10. März 2018

Miss L. verschönert Holzlöffel

Marmorieren war jahrzehntelang out. Doch jetzt ist die Färbetechnik zurück. Ich habe den neuen Trend für dich ausprobiert.

Miss L. verschönert Holzlöffel
Lesezeit 3 Minuten

Ich finde Marmor schön. Vor allem wenn unterschiedliche Farbtöne zu einem Muster verlaufen, wenn die Oberfläche perfekt imperfekt ist. Das, was die Natur in Jahrmillionen in Stein verewigt hat, lässt sich mit den entsprechenden Materialien und einem gewissen Know-how auch im Kleinen nachahmen. Wie gut, dass die Technik des Marmorierens gerade ein Comeback erlebt. Hier also mein erster Versuch: Kochlöffel mit Marmorgriffen.

Miss L. likes Marmor: das brauchts

Du brauchst

- Holzlöffel oder Pfannenwender
- Marmorierfarbe aus dem Bastelgeschäft
- weissen Acryllack
- Malerkrepp
- Holzstäbchen oder –spiesse
- eventuell einen breit gezinkten Kamm
- Handschuhe
- ein grosses, flaches Gefäss, das dreckig werden darf

Das brauchts

Und so wirds gemacht

Im Prinzip könnte man sofort mit dem Marmorieren der Löffel loslegen, aber der Farbfilm ist so dünn, dass das Ergebnis schöner ausfällt, wenn der Untergrund weiss lackiert ist. Klebe die Holzlöffel mit Malerkrepp ab und drücke das Band gut an, damit auch wirklich kein Lack unter das Krepp gerät. Lackiere nun die Griffenden. Acrylfarbe geht zwar auch, Lack deckt aber besser. Lasse die Löffeloberfläche gut trocknen.

Marmorierfarbe

Nein, wir legen noch nicht los. Bevor es richtig zur Sache geht, empfehle ich dir, dich mit den Marmorierfarben vertraut zu machen. «Farbe» ist übrigens das falsche Wort. Denke eher an einen hauchdünnen Film, zarter als die Haut, die sich auf der Milch bilden kann.

Ich schlage vor, dass du in mehrere Wegwerfgefässe je ein, zwei Zentimeter Wasser einfüllst und einfach etwas herumexperimentierst. Träufle jeweils wenige Tropfen der Farbe deiner Wahl auf die Wasseroberfläche. Die Marmorierfarbe verläuft fast wie Benzin. Gib einen weiteren Farbton hinzu und beobachte, wie sich scharfe Ränder ausbilden. Du darfst mit den Holzstäben Spiralen in den Film ziehen oder mit einem breit gezinkten Kamm durch die Farben pflügen.

Du wirst sehr schnell feststellen, dass das Zeitfenster, in dem man die Farben marmorieren kann, sehr klein ist. Nach vielleicht 20 Sekunden verbindet sich der Film und bleibt am Holz kleben. Es muss also, sobald du ein Muster marmoriert hast, sehr schnell gehen.

Marmorierfarbe gemischt

Beim Herumprobieren ist mir beispielsweise auch aufgefallen, dass der Farbton Weiss kaum deckend ist beziehungsweise dass Glitzertöne wie Gold ebenfalls nur sehr dezente Spuren hinterlassen. Die Marmorschlieren werden am schönsten, wenn man mit zwei Tönen arbeitet, die ähnlich leuchtend sind. Bei der Kombination aus Aubergine und Weiss «frisst» der Lilaton beispielsweise alles Weiss auf. Aber das nur am Rande. «Ausprobieren» lautet die Devise. Je erfahrener du bist, desto besser gelingen auch kompliziertere Muster und ungewöhnliche Farbkombinationen.

Holzkochlöffel

Zwischenzeitlich sind die Löffelgriffe getrocknet. Lass das Kreppband unbedingt noch dran und befülle ein viel grösseres Gefäss mit Wasser. Ideal wäre beispielsweise eine Kinderbadewanne oder eine sehr weite Schüssel. Zwei, drei Zentimeter Wasser genügen übrigens. Auch hier wieder daran denken, dass Farbreste zurückbleiben können. Also bitte nicht Grossmutters teure Suppenterrine zweckentfremden.

Ich habe von den Schritten, die jetzt folgen, keine Fotos machen können, da das Marmorieren schnell gehen muss. Also Farben reinträufeln, mit Holzstöckchen ein Muster erzeugen – und sofort rein mit dem bemalten Holzstiel. Wenn dein Gefäss weit genug ist, kannst du den Löffel ein paar Zentimeter neben dem kleinen See aus Marmorierfarbe eintunken. Das hat den grossen Vorteil, dass dabei nicht schon Farbe auf den Griff gelangt.

Manövriere den Löffel nun direkt unter das Marmorierfeld und hebe ihn vorsichtig aus dem Wasser. Auf diese Art bleibt nur eine Schicht auf dem Holz haften. Ist deine Färbewanne zu klein, landet bereits beim Eintauchen Farbe auf dem Objekt. Das führt zu unschönen Verklumpungen.

Holzlkochlöffel marmoriert

Im Idealfall erhältst du nach dem ersten Eintauchen bereits ein perfektes Muster. In der Realität ist das aber eine Technik, die etwas Geduld und Übung erfordert. Sobald der Löffel aus der Färbewanne raus ist, darfst du kleinere Überstände vorsichtig mit einem Stück Küchenkrepp abwischen. Bei zu viel Druck verschwindet aber das Muster. Jetzt noch alles trocknen lassen, den Klebestreifen entfernen und fertig ist der Marmorlöffel.

Viel Spass beim Marmorieren wünscht Miss L.!

Der Buch-Tipp zum Thema: Easy Marmorieren! – Stylische Deko-Ideen für zuhause von Vanessa Schmitt


Bettina Leinenbach im Videoporträt

Video: Elena Bernasconi

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