29. September 2017

Norovirus, Turbo-Virus

Der Norovirus ist extrem ansteckend und versetzt ganze Schulklassen oder Altersheime in den Ausnahmezustand. Ein ansonsten gesunder Erwachsener übersteht die Erkrankung allerdings problemlos.

Es ist Schule und keiner geht hin? Könnte am Norovirus liegen.
Es ist Schule und keiner geht hin? Könnte am Norovirus liegen.
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Mit Übelkeit, plötzlichem Erbrechen und Durchfall macht sich eine Infektion mit dem Norovirus bemerkbar. Und das kann manchmal ganz schnell gehen. Die Inkubationszeit liegt bei rund 6 bis 50 Stunden. So schnell wie die Symptome gekommen sind, gehen sie in der Regel auch wieder vorbei. Spätestens nach einer Woche hat man es überstanden.

Häufig wird das Virus leider auf die leichte Schulter genommen. Betroffene halten keine Vorsichtsmassnahmen ein – dadurch kann es zu einer regelrechten Epidemie kommen. Die Folgen können gravierend sein: abgebrochene Skilager, geschlossene Kindergärten und für Besucher geschlossene Altersheime.

Kontaminierte Lebensmittel

Bereits 10 bis 100 Viruspartikel reichen für eine Infektion aus. Übertragen wird das Virus meist durch eine Schmierinfektion und über kleinste Tröpfchen beim Einatmen von Erbrochenem. Darum ist die wichtigstePräventionsmassnahme dieeigene Hygiene. Wer die Hände vor dem Essen richtig wäscht, rohe Lebensmittel ebenfalls reinigt und bei einer Erkrankung zu Hause bleibt, bis die Übelkeit weg ist, hat bereits viel getan.

Sollte es in der Familie zu einer Infektion kommen, empfiehlt es sich, dem Betroffenen – wenn möglich – ein Bad zu überlassen, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es aber nicht.

Durch den grossen Flüssigkeitsverlust kann das Norovirus für Kleinkinder und für ältere Personen gefährlich werden. Darum ist es wichtig, regelmässig zu trinken. Wasser, ungesüsster Tee und Bouillon eignen sich dazu am besten. Sollte ein Kleinkind teilnahmslos und apathisch sein, gilt es rasch zu reagieren und mit dem Kinderarzt Kontakt aufzunehmen. Vorsichtig sollten auch Personen sein, die mit Lebensmitteln arbeiten. Zum Schutz ihrer Umwelt bleiben diese besser einen Tag länger zu Hause.

Rainer Schlegel, Med. Pract., ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und Leiter Gesundheitszentrum Medbase Wattwil

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