22. Juli 2017

Miss L. jagt Fruchtfliegen

So erwischst du sie alle!

Lesezeit 2 Minuten

Immer wenn der Sommer am schönsten ist, kommen sie in Scharen, um unsere Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen zu besiedeln: Fruchtfliegen. Die Miniplagegeister mit den lustigen roten Augen zwinkern mir oft schon direkt nach dem Aufstehen aus der Früchteschale zu. Klar, ich klatsche die eine oder andere mit einem gezielten Handschlag tot. Aber so richtig appetitlich ist das nicht. Zumal meine Trefferquote bei unter 50 Prozent liegt. Ein klarer Fall für Miss L.

Wie gut, dass ich seit einiger Zeit den perfekten Trick kenne, um die Insekten zu fangen. Bevor ich dich einweihe, erst noch ein paar Anmerkungen zur Fruchtfliege: Das wenige Millimeter grosse Tier, das reife Früchte liebt, heisst wissenschaftlich korrekt Drosophila melanogaster – die Essigliebende mit dem schwarzen Bauch. Der Name gibt uns einen wichtigen Hinweis (und ich rede jetzt nicht vom schwarzen Bauch): Fruchtfliegen fängt man am besten mit Essig. Die Viecher werden von dem säuerlichen Geruch wie von einem Magneten angezogen.

Wenn du also wieder vom Einkaufen nicht nur herrlich pralle Früchte, sondern versehentlich auch oberdreiste, vermehrungswütige Fruchtfliegen mitgebracht hast, brauchst du im Prinzip nur Essig, um die Plage wieder einzudämmen. Aber bitte nicht irgendeinen Essig, sondern einen besonders milden, süssen. Ich habe viele Sorten durchprobiert und lande immer wieder bei weissem Balsamico (Condimento Bianco). Das ist eine Gärungsessigmischung aus Weissweinessig und Traubenmost. Wenn die Sechsbeiner den riechen, drehen sie vollkommen durch. Übrigens: Bei überreifen Früchten setzen auch Gärprozesse ein.

Fülle etwas Essig in ein Glas mit weiter Öffnung (Whiskyglas). Je grösser die Oberfläche, desto stärker die Sogwirkung auf die Fliegen. Ich gebe oft noch einen Schuss Wasser hinzu, das ist aber kein Muss. Achte darauf, dass sich beim Befüllen keine Blasen bilden, und spare nicht zu sehr mit dem Essig. Wir wollen die Fliegen ertränken. Wenn sie noch im Pool stehen können, funktioniert der Trick nicht. Am Schluss musst du nur noch (vorsichtig!) zwei Tropfen Spülmittel hinzugeben. Idealerweise ein wenig parfümiertes Produkt. Der Essig soll nach Essig und nicht nach hawaiianischen Blüten riechen. Verrühren ist nicht nötig, das Spülmittel verteilt sich von selbst. Es setzt die Oberflächenspannung des Essigs herab. Heisst: Die Fruchtfliegen schwirren an, landen auf dem Essigsee – und gehen unter. Ende der Geschichte.

Du kannst die Falle ein paar Tage stehen lassen, doch irgendwann hat sich der Essig verflüchtigt. Oftmals ist es aber gar nicht nötig, die Prozedur zu wiederholen, da alle Plagegeister gefangen wurden. Sobald du aber neue Früchte kaufst und/oder die Terrassentür oder das Küchenfenster aufstehen lässt, geht das Spiel von Neuem los. In den meisten Fällen schwirren die Viecher von draussen rein, oder wir bringen sie bzw. ihre Eier und Larven (mit dem blossen Auge nicht sichtbar!) vom Einkaufen mit heim. Die Aprikose lebt also im wahrsten Sinne des Wortes. Aber keine Sorge, die kleine Proteineinlage schadet nicht.

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