02. Juni 2018

Miss L. serviert Glace-Kunst

Na? Schwitzt du auch so? Wie wäre es mit einer frühsommerlichen Erfrischung? Hier kommen die Glaceposterkarten, garantiert mit Liebe gestempelt.

Fertige Karten mit Glace-Stempel

Ich finde Stempel klasse. Mithilfe der kleinen Elemente lassen sich erstaunlich schöne Kunstwerke herstellen. Wenn du ein paar Dinge beachtest, fallen die Ergebnisse besonders exakt aus. Hier kommt also nicht nur ein Tutorial, sondern auch gleichzeitig eine Sammlung an Ideen, damit es mit dem Stempeln noch besser klappt.

das brauchts

Du brauchst

- DIY Stempelplatten aus dem Bastelladen
- Linolschnitzzeug
- diverse Stempelfarben
- Papier, Schere und einen weichen Bleistift
- Vorlagen, idealerweise auf Papier vorgezeichnet oder ausgedruckt
- Bilderrahmen und passende Passepartouts

Und so wirds gemacht

Am Anfang steht immer ein passendes Motiv. Ich habe auf meiner Pinterest-Seite jede Menge Ideen für dich gesammelt.

1. Tipp: Beginne mit einfachen Formen und vor allem auch kleinen Motiven. Je grösser die Elemente werden, desto höher ist die Fehlerquote beim eigentlichen Stempeln.

Ich habe mich für gestempelte Glace entschieden, einmal am Stiel, einmal im Cornet. Zur Vorbereitung habe ich mehrere Elemente auf buntes Papier aufgezeichnet und ausgeschnitten.

- drei Kreise (= Glacekugeln) mit Durchmesser von je 3 cm
- ein Konus (= Cornet), 5 cm hoch und 3 cm breit
- ein Stängeli, 3 cm lang und 0,8 cm breit, einseitig abrunden
- ein Rechteck (unterer Teil Wasserglace), zu 4 x 2,5 cm
- ein Rechteck mit zwei abgerundeten Ecken (oberer Teil der Wasserglace), 4 x 3,5 cm, 2 Seiten abrunden

mit Schere ausschneiden

Da sich die Kugeln überlappen, musst du halbkreisförmige Segmente wegschneiden.

mit zwei verschiedenen Stempelböden

Es gibt diverse Stempelböden. Egal, ob Kartoffel, Kork oder Moosgummi – ein Problem bleibt immer. Die Ränder werden selten so exakt, wie man sich das wünscht, da das Material entweder zu weich, zu bröcklig oder zu störrisch ist.

2. Tipp: Besorge dir unbedingt ein paar DIY-Stempelplatten aus dem Bastelladen. Das sind gummiartige, zirka einen Zentimeter dicke Matten, die sich super bearbeiten lassen.

Ich habe deine Motive mithilfe eines weichen Bleistifts auf die Unterlage übertragen. Allfällige Graphitreste lassen sich nach dem Schnitzen übrigens problemlos entfernen. Nun geht es ans Schnitzen. Schneide immer erst zuerst das eigentliche Motiv aus. Beginne mit dem dünnsten Linolwerkzeug und arbeite langsam. Denn: Was weg ist, ist weg. Ich habe das Cornet übrigens noch mit einem Waffelmuster verziert. Hübsch, oder?

mit Linolwerkzeug arbeiten

3. Tipp: Stelle sicher, dass die Bereiche der Druckplatte, die nicht benützt werden, möglichst tief abgetragen sind. Im Idealfall übrigens nicht nur bis zur weissen Schicht, sondern noch darüber hinaus. So verhinderst du, dass später auch versehentlich Ränder mit gestempelt werden.

mehr als einfach mit dem Schwamm ...

Stichwort Stempelkissen und -farbe. Manche Leute träufeln auch einfach ein paar Tropfen Acrylfarbe auf einen Haushaltsschwamm und kommen damit klar. Meiner Meinung nach ist das aber der falsche Moment, um am Material zu sparen.

4. Tipp: Besorge dir hochwertige Stempelfarben. Ich persönlich mag die kleinen Türme besonders gerne, da man auf die Weise gleich mehrere Töne erhält. Ausserdem kann die Farbe in diesem Format auch auf die Stempelfläche aufgetupft werden.

drei fertige Glace-Kunstwerke

Die nächste Herausforderung besteht darin, das Motiv gut auf dem Papier zu platzieren - apropos Papier ...

5. Tipp: Entscheide dich für dickere Papiere (ab 100 g/m2) mit matter Oberfläche. Spezialunterlagen wie Aquarellpapier sind hingegen nur bedingt geeignet. Wir brauchen eine möglichst plane Unterlage, die gut Farbe aufnimmt.

versetzt

Wie du es schaffen kannst, dass auch wirklich alle Motive korrekt und fehlerfrei auf der Unterlage landen, weiss ich ehrlich gesagt auch nicht. Der Moment, in dem du den Stempel nämlich umdrehst und aufs Blatt drückst, hat etwas von einem Blindflug.

6. Tipp: Wenn du mit geometrischen Formen arbeitest, lohnt es sich, kleine Markierungen auf der Stempelaussenseite anzubringen, um die Position des Motivs gewissermassen von oben anzuzeigen.

in einer Reihe

Zu guter Letzt noch etwas zum Thema Erwartungen: Wie du weisst, bastle ich auch von Berufs wegen. Und auch bei mir sind die Stempelmotive nicht immer perfekt übertragen und ideal platziert. Aber das ist nicht schlimm, denn beim Stempeln können kleine Imperfektionen eine grosse – auch mal überraschend gelungene – Wirkung entfalten.

7. Tipp: Stemple dein Motiv viele Male, um die besten Versuche herausfiltern zu können. Mit etwas Abstand wirst du feststellen, dass auch ein Farbenüberlapp oder Flächen, auf denen etwas Farbe fehlt, sehr attraktiv aussehen kann.

Viel Spass beim Stempeln!
Miss L.


Bettina Leinenbach im Videoporträt

Video: Elena Bernasconi

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