03. November 2017

Sag mir, wo du wohnst...

Stadt, Land oder Agglomeration: Was sagt der Wohnort über einen Menschen aus? Wir haben drei junge Frauen, alle von Beruf Primarlehrerin, durch ihren Alltag begleitet – und festgestellt: Vorurteile sind fehl am Platz.

Die drei jungen Frauen
Melanie Cabaleiro (links) wohnt in der Stadt, Lea Scheibler (Mitte) auf dem Land und Ines Schulz ist in einer Agglo-Gemeinde zuhause.
Lesezeit 2 Minuten

Die Städterin ist aufgebrezelt, das Landmeitschi trägt zwei lange Zöpfe, und die Agglofrau hat ihren Stil noch nicht gefunden ... Was haben solche Klischees mit der Realität zu tun? In Bern, Staufen AG und Muttenz BL öffnen drei junge Frauen, die ziemlich ähnlich aussehen, ihre Wohnungstür: dunkle Haare, braungrüne Augen, Jeans und unifarbenes Oberteil.

Die äusserlichen Gemeinsamkeiten sind reiner Zufall. Ganz bewusst hingegen haben wir Menschen gesucht, die ein ähnliches Profil aufweisen – weiblich, jung, von Beruf Primar­lehrerin –, aber ganz unterschiedlich leben: die eine auf dem Land, die ­andere in der Stadt, die Dritte in einer Agglomerationsgemeinde.

Ich könnte mir nicht vorstellen, mitten in der Stadt zu leben.

Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und gefragt, ob und inwiefern sich der Alltag von Melanie (27, Stadt), Lea (24, Land) und Ines (24, Agglo) unterscheidet. Lieblingsdrink, Ferienziel, meistbenutzte App – die drei jungen Frauen haben Einblick in ihre Vorlieben und Gewohnheiten gegeben (siehe unten).
Ergebnis: ein errischendes Durcheinander.

Land-Lea legt Wert auf eine stilvolle Einrichtung, Stadt-Melanie liebt den Schrebergarten ihres Vaters, und Agglo-Ines hat eine klare Linie, was Ernährung und Training angeht.
Wohnorttypisch fallen nur zwei Kategorien aus: Lea und Ines zieht es beim Ausgehen von der Wohngemeinde in die Stadt, während Melanie zum Partymachen dort bleiben kann, wo sie ist. Und naheliegend waren auch die Fortbewegungsmittel – Melanie ist meistens mit dem Tram unterwegs, Lea braucht täglich das Auto, und Ines fährt mit dem Velo zur nächsten Zug- oder Tramhaltestelle.

Der Wohnort als Wohlfühlort

In ihren übrigen Vorlieben unterscheiden sich Melanie, Lea und Ines zwar, aber Parallelen zum Wohnort lassen sich nicht ziehen. Und eins ist ihnen gemeinsam: Sie können sich gut mit ihrem Lebensumfeld identifizieren.

Melanie sagt: «Ich bin ein richtiges Stadtmädchen.»
Lea erklärt: «Ich fühle mich im Dorf wohl. Ich könnte mir nicht vorstellen, mitten in der Stadt zu leben.»
Und Ines findet: «In der Agglomeration zu wohnen, ist für mich das Beste.»

Hier der Alltagstest:

Den Alltagstest herunterladen (JPG, 1680x1260 px)

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