30. April 2012

Velorennen für (trainierte) Anfänger

Das Race across America ist nur für Spitzensportler, die Tortour für gute Ausdauerathleten. Hier finden Sie Infos zu leichteren Schweizer Radrennen für alle, die nebst Training Spass am Wettkampf entwickeln.

Nach genug Training: Tipps für Velorennen
Nach genug Training: Tipps für Velorennen.

Wenn dank klaren Fortschritten in zurückgelegter Distanz, mehr Höhenmetern oder höherem Tempo die Ambitionen zunehmen, suchen sich viele Radsportler Gelegenheiten, um ihre Fortschritte in einem Wettkampf zu beweisen. Sei es nicht den andern, so doch mindestens sich selbst.

Schon in der Schweiz stehen ein paar Hobby- oder Jedermann-Rennen allen offen.

Bedingung ist in der Regel eine rechtzeitige Anmeldung (meist über die Website möglich) und die Überweisung der Start- respektive Teilnahmegebühr. Diese rechtfertigt sich durch die Organisation des Anlasses, Verkehrsregelung, allenfalls Verpflegung und etwelche Give-Aways. Weiter notwendig ist das Respektieren aller publizierten Regeln und Bedingungen – etwa:

1. Fahren eines funktionstüchtigen und Strassen-zugelassenen Rades
2. Tragen eines Helms
3. Beachten der üblichen Strassen-Verkehrsregeln. Oft sind nur gewisse Abschnitte für den üblichen Verkehr gesperrt, im Übrigen fährt man korrekt rechts usw.
4. Speziell kommunizierte Vorgaben der Organisatoren

Gerade für Anfänger ist natürlich ein Drittes wichtig: Sich den richtigen Anlass auszusuchen, der auf die noch geringe Erfahrung und auf die persönlichen Vorlieben (ist man im Flachen schnell, eher bergauf und bergab?) abgestimmt ist.

migrosmagazin.ch nennt die wichtigsten seriösen Radwettkämpfe im Deutschschweizer Raum:

Gemütlich-sportliches Einfahren

www.saentis-classic.ch : Für Anfänger, die betreffend Sicherheit beim Fahren in einer Gruppe und der Tempofestigkeit (mindestens ca. 35 Stundenkilometer in der Fläche während zwei bis vier Stunden) noch an ihrer Rennfähigkeit zweifeln, ist dieser Anlass Mitte Juni genau das Richtige. Hier kann in Gruppen unter Leitung gefahren werden, oder auch etwas ambitionierter auf Zeit. Es hat weniger völlig vergiftete Sportler als anderswo, aber mit der Schwägalp muss schon ein grösseres, jedoch nie steiles Hindernis auf den immerhin 130 Kilometern und 1800 Höhenmetern überwunden werden. Mit- statt gegeneinander ist Trumpf. Aber Anfänger sollten schon das eine oder andere Mal fünf Stunden im Sattel verbracht haben.

Die Jedermann-Klassiker im Mittelland

www.zueri-metzgete.ch : Das verbreitetste Hobby-Rennen mit klar unter vier Stunden Dauer geht im Zürcher Unterland über die Bühne, 2012 am 12. August. Hier duellieren sich einerseits Leute, die im Feld etwas über 40 Stundenkilometern 'brettern' können oder eine der beiden Anstiege, den Regensberger oder den für kurze Zeit steilen Siglistorfer mit (fast) einem 20er raufsprinten. Am andern Ende aber auch solche mit bloss (annähernd) einem 30er-Schnitt (allein) in der Fläche und eher Mühe im Aufstieg. Wer selten unter Belastung über eine Stunde trainiert, sollte beim ersten Mal unbedingt nur eine Runde fahren (es sind auch zwei à ca. 100 Kilometer möglich).

www.berner-rundfahrt.ch : Das Jedermann-Rennen Seeland Classic im Berner Seeland (Start und Ziel in Lyss) am zweiten Maiwochenende richtet sich vor allem über zwei oder dann drei Runden (auch gut 100 Kilometer) eher an schon erfahrenere Rennfahrer, und an solche, die bestenfalls bei der öfters locker mitfahrenden Lokomotive Fabian Cancellara ein Stückchen 'anhängen' ... wollen. Drei Stunden Vollgas geben und mehr als 35 Stundenkilometer (ohne Windschatten) in der Fläche ist hier fast Bedingung. Sonst machts keinen Spass. Eine Runde hingegen erfordert eine weniger gute Form, um etwas Rennluft zu schnuppern.

Für (angehende) Bergziegen

www.alpen-challenge.ch : Wer sich eher auf Pässen, generell beim Auf und Ab, wohler fühlt und mindestens eine Saison auf diesem Terrain trainiert hat, findet bei diesem Anlass am dritten August-Weekend mit Start und Ziel in Lenz/Latsch (kleines Dorf südlich von Lenzerheide) das ideale Terrain vor. Erstmals Teilnehmende müssen für die kurze Schlaufe ('Classic') aber auch schon 122 Kilometer und ziemlich genau 3000 Höhenmeter überstehen und brauchen dafür meist zwischen knapp fünfeinhalb und maximal acht Stunden.

Landschaftlich ist der Ritt über den (gesperrten) Albula ins Engadin und über den Julier (sowie zwei Steigungen am Ende) zurück sehr reizvoll. Schon auf Marathondistanz Geeichte fahren knapp 100 Kilometer und 1200 Höhenmeter weiter (über einen Teil des Ofenpasses, Forcola di Livigno und ein Stück Berninapass).

www.alpenbrevet.ch : Das offizielle Bergrennen (auch) für Hobbyfahrer von Swiss Cycling (dem Radsport-Verband) startete zuletzt immer in Meiringen und bietet am 1. September mit dem Schwerpunkt auf die klassischen Pässe im Gotthardmassiv drei verschieden lange und anstrengende Tagesrouten. Schon die leichteste bedeutet aber, dass man 131 Kilometer und 3875 Höhenmeter in sicher sieben bis acht Stunden bewältigen kann. Für die austrainierten und erfahreneren Bergziegen locken Parcours bis 275 Kilometer und gut 7000 Höhenmeter!

Für Bergrennen-Anfänger eignet sich noch am ehesten die kürzere Runde (97 km, 1325 Höhenmeter) des Engadin Radmarathons ( www.radmarathon.com/engadin ), allerdings muss für Start (und Ziel) nach Zernez (GR) gereist werden und der wenige Kilometer lange Tunnel vom Ofenpass nach Livigno ist nicht Jedermanns Sache.

Die längere Variante umfasst bereits 211 Kilometer (und gut 3800 Höhenmeter, über Albula und Flüela).

Sie sind ausschliesslich Mountainbike-, nicht Rennvelo-Fahrer und suchen Wettkampf-Gelegenheiten? Entsprechende Anlässe und weitere für die Strasse finden Sie auf www.swiss-cycling.ch .

Fotograf: Alessandro Della Bella

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