14. Februar 2018

Prima Klima dank Zimmerpflanzen

Pflanzen können mehr als gute Laune machen: Manche Sorten binden Schadstoffe.

Zimmerpflanzen auf Fensterbrett
Manche Zimmerpflanzen können helfen, das Raumklima auf natürliche Weise zu verbessern, und Schadstoffe binden. (Bild: Pixabay.com)
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Nach meinem Textli über die luftbefeuchtenden Hortensien bin ich mehrfach darauf angesprochen worden, dass Zimmerpflanzen nicht nur die Luftfeuchtigkeit in den Räumen erhöhen. Manche Sorten verbessern das Raumklima, indem sie Schadstoffe binden, wie sie beispiels- und möglicherweise von Möbeln, Wänden und synthetischen Teppichen abgegeben werden.

Das ist nicht etwa esoterischer Humbug, sondern von der NASA, der US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft, auf Herz und Nieren respektive in dem Fall wohl eher Lunge geprüft. Deren Astronauten litten nämlich auf ihren Trips ins All öfter mal an dicker Luft, da die Innenräume ihrer fliegenden Untersätze zahlreiche Schadstoffe enthielten.

Auf der Suche nach einem cleveren Luftfilter ergab die Forschung, dass bestimmte Pflanzen Schadstoffe wie Formaldehyd (Spanplatten), Benzol (Lacke und Kunststoffe), Xylole (Kleber, Nitrolacke) oder Trichlorethen (Farben/Lacke, chemische Reinigungsmittel) effektiv herausfiltern und binden.

Unten stehend habe ich die effizientesten unter ihnen zusammengestellt, die sich übrigens alle auch ohne allzu grünen Daumen im eigenen Zuhause halten lassen und dort für prima Klima sorgen:

Aloe vera


Die Aloe Vera punktet beim Abbau von Formaldehyd. Und: Sie ist die ideale Pflanze für alle, die sich einen nachsichtigen Mitbewohner wünschen. Sie mags sehr sonnig und verträgt trockene Zimmerluft. Während des Wachstums möchte sie satt gegossen werden, aber möglichst ohne Staunässe. Im Winter mag sie es kühl. Achtung: keinen direkten Wasserstrahl auf die Blätter geben.

Die Bambuspalme (im Bild links) ist stark im Kampf gegen Formaldehyd, Trichlorethylen und Benzol. Sie gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt. Sie benötigt nur wenig Licht, kann also auch in dunkleren Ecken der Wohnung platziert werden. Mässiger bis hoher Wasserbedarf, einmal im Monat düngen. Geeignet für Hydrokultur

Bogenhanf

Der langsam wachsende Bogenhanf kommt beim Abbau von Formaldehyd, Trichlorethylen, Benzol und Xylole zum Einsatz. Die sukkulente Pflanze speichert Wasser in ihren Blättern und sollte nur mässig gegossen werden, da sie sonst fault. Gedeiht auch in dunklen Ecken, mag aber keine Temperaturen unter 13 Grad. Achtung: Verletzte Blätter stellen das Wachstum ein.

Drachenbaum

Der Drachenbaum wirkt ebenfalls stark gegen Formaldehyd, Trichlorethylen, Benzol und Xylole. Er mag es hell bis halbschattig, aber keine direkte Sonne. Die ideale Temperatur liegt bei 19 bis 25 Grad. Drachenbäume bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent und mögen es daher, ab und zu abgeduscht zu werden.

Efeutute


Die Efeutute wirkt gegen Trichlorethylen, Benzol sowie Formaldehyd. Sie mag es licht, aber kein direktes Sonnenlicht. Ist der Standort zu dunkel, reagieren die Blätter, indem sie ihre Panachierung verlieren. Die Erde sollte immer feucht sein (Fingerprobe). Schwitztropfen sind normal.

Einblatt


Das Einblatt bindet Ammoniak, Benzol, Formaldehyd und Trichlorethylen. Die robuste Pflanze mags halbschattig, direktes Sonnenlicht kann die Blattränder schädigen. Kälte wird ebenfalls nicht goutiert, eine Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad ist ideal. Die Erde sollte immer leicht feucht sein. Hat das Einblatt Durst, lässt es seine Blätter theatralisch hängen. Ein handelsüblicher Flüssigdünger sorgt für Energie. Fühlt sich das Einblatt wohl, blüht es zweimal pro Jahr. Achtung: Alle ein, zwei Jahre im Frühling umtopfen.

Grünlilie


Die Grünlilie wirkt bei Formaldehyd und Xylolen. Sie ist an Anspruchslosigkeit kaum zu überbieten. Ein heller Platz (in den Wintermonaten gern auch direktes Sonnenlicht) und reichlich Wasser von Frühling bis Herbst – das wärs. Dank Ablegern, den sogenannten Kindeln, lässt sie sich übrigens einfach vermehren.

Schwertfarn


Der Schwertfarn bindet Formaldehyd und Xylole. Er steht gern hell, auch sonnig, goutiert aber keine pralle Mittagssonne. Farne mögens generell warm und luftfeucht, reagieren jedoch empfindlich auf Staunässe. Möglichst kalkarmes Wasser nehmen. Bei zu trockener Luft treten gern Spinnmilben auf, darum ab und zu einnebeln.

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