27. Juni 2018

Mit Mulch gegen Sommersonne und Platzregen

Nackte Erde wird von der Sonne gebacken und vom Regen verschlämmt. Eine Mulchschicht schafft Abhilfe.

Mulch im Gemüsebeet
Eine dünne Schicht Rasenschnitt sorgt für gutes Klima bei Buschbohnen und Blattspinat.
Lesezeit 3 Minuten

Einfach, dass dies auch mal gesagt ist: Dieser Sommer ist ein Sommer, wie er im Bilderbuch steht: Sonne zuhauf! Chriesi und Zucchetti und Tomätli zuhauf! Kaum Schnecken und Mücken und – Holz anlangen – kein Hagel, und dies trotz der unzähligen, teils heftigen Gewitter, die bisher über den Bohnenbluescht-Garten gezogen sind.

So. Und jetzt zum heutigen Thema: dem Mulchen. Denn wo viel Sonne und ab und zu ein heftiges Gewitter, dort auch gebackene respektive verschlämmte Erde. Es sei denn – Mulch! Und genau darum gibt es in der «freien Wildbahn» keine nackte Erde, die Humusschicht ist immer von einem Pflanzenteppich oder organischem Abfall bedeckt.

Für das Mulchen spricht auch im Gartenbeet so einiges:

* Erhaltung von Wärme (was die Gartensaison verlängert), Feuchtigkeit und luftiger Bodenstruktur

* gute Bedingungen für all die Kleinstlebewesen, die die Humusschicht beleben und vermehren

* Schutz der Humusschicht vor Regengüsse und Wind

* ausgeglichene Wachstumsbedingungen für alles, was da bewusst gesetzt wurde

* Unterdrückung dessen, was erst gar nicht keimen soll, sprich Unkraut

Als Ergebnis aller oben genannter Punkte muss der Gärtner, die Gärtnerin, weniger hacken, jäten, giessen und düngen, was doch in unser aller Sinn ist, oder?

Und in der Praxis?

Bei mir läuft es so, dass ich vor allem die Beeristräucher mulche, sprich Trübeli, Stachelbeeri, Heidelbeeri, Him- und Brombeeri. Und zwar mit dem Häcksel, der durch den jährlichen Heckenschnitt anfällt. Denn erstens sind all diese Beeri Waldrandpflanzen, die es gern ein bisschen «holzig» mögen. Und zweitens bleiben so auch die untersten Früchte sauber, weil sie nicht mit Erde bespritzt werden.

Den Rasenschnitt hingegen verwende ich hauptsächlich in den Gemüse- und Hochbeeten: Höckerli, Erdöpfel, Kohlräbli, Erbsen, Fenchel, Mangold, Rüebli, Zucchetti, Kürbisse – alle kriegen sie eine dünne Grasdecke verpasst. Einzige Ausnahme ist der Salat. Wer schon einmal mit Rasenschnitt gemulchte Salatköpfe gewaschen hat, weiss warum ...

Zucchetti und Honigmelone im Hochbeet
Solang Honigmelone und Zucchetti noch so klein sind, wird die Bodenfeuchtigkeit mit Rasenschnitt gebunden.

Ja, aber, die Schnecken, höre ich jetzt manch einen Hobbygärtner einwenden. Bietet der Mulch den Schleimern nicht optimale Kinderstuben und Rückzugsorte? Jein. In einem verregneten Frühling kann Mulch tatsächlich zum (Schnecken-)Problem werden. Aber jetzt im Sommer überwiegen die Vorteile in meinen Gemüsebeeten bei Weitem. Was sicherlich auch daran liegt, dass ich erstens den Rasenschnitt vor der Verteilung jeweils antrocknen lasse. Und ihn zweitens dünn verteile – dies, weil er nach einem Starkregen sonst sehr schnell gären und entsprechend stinken würde.

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