22. Dezember 2017

Miss L. näht Netzbeutel und schont die Umwelt

Ich trenne Abfall, ich spare Strom, ich fahre Zug. Beim Früchte- und Gemüsekauf ging es aber bisher nicht ohne diese dünnen Plastiksäcke. Bis jetzt.

Netzbeutel
Lesezeit 2 Minuten

Ist dir schon mal aufgefallen, wie kurz die Lebensdauer dieser dünnen Plastiktütchen ist, in die man beim Einkaufen Äpfel, Tomaten oder Mandarinen abfüllt? Kaum daheim, werden die Beutel zerrissen und im Kübel entsorgt. Ich finde, das können wir besser. Dieses Mal zeige ich dir, wie du aus einem alten Vorhang wiederverwertbare Beutel genau für diesen Zweck nähen kannst.

Das brauchts

Du brauchst

- einen alten Vorhang aus einem beständigen, netzartigen Material. Basteltüll geht beispielsweise nicht, da wir widerstandsfähige Säckchen herstellen wollen. Wenn du dir unsicher bist, mache eine Reissprobe.
- kleine Blachenstücke für den Etikettenbereich
- Kordeln und Kordelstopper (Achte darauf, dass die Seile nicht zu dick sind, damit sie später durch den Tunnel und – doppelt gelegt - durch den Stopper passen.)
- Nähmaschine
- Stoffklammern
- farblich passende Nähgarne

Die Rechtecke

Und so wirds gemacht:

Die Beutel bestehen aus einem grossen Rechteck. Das dafür nötige Schnittmuster findest du in jedem Drucker: ein DIN-A4-Blatt. Lege den Vorhangstoff im Bruch vor dich und platziere das Papier hochkant auf dem Bruch. Stoff ausschneiden, fertig.

Nun zur Blache: Du benötigst jeweils ein Rechteck mit den Massen 10 x 7 cm. Die Grösse der Etikette habe ich so berechnet, dass theoretisch zwei Etiketten darauf Platz hätten. Es soll nämlich Leute geben, die die Gurken zu den Tomaten packen … Ob du die Blache noch so wie ich mit der Zackenschere verschönerst, ist dir überlassen.

mit Stoffklammern markierte Bereiche

Die schmalen Seiten des zugeschnittenen Vorhangstoffs werden jeweils einen Zentimeter nach innen geklappt. Ich habe die Bereiche mit Stoffklammern markiert. Steppe mit Geradestich über diese Umschläge.

Mit Geradestich über die Umschläge ...

Schlage anschliessend eine lange Kante um ca. 2 cm nach innen. Das wird später der Tunnel für die Kordel. Steppe auch diesen Umschlag fest.

Tunnel für die Kordel

Lege das Vorhangstück rechts auf rechts und steppe entlang der beiden mit roten Klammern markierten Seiten. Wichtig: Starte erst auf Höhe der gelben Klammer. Ansonsten riskierst du die beiden Tunnelöffnungen zu verschliessen. Tada! Einmal wenden, und fertig ist der erste Beutel.

Buntes Rechteck für Etiketten

Jetzt sind die bunten Flächen für die Waagen-Etiketten an der Reihe. Es ist gar nicht so leicht, die Blache zu vernähen. Aber keine Sorge, diese kleine Fläche schaffst du mit links. Da der Vorhangstoff unten liegt, wird alles gleichmässig von der Maschine transportiert.

Kordeln

Nun fehlen nur noch die Kordeln bzw. die –stopper. Da habe ich einen alten Trick angewandt: Einfach eine Sicherheitsnadel durch das Seilende piksen, und schon lässt sich die Kordel tipptopp einfädeln. Schiebe beide Schnurenden durch den Stopper, und vergiss nicht, Sicherheitsknoten zu machen.

Mit den Schnurenden durch den Stopper

Zum Schluss noch eine Anmerkung zum Gewicht: Natürlich sind diese Säckchen mit knapp 15 Gramm schwerer als die Tüten aus dem Supermarkt. Ich empfehle dir deshalb, die Früchte und das Gemüse ohne Beutel zu wiegen und später einzufüllen. Abgesehen davon sind viele Dinge sowieso schon von Natur aus perfekt verpackt. Nicht, dass mir jemand wegen der Bananen im Beutel eine Nachricht schickt. Alles nur fürs Foto, Leute, alles nur fürs Foto :)

Viel Spass beim Natur-Schützen
Miss L.

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