26. Juni 2017

Nachhaltige Anlagen: mit gutem Gewissen zu guter Rendite

In den letzten zehn Jahren fuhren Anleger mit nachhaltigen Investitionen besser als mit anderen. Die Gründe erklärt Benjamin Hampl, Fondsmanager und Spezialist für nachhaltige Anlagen der Migros Bank.

Nachhalig anlegen mit guter Rendite
Eine Investition von Fr. 100.– in den nachhaltigen MSCI-World-Index (blau) hatte nach 10 Jahren einen Wert von Fr. 154.36, eine Investition in den herkömmlichen Fr. 148.51. (Quelle: MSCI)
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Nachhaltige Anlagen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie unterscheiden sich von traditionellen Anlageformen dadurch, dass bei der Titelauswahl nebst Risiko- und Rentabilitätskriterien auch ökologische, soziale und ethische Aspekte miteinbezogen werden. Der Investor beschränkt sich auf diejenigen Unternehmen, die gewisse Minimalstandards an gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein erfüllen.

In der Schweiz wurden per Ende 2015 bereits 191,9 Milliarden Franken respektive sieben Prozent aller verwalteten Vermögen nach nachhaltigen Kriterien investiert. Dies aus gutem Grund: Diese Anlagen werfen genauso hohe Renditen ab wie traditionelle. Dies lässt sich für Aktien beispielhaft mit einem Vergleich von nachhaltigen Indizes mit ihrem klassischen Gegenpart illustrieren: Mit einer Investition in den MSCI-World-Sustainable-Responsible-Investing- Index (SRI), einen weltweiten Aktienindex mit nachhaltiger Titelauswahl, hätte ein Anleger seit dessen Lancierung sogar etwas mehr verdient als mit einem Index ohne Nachhaltigkeitskriterien (siehe Grafik).

Mit nachhaltigen Anlagen kann der Investor zudem das soziale und ökologische Verantwortungsbewusstsein der Wirtschaft fördern. Denn nachhaltig investierende Vermögensverwalter verlangen von den Unternehmen neben den herkömmlichen Finanzkennzahlen auch weiterführende Informationen wie Details zum Energieverbrauch oder zur Umsetzung von Massnahmen gegen Kinderarbeit in der Lieferkette. Immer mehr Unternehmen sind deshalb dazu übergegangen, auch nichtfinanzielle Kennzahlen zu publizieren. Diese erhöhte Transparenz und der damit verbundene öffentliche Druck zwingt weitere Unternehmen, sich ebenfalls in sozialen, ökologischen und ethischen Bereichen zu verbessern. 

Autor: Benjamin Hampl

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