13. November 2017

Schöner Einkaufen

In den 50er-Jahren verwandelten sich die Migros-Filialen von blossen Warenlagern zu durchdachten Einkaufswelten.

Migros-Mitarbeiterinnen in den 50er-Jahren
Szene aus den 50ern: Zwei Migros-Mitarbeiterinnen arrangieren Pralinenschachteln im Schaufenster ihrer Filiale. (Quelle: MGB-Archiv)
Lesezeit 1 Minute

Wer heute in einem Supermarkt mit dem orangen M einkauft, bewegt sich durch eine bunte und sorgfältig arrangierte Warenwelt. Ähnliche Artikel sind am gleichen Ort gruppiert; zum Beispiel gibt es einen Frischebereich mit Obst und Gemüse, in dem Marktatmosphäre herrscht. Die Filialen der Gegenwart sind denkbar weit entfernt von den kleinen Läden der Migros-Gründerzeit.

Die stationären Migros-Läden der 20er- bis 40er-Jahre glichen eher engen und vollgestopften Warenlagern. Die Regale und die Verkaufstheke waren grob zusammengezimmert, als Kasse diente manchmal eine umfunktionierte Zigarrenkiste. Die Kundschaft erwartete kein Design und keine Wohlfühlatmosphäre. Wichtig war damals nur, dass es in der Migros gute Produkte zu unschlagbar günstigen Preisen gab. Die Präsentation der Waren spielte keine Rolle.

Die Einkaufswelt wandelte sich erst in den 50er-Jahren. Aus diesem Jahrzehnt stammt das hier gezeigte Bild: Zwei Mitarbeiterinnen einer kleinen Migros-Filiale arrangieren Pralinenschachteln im Schaufenster. Die kleine Szene ist typisch für diese Zeit: Erstmals wurden Waren im Laden nicht nur gestapelt, sondern präsentiert.

Denn die Kundinnen und Kunden hatten in der Nachkriegswelt mit dem wachsenden Wohlstand neue Erwartungen: Die Konsumenten konnten sich immer mehr leisten. Und sie wollten die Zeit im Laden nicht einfach nur hinter sich bringen, sondern geniessen. Einkaufen war nicht mehr bloss eine Verrichtung, stattdessen wurde es mehr und mehr zum Erlebnis.

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