01. Dezember 2017

Miss L. entwirft Kerzenständer in Pastell

Ich mag den gerade angesagten Chalky Style gern. Heute zeige ich dir, wie du deine Weihnachtsdeko im Pastell-Look herstellen kannst.

die fertigen Kerzenständer
Lesezeit 3 Minuten

Eigentlich finde ich, dass bei Einrichtungsaccessoires weniger mehr ist. Zu Weihnachten darf es aber auch bei mir gern glitzern und funkeln. Deswegen vereine ich in diesem Kerzenständer-Tutorial zwei Basteltrends: den Chalky Style (also das Gestalten mit zarten Kreidetönen) und das Arbeiten mit Gold- und Kupferfolie. Ohne schamlos zu übertreiben, kann ich sagen: I love them both! Folgt mir also unauffällig!

... das auch

Du brauchst
- Wie du auf den Bildern sehen kannst, bestehen meine Kerzenständer aus Holzkugeln, -scheiben und –spulen. Diese Elemente bekommst du im Bastelladen und gelegentlich auch im Baumarkt.
- Baumarkt ist ein gutes Stichwort, denn einen Teil der Zutaten musst du genau dort besorgen: Holzleim, Holzstangen (oder alternativ Holzdübel), eine Handsäge und (falls noch nicht vorhanden) auch Holzbohrer.

Das brauchts

... und weiter:
- Die Kunst besteht darin, Elemente mit identisch grossen Bohrlöchern zusammenzustellen. Das funktioniert nicht immer, daher solltest du auch in der Lage sein, ein Loch mit der Maschine zu vergrössern.
- Die Holzstäbe oder –dübel sollten exakt zu den Bohrungen passen. Meiner Erfahrung nach gibt es bei den Dübeln nur drei Grössen. Es ist gewissermassen ein Abwägen. Ich habe für das Tutorial mit zugeschnittenen Holzstäben gearbeitet. Hat auch prima geklappt.
- Acrylfarben im Chalky Style
- Pinsel
- extrem dünn ausgerollte Gold- und Kupferfolie (wird in kleine Couverts verkauft)
- sogenannte Anlegemilch (das ist eine Flüssigkeit, mit der man den Metallfilm an den Untergrund kleben kann)
- eventuell noch Überzugslack für den Metallfilm

Die einzelnen Elemente

Wie oben geschrieben, musst du zuerst sicherstellen, dass die Bohrlöcher ähnlich gross sind. Male nun die Kugeln, Spulen und Scheiben in den Tönen deiner Wahl an. Achte beim Anstrich darauf, möglichst sorgfältig zu arbeiten. Farbnasen sehen später nicht schön aus.
Tipp: Stecke die Holzkugeln beim Bemalen auf Stäbe, dann trocknen sie ohne lästige Anlehnpunkte.

Dann kannst du deinen Traumkerzenständer konfigurieren, indem du die Elemente einfach auf einen Stab steckst. Achte beim Zusammenstellen darauf, dass der Ständer standfest und die Komposition ausgewogen ist.

Schon mal zusammenstecken

Messe nun die Gesamthöhe bis zum Kerzenboden aus. Auf diese Länge musst du den Stab kürzen. (Wenn du Holzdübel verwenden möchtest, fällt der Schritt weg; du darfst aber noch nicht darauf loshämmern, das kommt später.)

Stäbe kürzen

Wenn die Stäbe auf die richtige Länge gekürzt sind und die Farben trocken sind, darfst du die Kerzenständer zusammensetzen. Verwende dafür Holzleim, den du bitte grosszügig in den Bohrungen verteilst und auch auf die Holzstange streichst. Natürlich ist es ideal, wenn der Leim nicht zwischen den Elementen hervorquillt. Fingerspitzengefühl ist also gefragt. Bei meinem Beispiel hat das prima funktioniert, meine Kerzenständer sind so recht stabil geworden. Holzleim benötigt aber Zeit, um sich mit der Unterlage zu verbinden.

(über Nacht) stehen lassen

Ich empfehle dir, die Ständer über Nacht stehen zu lassen. Im Zweifelsfall könnte man auch noch mit Heissleim arbeiten. (Wenn du dich für die Holzdübelvariante entschieden hast, darfst du die Holzteile miteinander verzapfen.)

Sieht doch nett aus

Sieht doch schon richtig nett aus, oder? Nun zu der zweiten Technik, die mich zugegebenermassen fasziniert. Du musst das Blattgold (nein, es ist kein echtes Gold) oder das Blattkupfer auf die Holzelemente übertragen. Das geht so: Zuerst pinselst du die Anlegemilch auf all die Stellen, die später vergoldet/verkupfert werden sollen. Das ist keine exakte Wissenschaft, und zudem ist es extrem schwierig, auf diese Art exakte Ränder zu erhalten. Aber keine Sorge, die schönsten Effekte erzielst du gerade mit einem eher zufällig aussehenden Muster. Die Anlegemilch benötigt aber etwas Zeit, um sich mit dem Untergrund zu verbinden. Das von mir verwendete Produkt muss minimum 20 Minuten einwirken, bevor die Folie übertragen werden kann.

Mit (Gold-)Folien überziehen

Der Moment ist da, sobald die Milch nicht mehr feucht, sondern eher klebrig von der Konsistenz her ist. Löse vorsichtig die hauchdünnen Folienteile und lege sie auf die Milch. Ich habe dafür Gummihandschuhe angezogen, damit meine Fingerabdrücke nicht für alle Ewigkeiten im Metall veredelt sind. Feststreichen und Folienreste abstreifen! Du darfst die Partikel, die abgefallen sind, wieder mit der Handschuhspitze aufnehmen und erneut auf den Untergrund tupfen.

Der letzte Schritt ist fakultativ: Wenn du einen Gegenstand vergoldest, der viel in der Hand liegt, empfehle ich dir, am Schluss noch ein bis zwei Überzugslackschichten aufzutragen, damit die Folie sich nicht löst. Bei Kerzenständern ist das meiner Meinung nach aber nicht nötig.

Viel Spass bei der Kerzenständerproduktion!
Miss L.

Buchtipp: Viele ähnliche Ideen findest du im neu erschienenen Bastelbuch «Chalky Christmas. Weihnachtliche Deko-Ideen mit Kreidefarben» von Gerlinde Auenhammer und Annette Diepolder, Christophorus Verlag, ISBN 978-3838836461. Bei ExLibris bestellen

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