01. September 2017

Miss L. giesst Beton

Sogar ein harter Stoff wie Beton, ideal für etliche weitere Bastel- und Dekoideen, lässt sich zu Hause mit überschaubarem Aufwand selbst herstellen.

Die fertigen Betongefässe
Lesezeit 3 Minuten

Was ich an meiner neuen Rubrik Miss L. besonders mag, sind die Neuentdeckungen. Ich könnte stundenlang durch Bastelläden oder Baumarktgänge streifen, immer auf der Suche nach für mich unbekannten Materialien. Diese Woche habe ich zum ersten (und sicher nicht zum letzten) Mal Beton angerührt und diverse Gefässe gegossen. Wenn das für dich ebenfalls Neuland ist, dann solltest du das unbedingt auch versuchen. Die Möglichkeiten sind unendlich; besonders gut gefällt mir, dass der Verbundstoff exakt die Form der Vorlage annimmt.

Das brauchst du

Das brauchts für den Beton

- entweder Sand und Zement, um deine eigene Betonmischung herzustellen – oder ein Fertigprodukt, dem nur noch Wasser zugegeben werden muss. Für erste Versuche empfehle ich klar Variante 2
- eine alte Schüssel, einen alten Rührlöffel und eine Küchenwaage
- diverse Gefässe zum Befüllen beziehungsweise, um Volumen im Innern der Kunstwerke zu schaffen; besonders gut geeignet sind Einweggeschirr, PET-Flaschen oder Joghurtbecher, da man diese Formen nach dem Giessen zerschneiden und somit besser ablösen kann
- wenn du lieber mit Mehrwegvorlagen arbeitest, benötigst du zusätzlich Haushaltsöl (damit pinselst du deine Gefässe ein, damit sich der Beton später aus der Form löst)
- Schleifpapier mit unterschiedlichem Körnungsgrad für den Grob- und Feinschliff der gegossenen Objekte
- Malerkrepp (falls du die Betonobjekte noch bemalen möchtest)
- Farben, die auf mineralischem Untergrund haften
- Pinsel

Und so wird’s gemacht

Auf dem Produkt findest genaue Angaben, wie du deine erste Ladung Beton anrühren kannst. Beginne mit einer kleinen Menge, z. B. mit 200 Gramm Pulver, und füge laut Anleitung Wasser hinzu. Obwohl es oft heisst, man müsse rühren, bis ein geschmeidiger Brei entstehe, ist das eher übertrieben. Da das Pulver aus Zement und Sand besteht, wirst du nie den Moment erleben, an dem sich alles aufgelöst hat. Wir machen Beton und kein Biskuit.

gelbe Schüssel

Fülle die Masse zügig in das vorbereitete Gefäss. Als Anhaltspunkt: Die Einwegtasse, die ich benutzt habe, enthält 300 g Betonpulver und die entsprechende Menge Wasser. Nun musst du das befüllte Gefäss mehrmals kräftig auf eine feste Unterlage stossen, damit sich die sicherlich im Brei enthaltenen Luftblasen an die Oberfläche bewegen.

Wenn du beispielsweise einen Briefbeschwerer herstellen möchtest, bist du nun schon fertig. Die meisten Betonbastler wollen aber echte Gefässe produzieren. Deswegen muss nun noch ein Platzhalter in die Mitte. Ich habe für mein Beispiel ein Einwegschnapsglas verwendet. Achte darauf, dass der Dummy mittig platziert ist und tief genug eingedrückt ist.

Betontasse mit Platzhalter und Gläschen

Bei meinem zweiten Beispiel habe ich einen Plastikbecher in voller Absicht zerquetscht und als Platzhalter benutzt. Das ergibt auch einen schönen Effekt. Und die kleine Schale, in der ich später Schmuck ablegen werde, ist im Innern so ebenmässig ausgeformt, da ich dort eine weitere Schüssel mit halbkugelförmigem Boden als Platzhalter benutzt habe.

Vergiss nicht, den Dummy zu beschweren (in meinem Beispiel habe ich ein kleines Konfigläschen benutzt, aber das geht auch prima mit Schrauben, Murmeln oder anderen kleinen, schwereren Dingen).

Gefäss mit Platzhalter

Jetzt ist Warten angesagt. Je nach Produkt dauert der Abbindeprozess ungefähr einen halben Tag. Ich rate dir, lieber etwas länger zu warten. Beim Ablösen der Formen geht es nämlich eher grob zu. Wenn du deine Vorlagen mit Öl bestrichen hast, musst du die Betonobjekte mit Wasser und Seife abwaschen, bevor die Weiterverarbeitung beginnt.

Die Rohlinge

Da die Ränder der Gefässe nicht überall gleichmässig ausgebildet sind, kannst du mithilfe von Schleifpapieren Überstände abschmirgeln und Unebenheiten ausgleichen.
Möchtest du deine Objekte bemalen? Dann klebe die Flächen mit Malerkrepp ab und greife zu Farben, die auch auf mineralischem Untergrund haften.

Malerkrepp

Es mag viele überraschen, aber Beton ist porös und deswegen niemals wasserdicht. Wenn das von dir geschaffene Objekt im Alltag beispielsweise auch als Blumenvase zum Einsatz kommen soll, musst du es im Innern mit einem wasserdichten Lack versiegeln.

Betongefässe: Schälchen und Stifthalter

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