11. November 2017

Miss L. bindet Adventskränze

Nein, es ist noch nicht Weihnachten. Aber schon bald beginnt die vierwöchige Vorbereitungszeit. Also ran an die Tannen!

Der fertige Adventskranz
Lesezeit 3 Minuten

Was ich dir heute zeige, ist genau genommen nicht auf meinem Mist gewachsen. Nein, die Idee ist frech bei meiner Mutter geklaut. Die greift schon seit vielen Jahren in der Vorweihnachtszeit zu Tannen und Blumendraht und stellt wunderschöne Kränze, Gestecke und Girlanden her (wohlgemerkt ohne Floristik-Background). Was die Frauen in unserer Familie können, kannst du auch.

Was es braucht

Du brauchst

- Strohkränze (je grösser ihr Durchmesser, desto wuchtiger der spätere Kranz)
- beschichteter Wickeldraht, im Idealfall grün
- Römerhaften (das sind u-förmige Drähte zum Feststecken von Details)
- jede Menge Nadelholzäste: Als Basismaterial empfehle ich Nordmanntanne oder Blautanne (Rottanne/Fichte nadelt hingegen schon sehr schnell sehr fies), zum Ausdekorieren dann noch Pinie, Wacholder und andere Koniferen
- tolle Akzente kannst du ausserdem mit Thuja-, Efeu- und Stechpalmenzweigen setzen

Und so wirds gemacht

jede Menge Äste

Du musst zuallererst die Tannen zurechtschneiden. Im Prinzip benötigst du vor allem handförmige Teile. Diese «Hände» bestehen jeweils aus einem zentralen Teil und von dort abzweigenden Trieben. Beim Zerlegen der Äste bekommst du automatisch auch leicht verstümmelte Tannenstücke, bei denen gewissermassen der «Mittelfinger» fehlt. Keine Sorge, die kannst du auch verarbeiten.

Lege den Strohkranz vor dir auf den Boden und beginne mit der ersten Schicht des Kranzes. Da diese Teile später fast komplett unsichtbar sind, darfst du hier auch die weniger schönen Tannenteile benutzen. Lege jeweils drei «Tannenhände» auf den Kranz: einen handförmigen Wedel oben auf, einen rechts, einen links. Wickle mit dem Blumendraht (zum Start) mehrmals um den Strohkranz beziehungsweise um die Stiele dieser «Tannenhände». Der Draht wird NICHT durchschnitten, das kommt erst ganz am Schluss.

die erste Schicht

Der Anfang ist geschafft. Nun geht es immer so weiter: Die nächsten drei «Hände» so ausrichten, dass sie den Haupttrieb der ersten Portion bedecken. Erneut wickeln (dieses Mal genügt ein Mal) – und schon kommt die dritte Ladung. Du musst in dieser Phase noch nicht darauf achten, dass alle Pflanzenteile symmetrisch verteilt sind, einfach immer schön weiter wickeln. Um das Rund zu schliessen, musst du die letzte Ladung UNTER den Draht von Portion eins schieben.

schön symmetrisch und übereinander

Verfestige den Kranz, indem du eine komplette Runde Draht wickelst. Einfach immer wieder um alle Äste. Es ist ein bisschen wie beim Päckchenschnüren. Wenn du damit fertig bist, sieht das ungefähr so aus:

mit Draht umwickelt

Jetzt kommt der Feinschliff. Im Prinzip wiederholst du die ersten Schritte, doch dieses Mal kommt es sehr wohl darauf an, dass a) schöne «Tannenhände» verarbeitet werden und diese b) harmonisch verteilt werden. Wenn Runde zwei abgeschlossen ist, solltest du einen Schritt zurücktreten und beurteilen, ob der Kranz schön rund ist. Manchmal braucht es noch einzelne «Tannenfinger», um Löcher und Lücken zu stopfen. (Auch hier wieder jedes Stück unter den Draht schieben.)

am Optimieren

Der Kranz könnte jetzt schon fertig sein, aber wir wollen ja ein Unikat herstellen, gell? Schneide zirka zehn Zentimeter lange Stücke von deinen anderen Pflanzen ab. Schiebe die Thujawedel, Efeutriebe und so weiter auch wieder unter den Draht. An dieser Stelle kann ich nur empfehlen, mutig zu sein und ein wenig zu experimentieren. Kombiniere ein helleres Grün mit einem dunkleren, verarbeite auch Triebe mit kleinen Früchten, lass ruhig mal ein Blatt aus der Reihe tanzen. Es gibt nicht DIE richtige Verteilung. Das ist alles Geschmackssache. Ich mag es beispielsweise weniger akkurat und gerne etwas verwuschelt.

fast fertig

Sieht hübsch aus, oder? Ich habe für mein Beispiel nun einfach noch Kerzenhalter und Kerzen ergänzt. Ausserdem noch rote Beeren und getrocknete Apfelscheiben, die sich prima mit Römerhaften fixieren lassen. Du könntest aber auch noch Nüsse, Zapfen oder sogar Minichristbaumkugeln feststecken. Es gibt übrigens auch keine Regel, die besagt, dass die Kerzen rot, gleich gross und gleichmässig verteilt werden müssen.
Zum Schluss habe ich noch einen letzten Tipp: Wenn du dich für Stumpenkerzen entschieden hast, findest du oft keine passenden Halter. Knipse zehn Zentimeter unbeschichteten, dicken Draht ab. Erhitze ein Ende über einer Flamme. Wenn der Draht schön heiss ist, lässt er sich super in den Boden der Kerze schieben. Fertig ist der Kerzenhalter.

Nach der oben beschriebenen Methode lassen sich natürlich auch Türkränze binden. Dort empfehle ich aber klar einen dünnen Metallring als Basis. Du erhältst solche Reifen ebenfalls im Bastelgeschäft.

Viel Spass beim «Chränzle»!
Miss L.

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