15. September 2017

Miss L. stellt Untersetzer aus Filzkugeln her

So bastelst du aus Filzkugeln deinen eigenen Teppich.

Gebastelte Untersetzer aus Filzkugeln
Lesezeit 3 Minuten

Das dänische Designlabel Hay hat vor ein paar Jahren einen Filzteppich namens Pinocchio entworfen. Wäre das Ding nicht so unfassbar teuer, hätte ich schon drei bis vier Teppiche in meinem Bestand. Ich mag die Machart aus unzähligen kleinen Filzkugeln, weich und dennoch definiert, bunt aber nicht schrill.

Keine Sorge, ich schlage dir nun nicht vor, deinen eigenen Pinocchio-Vorleger zu knüpfen. Miss L. ist aber wild entschlossen, zumindest ein paar Mini-Filzmatten in die Welt zu bringen. Hast du Lust, dich mir anzuschliessen? Ich zeige dir die professionelle Methode, bei der die Kugeln mit einem Faden verbunden werden, und die Faulenzer-Variante, Stichwort «Heissklebepistole».

Das brauchst du:

  • bunte Filzkugeln mit einem Durchmesser von zirka 1,5 cm aus dem Bastelgeschäft (Ja, klar, die könnte man theoretisch selbst filzen. Wenn aber alle Kugeln gleich gross und ebenmässig sein sollen, setzt das einiges an Können voraus.)
  • entweder extra starkes Polyestergarn oder stabilen Perlonfaden
  • Nadel und Schere
  • ein Stück Leder oder Snappap (=veganer Lederersatz), um eine Aufhängeschlaufe formen zu können
  • dicke, vorgeschnittene Filzscheiben (Variante 1)
  • Heissklebepistole (Variante 2)

Und so wirds gemacht:

Variante 1: Schneide ein 2,50 m langes Stück Faden ab und sichere die eine Seite mit einem Mehrfachknoten. Fädle die Nadel ein und reihe die Filzkugeln auf. (Wichtig: Schiebe die Nadel immer durch den Mittelpunkt der Kugel.) Achte darauf, immer schön durch die Kugelmitte zu stechen. Es ist natürlich dir überlassen, mit wie vielen Farben du arbeitest. Für einen Topfuntersetzer in der hier gezeigten Grösse brauchst du mindestens 90 Kugeln, für einen Glasuntersetzer 19. Wenn du mit deiner «Filzperlenkette» fertig bist, musst du alle Kugeln gut zusammenschieben und auch das zweite Ende mit einem Mehrfachknoten sichern.

Du benötigst ein weiteres, ebenfalls mindestens zwei Meter langes Stück Garn oder Perlonschnur. Fädle erneut die Nadel ein und sichere ein Fadenende mit einem Mehrfachknoten. Nun geht es daran, die Spirale aufzuwickeln. Ich habe für dich die ersten paar Kugeln durchnummeriert, damit du dir einen Überblick verschaffen kannst.

Damit die Schnur später nicht mehr so gut sichtbar ist, musst du von nun an tiefer durch die Kugeln stechen. Während du vorher quasi auf der Äquatorialebene aufgereiht hast, bewegen wir uns jetzt auf der Südhalbkugel. Du stichst zuerst in Kugel 1 ein und dann direkt in Kugel 3, Nummer 2 bleibt aussen vor. Nun geht es weiter zu Kugel 4 und von dort erneut durch den Seitenrand von 1.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Immer zwei Kugeln miteinander verbinden und zur Sicherung einen Stich auf der tieferen Ebene durchführen.

Deine Schnecke wächst nun schnell an. Je nachdem, wie viele Kugeln du anfangs verwendet hast, erhältst du so einen Topfuntersetzer oder eben doch ein Pinocchio-Imitat.

Ich finde es immer schlau, Küchenutensilien mit einer Aufhängung zu versehen. Das ist schnell erledigt. Schneide ein Rechteck aus Leder oder einem vergleichbaren Material mit den Massen 6 cm x 2 cm.

Schlage die Schlaufe um die letzte Kugelreihe und nähe von Hand oder mit der Maschine über das kurze Ende. Fertig!

Variante 2: War dir das zu kompliziert? Dann hätte ich noch eine Alternativanleitung für dich. Im Prinzip musst du dabei die Kugeln in konzentrischen Ringen auf eine Filzunterlage kleben. Aber bitte nicht mit normalem Haushaltsleim, sondern mit der Heissklebepistole. (Glaube mir, ich habe es ausprobiert.) Wenn die von dir verwendete Filzbasis zu breit sein sollte, musst du ihren Rand etwas mit einer Haushaltsschere trimmen. Die Faulenzeruntersetzer sehen ebenfalls gut aus und haben sogar einen kleinen Vorteil: Gefässe mit geringer Grundfläche stehen so stabiler.

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