in der Schule. Den Donnerstagmorgen verbringe ich ein halbes Semester lang in Zürich und das andere Halbsemester in Horgen. Das ist so, weil ich zwei Fächer habe, die jeweils nur ein halbes Semester lang auf dem Stundenplan stehen. «Gestaltung und Design» findet in Zürich statt, was praktischer für mich ist, denn dann kann ich eine halbe Stunde länger schlafen. «Multimediatechnik» ist in Horgen. Meine restlichen Fächer finden am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Horgen und aktuell in Horgen Oberdorf statt, weil das BBZ umgebaut wird und das Platzangebot dort momentan beschränkt ist.

Von der Fotografie zur Akustik

Seit drei Wochen ist donnerstags wieder Multimediatechnik angesagt. Aktuell gerade das Thema «Akustik und Vertonung». Letztes Jahr lernten wir in diesem Fach viel Neues über die Fotografie, was mir ein wenig besser gefallen hat. Die Fotografie interessiert mich sehr, und ich konnte auch für meinen privaten Gebrauch einiges dazulernen. Auch über die Funktionsweise einer Kamera.

Das Schulfach «Fotografie» hat mir auch für meine Privatfotos viel gebracht.

Der Praxistest am Bahnhof

In der ersten Akustik-Stunde, lernten wir, wie unser Gehör funktioniert - passend dazu auch, wie wir unser Gehör von Gefahren wie Lärm schützen. Ein paar Stunden später nahmen wir unser Mittagessen direkt neben dem Bahnhof ein. Plötzlich fuhr ein alter Güterzug vorbei, und wir hielten uns die Hände an die Ohren, um sie zu schützen. Es war spannend, da vorher niemand von uns die Hände vor die Ohren hielt, wenn ein Güterzug vorbeifuhr.

Den Rest des Donnerstags schlage ich mich dann mit Fächern wie Deutsch, Mathematik und Französisch durch.

Der (fast) unendlich lange Schulweg

Am zweiten Schultag ist für mich bereits um 5 Uhr Tagwache. Die Schule in Horgen beginnt um 7 Uhr 30, und ich habe einen Schulweg von eineinhalb Stunden vor mir: mit Zug und Bus und anschliessendem Fussmarsch einen steilen Hang hinauf - wenn es noch eisig ist, gehts doppelt so lang.

Am Freitag stehen Geschichte, Rechnungswesen, Informatik, Englisch und Wirtschaft & Recht auf dem Stundenplan. Letzteres ist nicht gerade mein Lieblingsfach: Mit dem Gesetzbuch komme ich nicht so recht klar. Leicht fällt mir hingegen «Rechnungswesen»; man muss einfach von Anfang an mitmachen und gut zuhören.

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