06. Januar 2018

Miss L. verwandelt Papier in Kunst

Kennst du diese Farbmusterkarten aus dem Baumarkt? Die sind nicht nur praktisch, sondern auch unglaublich wandelbar.

Ein fertiges Poster
Lesezeit 3 Minuten

Zwei Dinge musst du wissen: Ich liebe Farben und ich mag es, die Töne und Nuancen zu kombinieren. Deswegen ist dieses Tutorial ganz nach meinem Geschmack. Ich zeige dir, wie du mit den kleinen Farbkärtchen von Alpina und Co. grafische Bilder designen kannst.

das brauchts

Du brauchst

- Farbmusterkarten, je mehr, desto besser. Ich würde eher viele unterschiedliche Töne nehmen statt einzelne doppelt. Glaube mir, es kommt besser, wenn jede Nuance später nur ein Mal vorkommt. (Wenn dich die Mitarbeiter im Baumarkt beim Einsammeln der Papierstreifen schräg angucken, dann sag einfach, dass ich auf einer grossen Auswahl bestanden habe.)
- eine Leinwand oder – noch besser – einen Malkarton. Wichtig ist, dass der Untergrund fest und stabil ist
- Stanzer, beispielsweise kreisförmig
- idealerweise einen Papierschneider mit Hebel, um möglichst präzise arbeiten zu können
- gute und vor allem scharfe Papierschere
- Leimabroller; von flüssigem Kleber rate ich hingegen ab, da wellen sich die Farbkärtchen unschön
- Klebestreifen

los gehts mit den Kärtchen

Und so wirds gemacht

Variante 1: PUNKTEBILD

Hier sind zwei Dinge wichtig. Zum einen musst du zum Start den Untergrund ausmessen, um schon vor dem Basteln festzulegen, wie die Punkte verteilt werden sollen. Bei meinem Beispiel gibt es einen zentralen Papierkreis, von dem alles ausgeht. Denkbar wäre auch, in der Ecke zu starten und das Bild von dort aufzubauen. Fast noch wichtiger ist die Auswahl der Farben. Ich empfehle dir, im Vorfeld genau zu überlegen, wo das Bild hängen soll oder wer es geschenkt bekommen soll. Mein etwas unkonventioneller Vorschlag wäre, sich einen Gegenstand im Raum auszusuchen, dessen Farbgebung dir besonders gefällt. Um zu verdeutlichen, was genau ich meine, solltest du unbedingt auch das Tutorial zum Wandfarbe-Finden durchlesen.

die Punkte

Wenn du eine ungefähre Vorstellung der Farben hast, solltest du einige Kreise aus den Tönen ausstanzen, die nahe an die Zielfarben herankommen. Es kommt nicht auf kleinere Abweichungen an, die grobe Richtung sollte aber stimmen. Nun darfst du viele ähnliche weitere Farbkreise herstellen, die zwar grob in der Farbrichtung liegen, aber abgetönt sind. Vergiss nicht, auch neutrale Töne einzuplanen. Und manchmal entsteht der Wow-Effekt gerade dadurch, dass ein, zwei Kreise auf den ersten Blick aus dem Schema fallen.

die verteilten Punkte

Hier ist die Auswahl für mein Bild. Ich habe, wie oben geschrieben, ab Mitte aufgebaut. In meinem Fall sind die kräftigen Farben zentral angeordnet, die pastelligen eher am Rand. Es geht aber auch ganz anders. Du könntest die Töne auch durchsortieren oder von links nach rechts anordnen. Einen Punkt wegzulassen, wäre auch eine kecke Idee.

Poster-Punkte-Auswahl aus der Nähe

Der Rest ist ein Kinderspiel. Einfach die Punkte mit dem Kleberad rückseitig und kreuzförmig abrollen und aufkleben. Fertig.

Vor dem Abrollen und Aufkleben

Variante 2: DIAGONALE ANORDNUNG

In Sachen Farbauswahl gilt alles bereits Gesagte. Die Abläufe sind aber logischerweise etwas anders. Die Musterkarten sind oft mit der jeweiligen Nummer angeschrieben. Wenn man die Zahlen konsequent drinlässt, ergibt das unter Umständen auch einen coolen Effekt. Ich habe mich aber fürs Abschneiden der Nummern entschieden. Bei den von mir verwendeten Streifen (aus dem Obi) habe ich erst mit dem Papierschneider vorsichtig die Weissräume abgesäbelt und dann die Rechtecke diagonal geteilt. Hier musst du sehr exakt arbeiten, damit die Dreiecke später gut zusammenpassen.

diagonal geteilte Dreiecke

Nun geht es ans Auflegen. Auch hier gilt wie so oft: Schön ist, was gefällt. Ich habe mein Bild mit vertikalem Verlauf gestaltet. (Unter uns: Es ist ein Geschenk für meinen Mann ... da musste es weniger rosafarben und etwas kerliger und nüchterner werden.)

Dreiecke zusammenkleben

Anschliessend klebst du jeweils zwei Dreiecke auf der Rückseite mit Tesafilm zusammen. Achte darauf, dass die Streifen glatt anliegen, damit die Kärtchen später flach sind. Ordne die Rechtecke erneut auf der Unterlage an. Du wirst schnell merken, dass es trotz ganz exakten Arbeitens bei dieser Variante schnell mal minimale Ungenauigkeiten gibt. Deswegen sollte die scharfe (!) Schere in Griffweite sein, um hier und da einen Millimeter von den Rändern abschneiden zu können.
Es ist ein bisschen wie beim Patchworken. Wenn die Kreuzungspunkte perfekt aufeinandertreffen, ist es super – aber irgendwie auch unrealistisch. Mogeln (neudeutsch: Optimieren) ist ausdrücklich erlaubt. Aufkleben (analog zu Variante 1), fertig.

Viel Spass beim Designen!
Miss L.


Bettina Leinenbach im Videoporträt

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