06. Juli 2017

Paris – einfach so nur zum Plage!

Nach wie vor gehört Paris zu den beliebtesten Städtereisezielen von Herr und Frau Schweizer. Die französische Hauptstadt lockt gerade auch zur Sommerzeit. Wir zeigen wo.

Paris plage
Badeferien in Paris? Warum nicht! In diesen Tagen heisst es wieder Paris Plages - unter anderem am Ufer der Seine.
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Anfangs der 1980er Jahre landete Udo Jürgens mit dem Lied «Paris, einfach so nur zum Spass» einen weiteren Hit. In diesen Tagen lässt sich der Schlager mit «…einfach so nur zum Plage» abwandeln, denn jährlich vom 8. Juli bis Anfang September heisst es «Paris Plages» . Den Stadtstrand von Paris kann man am Pariser Seineufer zwischen der Pont des Arts und der Pont de Sully geniessen, am Bassin de la Villette im Nordosten der Hauptstadt und beim Vorplatz des Pariser Rathauses (Hôtel de Ville).

Trotz mehrerer Terroranschläge gehört Paris noch immer zu den beliebtesten Städtereisezielen und figuriert etwa bei Hotelplan Suisse aktuell noch immer in den Top 10, wenn auch auf dem 10. Platz. Der spezielle Charme und die weltbekannten Attraktionen ziehen Reiselustige ungebrochen in ihren Bann. Inzwischen ist der Zugang zum Eiffel-Turm allerdings nur noch über eine Sicherheitskontrolle erreichbar, was entsprechende Schlangen auslöst. Alternative: Verschaffe dir einen Überblick auf die Stadt der Liebe von der 56. Etage des Tour Montparnasse (Bild oben), der wesentlich weniger Passanten hat und mit dem Eintrittspreis von 17 Euro (Kinder bis 11 Jahren bezahlen 9.50 Euro) auch preiswerter ist.

Eine echte Herausforderung in Paris ist das Überangebot an Hotel- und Restaurantadressen, weil in beiden Bereichen Touristenfallen lauern. Meine Tipps: Boutiquehotel de la Place des Vosges (zwei Sterne, hervorragende Lage in der Nähe des gleichnamigen, wunderschönen Platzes/Bild oben, kleine Zimmer) oder das Astotel Malte . Dieses Vier-Sterne-Hotel befindet sich in einer ruhigen Strasse in der Nähe des Louvre (U-Bahn-Station Pyramides). Die Preise sind fair, das Frühstücksbuffet ausgezeichnet, Wifi funktioniert sehr gut. Und: Bei Astotel sind 16 Häuser in ganz Paris zusammengefasst. Wer möchte, kann von (Astotelhotel)-Bar zu Bar reisen, wobei nur alkoholfreie Getränke gratis sind. Die Lage des Malte hat einen weiteren Vorteil: In der Umgebung gibt es zahlreiche japanische und koreanische Restaurants. Ich hatte ein hervorragendes, preiswertes Mittagessen im sehr gut frequentierten Toyotomi an der Rue des Petits Champs 24.

Ja, das Essen! Ich schlage folgende Lokale vor: Die Brasserie Bofinger (Bild oben) steht seit 1864 in der Nähe der Place de la Bastille. Die traditionelle Küche (vom Sauerkraut über Fisch/Meeresfrüchte und Fleisch bis zur Foie gras de canard) wird hier zelebriert. Intim ist das Restaurant allerdings nicht. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Wer gerne gut isst, hält sich an das charmante Saturne , das sich gut zehn Fussminuten vom Astotel Malte befindet. Mittags kostet der Dreigänger 45 Euro, abends ein Mehrgänger 85 Euro. Saturne besticht durch die starke Küche, eine grosse Weinauswahl sowie den freundlichen und professionellen Service. Wer noch nie in Paris war, sollte sich schliesslich auch noch das Restaurant Georges zuoberst im Centre Pompidou gönnen. In diesem Klassiker isst man unter freiem Himmel mit Sicht auf den weit entfernten Eiffelturm.

Ein klassisches Souvenir aus Paris sind die Macarons (Bild oben), die in Zürich auch als Luxemburgerli bekannt sind, obwohl die beiden Spezialitäten unterschiedlich hergestellt werden. In den letzten Jahren haben sich unzählige Bäckereien auf diese Macarons spezialisert. Auch hier wieder: Das Angebot ist total unübersichtlich. Massenware gibt es in den Paul-Bäckereien. Preiswert ist die Süssspeise auch bei Raymond in einer versteckten Einkaufspassage bei der Champs-Elysees. Wenn man die Adresse nicht kennt, würde man hier nie einen Süsswarenladen vermuten, weil Geschäfte mit billigen Textilien dominieren. Die Crème de la crème - im Zusammenhang mit Macarons vielleicht ein unpassender Begriff - findet man schliesslich bei Pierre Hermé oder Ladurée ganz in der Nähe des Arc de Triomphe.

Und zum Abschluss meine Tipps zu den Sehenswürdigkeiten, die weniger bekannt sind: Belleville im Osten der Stadt zwischen dem 19. und 20. Arrondissement ist jenes Quartier, das seinen dörflichen Charakter mit Bistros am stärksten bewahrt hat. Heute wohnen hier rund 80 verschiedene Nationalitäten. Jogger sollten sonntags entlang der Seine laufen. Dann sind diverse Strassen gesperrt. Alleine wird man nicht Sport treiben, weil die Parisiens diese Passage ebenfalls mögen.

Alle pilgern zur wunderschönen Kirche Sacré-Coeur und dem Künstlerviertel Montmartre hoch. Wer sich an den kleinen Friedhof Saint-Vincent an der rue Lucien-Gaulard mit dem Grab des Malers Maurice Utrillo hält, findet in dieser Umgebung genauso unbekannte Seiten der französischen Hauptstadt und kann so den Touristenhorden und Souvenirverkäufern von Montmartre ausweichen. Das (touristische) Restaurant «Le Moulin de la Galette» ist notabene eine der drei übriggebliebenen Windmühlen von einst 30, welche es in diesem Stadtgebiet gab. Die bekannteste heisst «Moulin Rouge»… Ganz in der Nähe befindet sich die Rue des Abbesses mit zahlreichen Spezialitätenläden und Restaurants. Sehr trendig! Und einer meiner liebsten Ecken ist die wunderschöne Galerie Vivienne. Die überdachte Ladenpassage mit Glasdach aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählt zu den typischsten Pariser Galerien und ist auch eine Schlechtwetteradresse - genauso wie das Einkaufszentrum Galeries Lafayette (Bild oben).

Ein Tipp zum Schluss: In Paris kommt man normalerweise mit der U-Bahn am besten vorwärts. Busse können den Fahrplan kaum einhalten. Eine neuere Möglichkeit gibt es mit dem Fahrdienst Uber, der auch von den Einheimischen rege genützt wird. In der Regel sind die Fahrer freundlich. Für 10 bis 15 Minuten Fahrzeit bezahlt man rund 11 Euro.

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