12. August 2017

Miss L. organisiert den Kühlschrank

Heute zeige ich dir, wie du deinen Kühlschrank so einräumst, dass deine Lebensmittel möglichst lange haltbar bleiben.

MissL organisiert den Kühlschrank
Lesezeit 4 Minuten

Im Inneren des Kühlschranks existieren trotz modernster Technik unterschiedliche Kältezonen: Am «wärmsten» ist es oben (Zone 1 und Zone 2), am kältesten ganz unten (Zone 6), da die kühle Luft zu Boden sinkt. Bei jeder Öffnung schwappt zudem ein Schwall Wärme ins Innere des Schranks. (Das ist auch der Grund, warum ich mindestens einmal pro Tag den Kindern ein unwirsches «der Kühlschrank ist kein Fernsehgerät» zurufe ...) Mit anderen Worten: Es gibt brilliantere Erfindungen als den Kühlschrank, zum Beispiel die Kühltruhe. Aber die ist im heimischen Umfeld eher unpraktisch.

Laut Herstellern liegt die ideale Kühlschranktemperatur bei 6 oder 7 Grad Celsius, gemessen im mittleren Fach. Das scheint mir aber ein kulturspezifisches Ding zu sein, da dieser Wert in Nordamerika maximal bei drei Grad liegt, in Skandinavien hingegen oft bei 8 Grad. Ein Kapitel für sich wäre auch das Thema: «Was muss eigentlich in den Kühlschrank?» Mein liebstes Beispiel sind Eier. Die von Mutter Natur perfekt und steril «verpackten» Dinger darf man wochenlang ungekühlt aufbewahren. Und wer Nutella in den Kühlschrank packt, ist selbst schuld.

Hier ein kurzer Überblick über die Kühlzonen

Kühlschrank: Joghurts & Co. in Zone 1/2

Zonen 1 und 2: Hier gehören all die Lebensmittel hin, die nicht sehr schnell verderben. Anders formuliert: Produkte, denen man es sofort ansieht, wenn sie nicht mehr für den Verzehr geeignet sind wie Joghurt, Quark und andere Milchprodukte. Ich bewahre dort auch die angebrochenen Konfitüren auf, aufgrund des enthaltenen Zuckeranteils spricht aber auch nix dagegen, die Gläser ganz rauszunehmen.

Kühlschrank: Cantadoux

Zonen 3 und 4: In diesen Bereichen herrscht ein mittleres Temperaturniveau, die berühmten 6 bis 7 Grad. Im Prinzip kannst du dort deinen Käsevorrat deponieren, die Essensresten vom Zmittag, das Stück Sahnetorte etc.

Kühlschrank: Käse in Zone 3/4

Zonen 5 und 6: Sämtliche Fleischwaren und natürlich auch frischer Fisch und Meeresfrüchte gehören hierher, da sie besonders empfindlich sind. Die Aufbewahrung in Schubladen schützt zusätzlich vor Unterbrüchen der Kühlkette. Wurstwaren versorge ich der Einfachheit halber auch dort, im Prinzip dürfen Cervelat, Wienerli und Co. auch eins hochrutschen, da die Waren vorgekocht sind. Salami und Schinken (ausser in Tranchen abgepackter) müssten übrigens wie die Eier auch nicht in den Kühlschrank, da die Produkte durch den Pökelprozess oder das Räuchern haltbar gemacht wurden.

Kühlschrank: Fleisch

Moderne Kühlschränke haben oft noch einen kleinen Schieber, über den sich die Luftzufuhr in den Schubladen regulieren lässt. Deswegen ist es eine gute Idee, auch Gemüse, Salate und leicht verderbliche Früchte dort aufzubewahren. Es gibt Gemüsesorten, die halten besonders lange, wenn ihnen nicht der Wind um die Ohren weht.

Kühlschrank: Gemüse/Salat

Zonen 7 und 8: Ich schätze, dort geht es weniger ums Kühlen, sondern mehr um die optimale Ausnutzung des Stauraums. Die Abstellfläche (7) ist ideal für Getränke, die kleinen Fächer in der Türinnenseite werden von den Herstellern gern als Butter- oder Eierablagefläche angepriesen. Beides macht durchaus Sinn, da die Eier ... ihr wisst es bereits. Und Butter muss ebenfalls nur leicht gekühlt werden.

Kühlschrank: Temperatur

Am Schluss noch ein paar Worte zu den auf den Lebensmitteln aufgedruckten Haltbarkeitsdaten. Dabei handelt es sich eher um eine Verzehrempfehlung. Der Hersteller übernimmt bis zu dem Zeitpunkt die Garantie, dass die Ware geschmacklich einwandfrei ist und auch optisch überzeugt. Gut möglich, dass die abgepackte Torte auch noch zwei Tage nach Ablauf des Datums geniessbar ist. Sie sieht dann einfach nicht mehr so schön aus. Die meisten Dinge sind noch Tage nach dem Ablauf der Frist essbar.
Das ist vielleicht der wichtigste Tipp im Umgang mit Lebensmitteln: Vertraue auf deine Sinne! Wenn die Milch säuerlich riecht und die Konfi Haare hat, dann weg damit! Gerade im Fall von Schimmel ist der Befall oft stärker als gedacht. Der pelzige Rasen ist nur die Spitze des Eisbergs (oder der Fruchtkörper des Pilzes, um es biologisch korrekt auszudrücken). Grundsätzlich wäre ich gerade bei Fleisch, Fisch und Geflügel vorsichtig, da hier die echten Vergiftungen drohen.
Noch ein Tipp: Wenn du dir nicht mehr ganz sicher bist, ob das Steak noch in Ordnung ist, dann brate es dieses eine Mal ganz durch. Hitze tötet Keime ab.

Es gibt aber auch Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdaten du getrost ignorieren darfst, allen voran Salz, Zucker, Honig und Essig. In salzigen, süssen oder sauren Milieus haben Bakterien keine Chance. Trockene Waren wie Nudeln, Reis oder Gewürze sind auch sehr lange haltbar, da Bakterien und auch Schimmelpilze ein feuchtes Umfeld brauchen, um zu gedeihen. Dasselbe gilt für Räucherwaren (dort hat der Rauch die Keime abgetötet) oder für in Alkohol eingelegte Dinge. Hochprozentiges verdirbt zwar nicht, der Geschmack kann aber im Lauf der Jahrzehnte leiden. Bei Bieren sieht es wieder anders aus. Die Hefe, ein Hauptbestandteil des Gebräus, ist ein lebender Pilz. Wird das Bier zu warm oder zu hell gelagert, kann es passieren, dass harmlose Bakterien aktiv werden und den Geschmack verderben. Gesundheitsschädlich ist das aber nicht.

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