17. Mai 2018

San Francisco muss nicht teuer sein

San Francisco profitiert vom Boom im Silicon Valley, was unter anderem für teure Preise bei Immobilien und Restaurants sorgt. Doch man kann die kalifornische Küstenstadt, die seit einem Jahr täglich mit Swiss ab Zürich bedient wird, auch kostengünstig entdecken.

Die «Painted Ladies» am Alamo Square
Vom Hügel bei den «Painted Ladies» am Alamo Square bietet sich eine spektakuläre Aussicht auf San Francisco.

Während Messen klettern die Preise für Hotelzimmer in San Francisco oft in schwindelerregende Höhen. Eine Alternative sind die zahlreichen Hostels , deren Preise bei 30 Dollar pro Person und Nacht starten. Dazu gehört etwa das Fisherman’s Wharf Hostel, das Besucher mit seiner idyllischen Lage im Fort-Mason-Park und Blick auf die Bucht von «Everybody’s Favorite City» inklusive Golden-Gate-Bridge lockt.

Ein preiswertes Boutique-Hotel im aufstrebenden Tenderloin-Viertel: das Cova

Wer lieber in einem preiswerten Boutique-Hotel übernachtet, sollte sich ans Cova im Viertel Tenderloin/Civic Center halten. Es befindet sich nur vier Strassenecken vom bekannten Union Square entfernt. Doppel- oder Einzelzimmer gibt es ab 168 Dollar inklusive Frühstück, Happy-Hour auf der Dachterrasse von 17 bis 19 Uhr und Wifi (die tiefsten Tarife sind in der Nebensaison von November bis März).

Das Cova-Hotel im Quartier «Little Saigon» ist von vielen preiswerten asiatischen Restaurants umgeben wie etwa dem thailändische Lers Ros an der 307 Hayes Street und befindet sich in einem Viertel mit zahlbaren Wohnungen. Hotel-Geschäftsführer Bertin Salas erklärt: «In unserer Umgebung gibt es Zweizimmer-Appartements für 2800 Dollar pro Monat - für San Francisco ist das sehr preiswert, deshalb haben wir in unserem Quartier viele Neuzuzüger.» Grund für die auch für Schweizer Verhältnisse hohen Immobilienpreise in der einstigen Hippie-Hochburg ist der Boom im Silicon Valley, der der Region tausende Arbeitsplätze und viele neue Millionäre beschert hat. Wegen ihnen verwandeln sich immer mehr Häuserzeilen in Luxusobjekte. Allerdings tummeln sich im Tenderloin-Viertel auch auffallend viele Randständige und Obdachlose. Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis auch dieses Quartier noch trendiger und teurer wird.

Das Dim-Sum-Lokal Hang Ah in der Chinatown von San Francisco ist ein «Muss».

Wer noch nie in San Francisco war, sollte seine Tour am Union Square beginnen und dort den «Cable Cars» nachstaunen; die elektrifizierten Trams sind bereits seit 1878 unterwegs. Zu Fuss geht es weiter in die mit rund 100 000 Einwohnern zweitgrösste Chinatown der Welt. Zum authentischen kantonesischen Essen bietet sich das zwischen den Strassen Stockton und Grand versteckte Lokal Hang Ah an, das sich als erstes Dim-Sum-Restaurant in Nordamerika bezeichnet.

Nördlich von Chinatown befindet sich in Fussdistanz das italienisch geprägte Viertel North Beach mit dem fast schon legendären Lokal «Stinking Rose» , das für seinen grosszügigen Einsatz von Knoblauch bekannt ist.

Die Aussicht vom Coit-Tower ist spektakulär.

Zehn Fussminuten östlich davon befindet sich auf dem Telegraph Hill der Coit-Tower. Der Eintritt in den historischen Turm kostet inklusive der Liftfahrt acht Dollar. Dafür wird man mit einer 360-Grad-Aussicht auf die Oakland-Bridge, die Piers rund um die Fisherman’s Wharf und die modernen Wolkenkratzer von Downtown San Francisco entschädigt.

Von dort spaziert man via Pier 1 bis zum Fisherman’s Wharf, mit Blick auf das berühmt-berüchtigte ehemalige Gefängnis Alcatraz. In die Gebäude der Piers sind neue Geschäfte eingezogen, etwa die täglich geöffnete «Wine Bar» im 1 Ferry Building. Es lohnt sich, nach Degustationen Ausschau zu halten. Meist mittwochs gibt es Verkostungen von renommierten Weinen aus dem Napa Valley. Für 26 Dollar sind fünf Kostproben von edlen Flaschen erhältlich, die bis zu 300 Dollar kosten. Ebenfalls im 1 Ferry Building ist das trendige Restaurant «The Slanted Door» untergebracht. Vor dem Gebäude findet jeweils samstags ein Bauernmarkt mit lokalen Produkten statt.

Das Fog Harbor Fish House befindet sich am Pier 39.

Touristisch am bekanntesten ist der Pier 39 als Teil der Fisherman’s Wharf. Mein Tipp: im Fog Harbor Fish House die Aussicht und Spezialitäten vom Meer geniessen, etwa ein halbes Dutzend Austern für 15 Dollar oder «Shellfish Platter» für zwei zu 59 Dollar. Die Meeresfrüchte sind zu 100 Prozent nachhaltig. Das Restaurant wurde von «Open Table Diners» zu «Best Scenic View in SF» gewählt.

«Shellfish Platter» für zwei gefällig? Der Gang wird zweistöckig serviert. Der Fotograf entschied sich, auf die obere Etage zu fokussieren.

Der nächste Klassiker steht an: die Fahrt über die Golden-Gate-Bridge. Ganz in der Nähe des Seafood-Lokals befindet sich baycitybike.com . Dort werden ab 32 Dollar Fahrräder für eine unvergessliche Velofahrt über die legendäre Brücke vermietet. Wer online reserviert, erhält einen Rabatt von 20 Prozent.

Beliebtes Wiedersehen mit den «Painted Ladies».

Stattdessen kann man auch per Taxi Richtung Japantown fahren. Diese ist zwar klein, aber Liebhaber der japanischen Küche kommen mit einem Supermarkt und entsprechenden Restaurants auf ihre Kosten. Das Herz des Viertels bildet das «Japan Center». Der Vorteil dieses Ausflugs: Mit den südlich davon gelegenen historischen Häuserzeilen «Painted Ladies» am Alamo Square wartet ein weiterer Klassiker. Die kontrastreiche Aussicht mit modernen Wolkenkratzern im Hintergrund sieht man fast in jedem Beitrag über San Francisco.

Mehr über Reto E. Wild:

«Everybody’s Favorite City»: Diesen Spitznamen trägt San Francisco wegen seiner landschaftlichen Schönheit, den kulturellen Attraktionen, vielfältigen Gemeinschaften und wegen seiner Gastronomieszene. Mit ihren nur 49 Quadratkilometern Fläche lassen sich die kalifornische Metropole und ihre Sehenswürdigkeiten tatsächlich gut zu Fuss erkunden. San Francisco gilt als die europäischste aller amerikanischen Städte und lockt mit Aussichten auf den Pazifik und die oft nebelverhangene, romantische Bucht.

Der Ocean Beach vor dem Viertel «Outer Sunset»: Die Strände sind endlos und eine Abwechslung zur Grossstadt.

Wer mal was Anderes machen möchte, nimmt das «MUNI», ein modernes Tram, und fährt bis zum aufstrebenden Viertel «Outer Sunset» am Pazifik, das für Kunstgalerien und Cafés bekannt ist. Empfehlenswert sind beispielsweise das «Beachside» oder das outerlandssf.com Am Pazifik breiten sich endlose Strände aus, die zum Spazieren einladen. In der Nachbarschaft befindet sich der Golden Gate Park, wo man sich den einheimischen Joggern und Velofahrern anschliessen kann. Und mit der salzigen Brise des Meeres im Gesicht fragt man sich, weshalb man nicht viel früher nach San Francisco zurückgekehrt ist.

Die Golden-Gate-Bridge mit San Francisco am linken Bildrand.

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