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Liebe auf den zweiten Blick

Zu den beliebtesten Frühlingsreisezielen in Europa gehören die Hauptstädte. Doch als wahre Juwelen entpuppen sich oft Orte, an die man zunächst gar nicht denkt. Acht Geheimtipps für Leute, die Neues entdecken wollen.

Carré d’Or – goldenes Viertel – nennt sich der nobelste Ort in MONTE CARLO mit dem Casino, der Luxusherberge Hôtel de Paris und dem Restaurant Café de Paris. An dieser Ecke des nur zwei Kilometer langen Fürstentums Monaco reihen sich Bentleys an Porsches, Ferraris und Rolls-Royces. Dennoch ist Monte Carlo mit seinen 300 Sonnentagen nicht nur ein Reiseziel für Gutbetuchte. Im zehn Fussminuten vom Casino entfernten Restaurant Planet Pasta kosten die Tagliatelle 14.50 Euro, ein Cocktail im angesagten Nachtclub Twiga ist bis Mitternacht für 10 Euro zu haben; wer mit dem Bus fährt, zahlt 2 Euro. Gratis ist der Eintritt in die Jardins de la Petite Afrique, in den Japanischen Garten oder in die Jardins St-Martin.

In den Monaten Februar und März, wenn der Frühling mit Wucht an der Côte d’Azur Einzug hält und die Touristenmassen noch ausbleiben, zeigt sich Monaco von seiner schönsten Seite und lockt zum Tapetenwechsel. Die Seele des Fürstentums erkundet man am besten, wenn man zwei Übernachtungen einplant, etwa im sportlich-eleganten Monte Carlo Bay Hotel & Resort, das direkt am Mittelmeer liegt und über ein grosses Spa und einen Pool verfügt: Man wähnt sich in einem Luxushotel – und stellt erstaunt fest, dass das Haus mit nur vier Sternen bewertet worden ist.

Von hier aus lassen sich die Attraktionen erkunden: die Wachablösung um 11.55 Uhr vor dem Fürstenpalast, die Altstadt, das Meereskundemuseum. Die Monegassen trifft man am Marché de la Condamine, der täglich bis 15 Uhr geöffnet ist. Bei «Chez Roger» stehen sie Schlange für Socca, eine pizzaähnliche Spezialität. (Tipps: «Die Fürstliche»)

Tel Aviv

Tel Aviv – die Trendige

Kilometerlange Sandstrände, eine dynamische Restaurant- und Modeszene, rund 4000 Gebäude aus der Bauhaus-Ära und Sommer von Mai bis November: Tel Aviv zählt zu den attraktivsten Städten. Kaum an einem anderen Ort am Mittelmeer sind Strandferien so attraktiv.

Unterkunft: Boutiquehotel Artplus (zentral, aber nicht am Strand gelegen, Zimmer ab 150 Dollar). Alternative: Airbnb buchen.

Restaurants: «Claro» HaArba’a 23, Nähe Sarona, Tel. +972 3 601 77 77: ­trendiges Lokal mit Fisch- und Fleischgerichten, bei der Sommelière Yael Ido nach einem israelischen Wein fragen; «Port Sa’id», Har Sinai Street 5: mehr Bar als Restaurant, junges Publikum, ideal für kleine Speisen in der Gruppe

Attraktionen: Künstlermarkt Nachlat Binyamin (dienstags und freitags, 10–18h); Sarona: Die von Templern gebauten Häuser beherbergen heute Boutiquen, Cafés und Restaurants; Spaziergang nach Jaffa; Bauhaus-Center Tel Aviv, 77 Dizengoff Street

Dijon

Dijon für Weinliebhaber und Gourmets

Dijon liegt quasi auf halber TGV-Strecke von Zürich Richtung Paris. Die grösste Stadt im Burgund zählt rund 500 Restaurants.

Restaurants: Loiseau des Ducs, Rue Vauban (1 Michelin-Stern, mittags kostet der Dreigänger 29 Euro!); Vinothek Le Trou an der Rue Vannerie 15

Sehenswürdigkeiten: Altstadt mit Einkaufsstrasse Rue de la Liberté, von Gustave Eiffel errichtete Markthalle, Kathedrale St-Bénigne oder Herzogspalast

Spezialitäten: Senf von der Moutarderie Edmont Fallot an der Rue de la Chouette, 200 Käsesorten bei «Le Chalet Comtois» an der Rue Musette 28

Die Gourmethochburg San Sebastián

San Sebastian

Die Bucht «La Concha» erinnert an die Karibik, und nirgendwo auf der Welt ist die Dichte an Tapas-Bars so hoch wie im baskischen San Sebastián. Zwei der zehn besten Restaurants der Welt befinden sich hier. Schade nur, dass es in der Wetterküche Spaniens an 149 Tagen im Jahr regnet. Trotzdem sind die Temperaturen im Frühling und im Herbst in der Regel höher als im Mittelland.

Unterkunft: Hotel Niza, an der Conchabucht: mit britischem Charme vergangener Tage, drei Sterne, ab 75 Euro

Restaurants: Rekondo, Paseo de Igueldo 57: oberhalb des Stadtzentrums, baskische Fisch- und Fleischgerichte, Weinkellerbesuch auf Anfrage möglich; «Casa Vergara», Mayor 21: moderne Tapas wie Habanito in Zigarrenform; «Gandarias», Calle 31 de Agosto 23: Tapas, Tipp: Rindsbäggli/Carrillera

Antwerpen, die Stadt der Mode und des Designs

Antwerpen

Menschen aus über 160 Nationen: Antwerpen ist nach Amsterdam, aber vor New York, die Stadt mit der grössten Vielfalt. Sie begeistert aber auch durch das historische Ensemble am «Grote Markt» und den Stadtteil «Het Eilandje», wo Napoleon vor über 200 Jahren Docks anlegte und heute das dem Hafen und der Schifffahrt gewidmete «Museum aan de Stroom» steht. Die Nationalestraat gilt als Zentrum der Mode. Gemütlich ist ein Spaziergang entlang des Flusses Schelde. Am Sankt-Anna-Strand geniessen die Antwerpener «Mosselen»: frische Muscheln.

Unterkunft: Hotel Matelotel, Haarstraat 11a: zentrale Lage, nur 9 Zimmer im schlichten Design, aber mit neuester Technologie, ab 90 Euro

Essen: Restaurant Aan de Stroom, an der Schelde: sehen und gesehen werden, schöne Terrasse

Bordeaux

Bordeaux, Hauptstadt des Weins

Bordeaux erstahlt in neuem Glanz. Die Rue Sainte-Cathérine in der Altstadt (Unesco-Welterbe!) ist eine der längsten Fussgängerzonen Europas.

Unterkunft: La Cour Carrée: Boutiquehotel an zentraler, aber ruhiger Lage, ab 79 Euro, Frühstück 8 Euro

Restaurants: Brasserie L’Orléans, Allée d’Orléans 36: sechs Austern für 10 Euro!; «Aux Quatre Coins du Vin», 8 Rue de la Devise: Weinbar mit Häppchen; «Mama Shelter», 19 Rue P. Molière: Hotel, Restaurant, Party auf dem Dach

Diverses: Marché des Chartrons, sonntags 9–12 h; «Bordeaux City Pass» (diverse Attraktionen ab 21 Euro)

Porto

Porto, Heimat des Portweins

Porto am Douro ist nach Lissabon die zweitgrösste Stadt in Portugal. Zu den Attraktionen gehören die Kirche Clerigos (schöne Aussicht vom Turm, frühmorgens hingehen!), die eiserne Brücke (Bild) und die diversen Portweinkeller erreicht man gut zu Fuss. Auffallend: die historischen Häuserzeilen und die Sauberkeit der Stadt. Tipp: joggend, per Taxi oder mit der Strassenbahn zur Douromündung Foz do Douro

Unterkunft: Hotel Infante dos Sagres, Praça D. Filipa de Lencastre 62: in die Jahre gekommenes historisches Fünf-Sterne-Haus, ab 105 Euro

Restaurants: «Palco», Rua Sá da Bandeira 84, im Hotel Teatro: kleiner, intimer Speisesaal, zu zweit zahlt man für vier innovative Gänge 120 Euro; O Paparico, Tel. +351 22 540 0548: ausserhalb des Zentrums (Anreise lohnt sich!), portugiesische Küche

Graz

Graz, Kulturhauptstadt Europas 2003

Graz ist die schönste und am schnellsten wachsende Stadt in Österreich – mit einer landschaftlich besonders einladenden Umgebung, die als steirische Toskana bekannt ist.

Unterkunft: Hotel Roomz Graz: Budget-Design mit drei Sternen ab 69 Euro, 5 Tramminuten von der Altstadt entfernt

Restaurant: Der Steirer, Belgiergasse 1: österreichische Tapas, für einen Zuschlag von 10 Euro holt man sich den passenden Wein im Laden nebenan.

Ausflug: Unbedingt die südsteirische Weinstrasse einplanen und dazu im Jaglhof oberhalb des Winzerdorfs Gamlitz, nahe der slowenischen Grenze, übernachten. Alternative: Hotel Restaurant und Weingut Sattlerhof in Gamlitz. Tipps: Essigmanufaktur Gölles in Riegersburg und Franz Tinnauers Fruchtbrennerei

 

Erschienen in MM-Ausgabe 12
20. März 2017

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Die Fürstliche

Die besten Tipps für Monaco und Monte Carlo

Unterkunft: Monte Carlo Bay Hotel & Resort: Fünf-Sterne-Gefühl im Vier-Sterne-Haus, ruhige Lage direkt am Meer, 334 Zimmer und 22 Suiten ab 237 Euro, Michelin-Sterne-Gastronomie im «Blue Bay», schmackhafte unkomplizierte Küche im «L’Orange Verte»

Restaurants: L’Avenue 31, 31 Avenue Princesse Grace, Tel. +377 97 70 31 31: trendiges Lokal mit Fisch- und Fleischgerichten oder auch nur Pizza (unbedingt reservieren!)

Huit et Demi, 4 Rue Langle, Tel. +377 98 06 76 23: kleines, uprätentiöses Lokal, Weintipp: Château Rasque aus der Provence;

«Café de Paris», Place du Casino: eine Institution! Empfehlung: fangfrischer Fisch und Austern

Charts 2017

London rangiert vor New York

Die Top 10 der Städtereiseziele, gemäss den Buchungen bei Hotelplan Suisse:

1. London
2. New York
3. Dubai
4. Lissabon
5. Wien
6. Barcelona
7. Hamburg
8. Berlin
9. Amsterdam
10. Paris

Die Top 3 der Städte, die im Vergleich zu 2016 am deutlichsten aufgestiegen sind:

1. Ljubljana (Slowenien)
2. Sofia (Bulgarien)
3. Vilnius (Litauen)

Quelle: Hotelplan Suisse

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