28. Oktober 2017

Mit Osteopathie aus der Schmerzspirale

Knie- und Achillessehnenschmerzen können die Freude am Laufen verderben oder gar einen Saisonabbruch notwendig machen. Mit der Osteopathie gibt es eine Therapie, um aus der Schmerzspirale herauszufinden.

Jogger
Wer seinen Körper häufig strapaziert, sollte ihm auch genug Erholung bieten.

Viele Läufer sind bereits einmal in ihrem Läuferleben direkt in die Überlastung gerannt. Eine plötzliche Steigerung des Trainingsumfangs, viele Wettkämpfe nah hintereinander und zu wenig Zeit zum Erholen oder falsches Schuhwerk können äussere Ursachen der Beschwerden sein. Innere Ursachen können im Bereich des Bewegungsapparats oder der Organe liegen. Wer an Überlastungsbeschwerden leidet, tut gut daran, diese gezielt zu behandeln. Ansonsten können die Beschwerden chronisch werden.

Häufig von einer Überlastung betroffen sind Gelenke, Sehnen und Bandstrukturen der Beine sowie im Becken und der Lendenwirbelsäule. Wer dann einfach durch den Schmerz läuft, tut seinem Körper keinen Gefallen, und auch Schmerzmittel können die Ursache nur selten beheben.

Erst eruieren, dann behandeln

Beschwerden am Bewegungsapparat sind oft nicht ursächlich, sondern entstehen symptomatisch durch körpereigene Kompensationsmechanismen. Und hier setzt die Osteopathie an: Der Therapeut versucht anhand einer möglichst genauen Analyse die Entstehung der Schmerzen zu eruieren. So kann beispielsweise eine Blockade der Lendenwirbelsäule zu Knieschmerzen führen.

Der Osteopath untersucht den Bewegungsapparat, die Organe und die Faszien. Letztere hüllen alle Knochen, Muskeln und Organe ein und sind netzartig miteinander verbunden. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Stütz-, Transport- und Schutzfunktionen.

Durchblutung optimieren

Bei langwierigen und wiederholt auftretenden Überlastungsbeschwerden wie Sehnenreizungen oder muskuläre Beschwerden versucht der Osteopath die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Versorgungssituation der betroffenen Körperregion zu optimieren.

Dank der ganzheitlichen Betrachtung ist die Osteopathie nahezu immer eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen schulmedizinischen Therapie. Viele Athleten nutzen die Osteopathie sogar präventiv während Trainings- und Wettkampfzyklen, um Überlastungsbeschwerden vorzubeugen. 


Autor: Roger Bührer ist Osteopath, Dipl. Physiotherapeut FH und Sportphysiotherapeut VTP im Medbase Sport Medical Center in Zürich.

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