25. September 2018

Notfall im Flamingoteich

Zum ersten Mal hat das Abenteuerland Walter Zoo Nachwuchs bei den Flamingos erhalten. Der übermütige Kleine musste bereits zwei Mal vor dem Ertrinken gerettet werden.

Flamingo mit Küken
Premiere für den Walter Zoo: Ein Flamingobaby ist zur Welt gekommen. Die ersten Jahre ist es noch grau. (Bild: Walter Zoo)

Flamingos fühlen sich nur in grossen Gruppen richtig wohl und sicher. Erst wenn die Kolonie eine bestimmte Grösse erreicht hat, fangen sie an zu brüten. Hoffnung auf Flamingoküken konnten wir uns deshalb erst machen, als Anfang 2018 weitere Rosaflamingos aus dem Berner und Basler Zoo eintrafen. Damit lebten bereits 27 Tiere bei uns. Und dank besserer Sicherung ihres Teichs können sie nachts draussen bleiben, ohne dass wir uns vor dem Besuch von Füchsen fürchten müssten. Es war also längst alles bereit für den Nachwuchs, die erwachsenen Tiere hatten auch schon mit dem Nestbau begonnen. Doch der Frühling ging vorbei ... und nichts geschah.

Erst im Sommer klappte es. Sieben Rosaflamingos hatten Eier gelegt – aber nur ein Küken schlüpfte. Normalerweise würden die Jungtiere eine Gruppe bilden, die von den grossen Flamingos gemeinsam betreut wird. Wir nennen es «Kindergarten». Da unser Küken keine Altersgenossen hatte, ging es halt mit den Erwachsenen mit.

Flamingo mit Küken
Anders als andere Vögel päppeln Flamingos ihre Jungen mit sogenannter «Kropfmilch» auf. (Bild: Walter Zoo)

In erster Linie mit Mutter und Vater, die es beide mit Drüsensekret und Körperzellen aus ihrem Kropf ernährten. Diese «Kropfmilch» ist eine Besonderheit der Flamingos. Zehn Tage lang ging alles gut, doch dann wagte sich der kleine Vogel in zu tiefes Wasser und ertrank fast. Sein Daunenkleid hatte zu viel Wasser aufgesogen. Wir retteten das Tier, nahmen es über Nacht aus der Anlage, brachten es zurück – und dasselbe Unglück geschah nochmals. Das Tier schluckte Wasser und bekam fast keine Luft mehr. Wir mussten es länger in Pflege nehmen – die Beine waren einfach noch zu kurz für den Flamingoteich.

Gemeinsam rosarot werden

Dort schlüpfen in diesen Tagen ein zweites und ein drittes Küken. Wir freuen uns sehr: Jetzt erhalten wir doch noch einen kleinen Kindergarten. Nach einer Woche kam das erste Küken wieder zurück in die Gruppe und wurde bestens aufgenommen. Auch seine Eltern erkennen es wieder und füttern es. Nun können die drei Jungtiere gemeinsam aufwachsen, schwimmen lernen und rosarot werden. Ihre typische Farbe erhalten die grau schlüpfenden Flamingos dank ihres Futters, das wie die natürliche Nahrung mit Krebsen und Algen die nötigen Pigmente enthält, erst mit den Jahren.

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