23. November 2017

Mit Sport der Kälte trotzen

Die Tage sind kurz und kalt, der Nebel drückt auf die Stimmung. Und mit den fallenden Temperaturen sinkt oft auch die Motivation, sich im Freien zu bewegen. Dabei wäre genau das die beste Prävention gegen Grippe und Erkältung, schreibt Dr. med Walter Kistler, Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM und Leiter Medizin Medbase St. Gallen Einstein.

Kälte, Schnee und Eis: kein Grund, auf Outdoorsport zu verzichten
Kälte, Schnee und Eis sind kein Grund, auf Outdoorsport zu verzichten. (Bild: Getty Images)
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Der Mythos hält sich hartnäckig in vielen Köpfen: Körperliche Betätigung bei tiefen Temperaturen sei nicht gut für die Gesundheit. Doch was könnte dabei passieren? Man weiss heute, dass regelmässiges Ausdauertraining bei kälteren Temperaturen das Risiko, an einer Grippe oder Erkältung zu erkranken, deutlich senkt. Zudem stabilisiert sich das seelische Gleichgewicht – depressiven Verstimmungen kann man auf diese Weise erfolgreich begegnen.

Es gibt doch nichts Besseres, als bei frisch gefallenem Schnee und klirrender Kälte die Schönheiten der Natur zu Fuss oder mit den Skiern zu erkunden. Einige Ratschläge sollte man sich aber trotzdem zu Herzen nehmen.

Dehnen im Warmen

Je tiefer die Temperaturen sind, desto mehr sollte man die Bewegungen drosseln. Bei rund fünf Grad bestehen in der Regel keine Probleme, bei Temperaturen darunter sollte man das Training leicht reduzieren. Ab minus 15 Grad ist es besser, auf intensive Belastungen zu verzichten. Einem ausgedehnten Winterspaziergang steht aber auch dann nichts im Weg. Wer Lust auf etwas Intensiveres hat, sollte sich indoor aufwärmen und auch Dehnübungen im Warmen ausführen.

Weil die Luft sehr trocken ist, belasten tiefere Temperaturen die Lungen und den Nasen-Rachen-Raum stärker. Wer an Asthma oder Herz-Kreislauf- Erkrankungen leidet, sollte deshalb im Winter mit intensiven Belastungen vorsichtig sein und die Situation mit seinem Arzt besprechen.

Wichtig ist zudem eine den Temperaturen angepasste Sportbekleidung. Bewährt haben sich Funktionskleider, die man nach dem Zwiebelschalenmodell an- und ausziehen kann. Ideal sind auch Windstopper und griffige, wasserdichte Schuhe. Und wer sich in der Dunkelheit sportlich betätigt, sollte auf jeden Fall Stirnlampe und Reflektoren tragen. Dann steht dem winterlichen Outdoor-Vergnügen nichts mehr im Weg. 


Autor: Dr. med. Walter Kistler, Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM, Leiter Medizin Medbase St. Gallen Einstein .

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