21. März 2018

Schnippschnapp im Rosenbeet

Wer seinen Rosen im Frühling einen Rückschnitt verpasst, wird mit einer reichen Blüte belohnt. Den richtigen Zeitpunkt dafür findest du dank eines Tricklis.

Rosenstrauch in Form geschnitten
Kaum zum glauben, dass dies in ein paar Wochen ein Blickfang sein wird!
Lesezeit 2 Minuten

Wer eine reiche Rosenblüte will, muss beherzt zur Schere greifen. Bei den beliebten Edel- und Beetrosen ist der Rückschnitt sogar blütenrelevant, blühen sie doch anders als beispielsweise Kletterrosen nur am diesjährigen Holz.

Rosenstrauch gestutzt
Ein sauberer Schnitt mit einer scharfen Rosenschere hilft, Krankheiten vorzubeugen.

Grundsätzlich erfolgt der Rosenschnitt im frühen Frühjahr. Je nach Lage des Gartens kann das aber früher oder später sein. Es gibt aber ein kleines Trickli, um den richtigen Moment zu erwischen: Schwellen die Treibknospen (auch Augen genannt) im unteren Bereich der Rose an, darf zur Schere gegriffen werden. Dann geht nämlich auch die Pflanze davon aus, dass die Zeit der sehr tiefen Fröste vorbei ist und sie jetzt loslegen kann mit dem Austrieb.

Schnapp dir dazu aber unbedingt eine scharfe Schere. Schliesslich sollen die Triebe abgeschnitten und nicht abgequetscht werden. Normalerweise mache ich einen grossen Bogen um Gartenhandschuhe, in dem Fall sind sie aber wirklich nützlich, vor allem wenn sie bis zu den Ellenbogen reichen: Verletzungen durch Rosendornen können noch tagelang «südere».

Und so gehts

Zuerst entfernst du die kranken und frostgeschädigten Triebe. Schneide ruhig hemmungslos bis ins gesunde Gewebe, erkenntlich an der grünen Rinde und dem weissen Mark.

Geschnitten wird rund ein Zentimeter über einer Triebknospe, und zwar schräg. Und zwar so schräg, dass die Augen nach Aussen zeigen, schliesslich soll der Austrieb nach aussen wachsen.

Rosenbäumli haben eine Veredlungsstelle. Die Triebe werden auf zwei bis drei Augen oberhalb der Veredlungsstelle zurückgeschnitten, und zwar so, dass eine halbrunde Form entsteht.

Edel-, Zwerg- und Beetrosen werden ebenfalls stark gestutzt: Edel- und Beetrosen auf 20 bis 30 Zentimeter, Zwergrosen auf 10 bis 15 Zentimeter. Sei auch hier mutig, die Pflanzen treiben unverzüglich wie kräftig wieder aus.

Öfterblühende Strauchrosen werden lediglich um einen Drittel eingekürzt. Überalterte Triebe, sprich Triebe, die älter als vier Jahre sind, werden an der Basis gekappt. Das sorgt für eine erwünschte Verjüngung.

Bei öfterblühenden Kletterosen bleiben die Langtriebe unberührt. Die Seitentriebe hingegen werden auf zwei bis drei Augen eingekürzt. Kletterrosen kahlen gern am Fuss aus. Hier hilft es, ein zwei Haupttriebe auf 30 Zentimeter über Boden einzukürzen. Der Neuaustrieb füllt die Lücke.

Finger weg von einmalblühenden Strauch-, Kletter- und Wildrosen: Diese werden erst im Frühsommer geschnitten. Ausgenommen davon ist Krankes oder Beschädigtes: Hier darfst du die Schere bereits jetzt ansetzen.

Übrigens: Wem das Trickli mit den im unteren Bereich anschwellenden Knospen zu abstrakt ist, kann sich auch an der Blüte der Forsythien orientieren. Hier gilt dann aber «Gelb sehen», hopplahopp die Rosenschere schnappen und ab in den Garten – jetzt ist höchste Eisenbahn!

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