16. Juli 2019

Plan B im Betreuungsnotfall

Das Kind ist krank, oder der betagte Vater benötigt Hilfe: Manchmal braucht man innerhalb von Stunden Entlastung von familiären Aufgaben. Gut, wenn man dann auf eine schnelle Lösung zurückgreifen kann.

Lesezeit 3 Minuten

Morgen findet die wichtigste Sitzung des Jahres statt, die Schwiegermutter ist verreist, alle Babysitter sind ausgebucht – und ausgerechnet jetzt ist das Kind krank. Betreuungsengpässe gibt es immer wieder – mit Kindern wie auch mit Senioren. Dann ist die Not gross. Doch es gibt Hilfe, wenn auch noch nicht flächendeckend.

Am besten versorgt ist man im Kanton Zürich. Hier findet man über SOS-Betreuung, einen vom Kulturprozent der Migros Zürich mitfinanzierten Dienst, Hilfe innerhalb von 24 Stunden, auch online (siehe Box unten). Damit lassen sich Notfälle in Betreuung und leichter Pflege überbrücken. In Bern ist wird bald ein Angebot unter dem Namen «Sofort-Betreuung» verfügbar sein. Ähnliches ist im Aargau und in Solothurn in Planung.

Der Entlastungsdienst Schweiz – Kanton Zürich, der auch SOS-Betreuung betreibt, beobachtet einen Trend zu kurzfristig benötigter Hilfe. Der Grund: Immer mehr Angehörige und Mütter sind erwerbstätig, Patienten kehren immer früher aus dem Spital nach Hause zurück, und zunehmend betreuen Erwachsene ihre betagten Eltern. Da kommt es oft zu Engpässen. Manches kann man dank der Unterstützung durch Familie oder Nachbarn auffangen. Doch gerade mit kleinen Kindern lässt sich privat schnell einmal nichts mehr improvisieren.

Krankenkasse entsendet Nannys

Für diesen Fall stehen geschulte Betreuerinnen bereit, mancherorts solche vom Roten Kreuz. Deren Kinderbetreuung, die im Kanton Luzern etwa «Rotkäppchen» heisst, ist regional organisiert. Ausgebildete Fachleute bekochen und betreuen die Kleinen, helfen bei den Hausaufgaben oder begleiten sie zum Arzt.

Lokale Spitex-Verbände bieten einen Notfalldienst mit Haushaltshilfe, Mahlzeiten und Kinderbetreuung an. Und auch einige Krankenkassen offerieren über die Zusatzversicherung Unterstützung in Notfällen. Die Swica etwa führt das «Home Nanny»-Programm, bei der Helsana heisst es «Kids Care». Es lohnt sich, bei der Krankenkasse nach einem entsprechenden Angebot nachzufragen.

Manchmal hilft auch der Arbeitgeber, nämlich wenn er Mitglied bei Profawo ist. Diese Organisation vermittelt sogenannte Not-Nannys an die Mitarbeitenden der angeschlossenen Firmen in Zürich, Basel und Bern. Und vielleicht möchte man sogar «Notgrosseltern» ausleihen: Die Onlineplattform «Mis Grosi» bietet Express-Kinderbetreuung an. Allerdings sollte man sich im Vorfeld eine geeignete Oma gesucht und mit dem Kind vertraut gemacht haben. In einem Notfall fragt man sie dann kurzfristig an. Ohnehin lohnt es sich, in einer ruhigen Stunde Adressen aufzulisten und Szenarien so weit wie möglich zu testen. Denn es ist entspannter für alle Beteiligten, wenn sie den Notfallplan schon kennen.

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