24. November 2017

Miss L. versendet Weihnachtsgrüsse

Es muss nicht immer die kitschige Karte mit roten Kerzen und Christbaumkugeln darauf sein. Auch bei Weihnachtspost gilt: Schlicht ist schön.

Die fertigen Weihnachtskarten
Lesezeit 3 Minuten

Ich weiss, es sieht nicht so aus, aber das hier ist ein verhältnismässig schnelles Projekt. Du musst auch weder eine Aquarellkünstlerin noch ein Schreibmeister sein. Alles nur halb so wild, wenn du die richtigen Tricks kennst. Und die verrate ich dir heute.

das brauchst du

Du brauchst

- Tonpapierkarten und passende Couverts in der Farbe deiner Wahl
- Aquarellmalblock in einem kleineren Format (die bemalten Blätter werden später auf die Karten geklebt; es ist schön, wenn ein Rand bleibt). Ich rate von «normalem» Papier ab, da sich die Blätter unschön wellen.
- Aquarellfarben. Wasserfarben aus dem Tuschekasten gehen auch. Schöner wirds aber mit Profifarben. Keine Sorge, du musst dir nicht gleich die Edelausrüstung anschaffen. Es genügen im Prinzip zwei Töne: Schwarz und Indigo. Du erhältst die Farbwürfel für kleines Geld im Laden für Künstlerbedarf. Da ich sowieso einen Aquarellkasten besitze, habe ich ausserdem noch etwas Umbra verwendet.
- einen Aquarellpinsel (ich mag die Katzenzungenform, aber das ist sicher Geschmackssache)
- doppelseitiges Klebeband zum Abrollen
- Embossing-Stempelkissen (transparent)
- goldenes Embossingpuder
- Stempel mit festlicher Botschaft
- Toaster
- einen wasserfesten, weissen Rollerstift mit dünner Spitze (zum Beispiel von Uni-Ball)
- eventuell noch Goldpunkte

Vorlage-Karten mit Stempel etc.

Und so wirds gemacht

Lege dir die Aquarellkarten zurecht (die raue Seite muss nach oben). Es ist dir überlassen, wo genau du den Schriftzug platzierst. Der wird nicht gestempelt, sondern durch die sogenannte Embossing-Technik hergestellt. Zuerst stempelst du mit der transparenten Flüssigkeit deines Embossing-Stempelkissens das weisse Papier. Einmal Aufdrücken und fertig. Noch siehst du nicht, ob du den Stempel gut positioniert hast. Träufle nun sorgfältig das zugehörende Puder auf das Blatt. Es ist ein bisschen wie Magie: Die einzelnen Buchstaben erscheinen wie von Geisterhand. Da das Puder gewissermassen an der Stempelflüssigkeit kleben muss, darfst du nun vorsichtig an das Papier tippen, damit die Partikel sich auch gut verteilen. Ich fange das nicht verwendete Puder wieder auf und fülle es zurück in das Fläschchen. Wenn zu viele Partikel ausserhalb des Schriftzugs haften, darfst du vorsichtig über das Papier pusten oder die Reste mit einem trockenen Pinsel wegbürsten.

Nach dem Aufdrücken

Beim Embossen werden die Puderteilchen aufgeschmolzen. Die Profis nehmen dafür ein Spezialgerät, das wie ein Föhn aussieht, aber keinen Wind macht. Das brauchst du aber nicht.

Ab in den Toaster

Dein Toaster kann das auch. Schalte das Gerät an und stelle die höchstmögliche Temperatur ein. Schiebe das Blatt nun in den Schlitz. Gut festhalten! Es dauert nur wenige Augenblicke, bis sich die Partikel zu einer Masse verbinden. (Dass dieser Schritt von einer erwachsenen Person durchgeführt werden muss, ist klar. Und dass man weder mit Gabeln noch mit sonstigen Gerätschaften im Toaster herumfuhrwerken darf, hoffentlich auch ...)

Die Inschrift ist fertig. Jetzt geht es ans Bemalen. Ich dachte an einen kalten, dunklen Winterabend. Ob mein Beispiel nun eher ein Schneetreiben oder eine sternenklare Nacht darstellt, ist Auslegungssache. Du brauchst aber so oder so einen dunklen Untergrund. Heisst: Die erste Farbschicht sollte mit Schwarz bzw. Graustufen gemalt werden.

erste Schicht mit Graustufen

Entscheide selbst, wie du das Motiv malst. Achte aber darauf, dass die Ränder des Gebildes einigermassen geschlossen (also nicht ausgefranst und spitz) sind. Versuche ausserdem, einen gleichmässigen Rand aus Weiss stehen zu lassen.

Blau kommt hinzu

In einer zweiten Schicht kommt Blau dazu. Der Farbton Indigo ist geradezu perfekt, da er Grauanteile hat. Man könnte natürlich auch Preussischblau oder Türkis nehmen, aber wir wollen Winteratmosphäre, kein Karibikbild.

trocknen lassen

Lass das Bild gut trocknen. Wenn du das richtige Papier verwendet hast, bleibt die Oberfläche schön glatt. Ich habe die Aquarellpostkarte auf ihrer Rückseite mit abrollbarem Klebeband versehen und auf die eigentliche Tonpapierkarte geklebt. Als kleiner Gag habe ich ausserdem Goldpunkte ergänzt; die erfüllen aber keine echte Funktion, sondern sind einfach nur schön.

Schneeflocken mit dem Stift anbringen

Fast fertig! Tupfe mit dem Stift nun Schneeflocken/Sterne auf das Bild. Variiere die Grösse und vermeide eine zu gleichmässige Verteilung. Wir zeichnen Natur – und kein geometrisches Muster.

Viel Spass beim Weihnachtsgrüsseversenden!
Miss L.

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