03. März 2018

Ohne Auto auf dem Land? Mein Beileid!

Unsere Kolumnistin weiss, dass man ganz schön aufgeschmissen ist, wenn man im Dorf wohnt und kein (eigenes) Auto besitzt.

Auto
Leider nicht das Auto der Autorin. Sie würde sich aber schon darin sehen (Bild: unsplash.com).
Lesezeit 2 Minuten

Wie sagt man so schön: Wir leben in einem freien Land. Aber leben wir auch frei auf dem Land? (Hier bitte das «auf» betonen, wenn Sie das nicht schon getan haben.) Meine These: Als Landkind weisst du erst mit rund achtzehneinhalb Jahren, was Freiheit bedeutet. Dann nämlich, wenn der Autoprüfungsexperte dir deine schweissfeuchte Hand schüttelt und sagt: «Gratuliere, Sie haben bestanden!» Du fährst los und an der nächsten Kreuzung weisst du, spürst du, dass sie da ist: die Freiheit, die grenzenlose.

Zuvor warst du abhängig: vom Bus, der am Sonntag nur ein Mal pro Stunde fährt; von deinem Mami, die immer Besseres zu tun hat, als dich herumzukutschieren; von deinem Velo, das die meiste Zeit einen Platten hat. Kurz: Wenn du auf dem Land kein Auto hast, bist du aufgeschmissen. (Ausser natürlich, du bist der Sohn eines Bauern und fährst ab deinem 14. Geburtstag steinhart mit dem Traktor zu allen Homepartys.)

Ich selber bin unheimlich froh, dass es Anton in meinem Leben gibt. Anton ist der Name meines Autos. Er ist ein Renault Clio und bringt mich zuverlässig von A wie Arztbesuch nach B wie Badminton-Kurs. (Okay, ich war noch nie in einem Badminton-Kurs, aber offenbar gehe ich nie an einen Ort, der mit «B» anfängt.) Jedenfalls: ein Hoch auf Anton!

In der Stadt braucht man keinen Anton in seinem Leben. Uber, Trams, Taxis und Bussen sei Dank. Letztens ist eine Freundin, die in Zürich wohnt, nach einer durchzechten Nacht in einem Schlafzimmer auf dem Land aufgewacht. Nach einem Blick auf die Uber- und SBB-App wurde ihr übel. Und ihre neue Bekanntschaft hatte nicht einmal einen Traktor.


Das Video zu «Stadt, Land, Stutz»:

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