15. Oktober 2017

Notfall im Gebirge

Leser fragen, unsere SportXX-Experten antworten. Diesmal: «Wie verhalte ich mich bei einem Notfall im Gebirge?» – Jens V., Weinfelden

Verunfallte Wanderer
Den Fuss verstaucht oder sogar gebrochen: Jetzt gilt es erst einmal Ruhe zu bewahren (Bild: iStock).
Lesezeit 1 Minute

Hallo Jens

Für eine erste Versorgung an Ort und Stelle sowie für die Nachsorge empfehlen wir auf jeder Tour eine Erste-Hilfe-Grundausstattung dabei zu haben.

Falls es im Gebirge tatsächlich einmal zu einer Notfallsituation kommen sollte, hat oberste Priorität, zuerst die Verletzten und Betroffenen vor weiteren Gefahren zu schützen und falls notwendig Erste Hilfe zu leisten. Danach (oder parallel durch einen zweiten Helfer) können Rettungskräfte alarmiert und die Bergung eingeleitet werden. Denke dabei bitte auch immer an deine eigene Sicherheit.

Wunden verarzten – so geht’s richtig

Für die Behandlung von Schnitt-, Schürf- oder Stichwunden solltest du Einmalhandschuhe tragen. Halte das blutende Körperteil nach oben und entferne kleine Steinchen oder Splitter mit der Pinzette. Spüle die Wunde mit lauwarmem Wasser aus und tupfe sie an den Rändern mit einem Alkoholpad ab. Kleine Wunden versiegelst du mit einem Pflaster. Für grössere Wunden nimmst du einen Verband mit Wundauflage. Bei starken Blutungen, Biss- oder Platzwunden unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Mit Kühlung gegen verstauchte Gelenke

Ein falscher Schritt und schon knickst du um. Fürs erste helfen da kühlende Umschläge mit Wasser, Eis oder Schnee. Um eine Unterkühlung zu vermeiden, wickelst du Eis oder Schnee am besten in ein Tuch. Lege eine kurze Pause ein, lagere dein Gelenk hoch und reibe das Gelenk mit einem Sport- oder Arnikagel ein. Eine Bandage hilft bei der Stabilisation des Gelenks

Bei Verbrennungen richtig reagieren

Leichte (oberflächliche) Verbrennungen oder Verbrühungen müssen umgehend gekühlt werden. Verwende dazu lauwarmes Wasser und keinesfalls Eis oder Eisbeutel. Kühle die Wunde für mindestens 10 bis 15 Minuten. Decke die Wunde mit einem lockeren Wundverband ab und achte darauf, dass du sie nicht berührst oder Brandblasen öffnest. Verbrennungen ersten Grades kannst du problemlos mit einem kühlenden Gel behandeln.

Gewappnet für den Ernstfall

Die meisten Verletzungen unterwegs sind zum Glück harmlos. Falls du trotzdem mal in eine ernste Situation gerätst, solltest du so schnell wie möglich dem Notruf Bescheid geben (europaweit: 112). Sichere die Unfallstelle und den Verunfallten (z.B. von weiterem Abrutschen) und prüfe ob dieser atmet und bei Bewusstsein ist. Frische deine Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmässig auf, um im Notfall sofort handeln zu können.

Jana Wessels, SportXX Zürich City

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