05. September 2017

Schein gegen Scheine

Brave New Girl unterzieht den jungen Beruf der Influencerin einer (kritischen) Würdigung.

Influencerin?
Eine Influencerin? Am Anfang oft auf sich selbst konzentriert ... (Bild: Pixabay.com)
Lesezeit 1 Minute

Meine Generation hat eine neue, mutierte Form des menschlichen Lebens hervorgebracht. Die neue Spezies nennt sich Influencer. Auf Deutsch: Beeinflusser. Influencer sind meist Weibchen. Ihr natürliches Habitat ist die Social-Media-Bilderplattform Instagram, zuweilen auch Facebook. Sie heissen Dagi Bee, Bibi, Marie.

Influencer-Weibchen paaren sich vorzugsweise mit Fotografen-Männchen. Irgendjemand muss ja ihre Bilder machen.

Sie influencen meist andere, jüngere Weibchen auf der Suche nach Identifikationsfiguren. Influencer ist man aber nicht, man wird es. Man beginnt mit regelmässigen Posts eines scheinbar perfekten Lebens. Mit Bildern eines perfekt ausgestatteten Frühstücksbuffets, einer perfekt hergerichteten Frisur, dem perfekten #OutfitDesTages.

Kommt Zeit, kommen Follower. Sobald ein Influencer-Weibchen genug Menschen erreicht, kann es daraus Kapital schlagen. Das geschieht in Form von Produktplatzierungen. So werden etwa Lippenstifte, Gadgets oder Kleider möglichst stilvoll in Szene gesetzt. Follower-Mädchen beissen an, sprich: sie kaufen, und das Influencer-Mädchen kassiert.

Transparenz ist dabei nebensächlich.
Kritiker bezeichnen Instagram-Influencerin derweil als bescheuertsten Traumjob der Welt. Doch in den USA investieren Firmen derzeit eine Milliarde Dollar in Influencer auf Instagram. Denn noch nie war Schleichwerbung so sexy. 

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