14. Oktober 2017

Miss L. bedruckt Packpapier

Erinnerst du dich an die Zeit, als alle Kinder Stempel aus Kartoffeln (Herdöpfel) geschnitzt haben? Lass uns diese Tradition wiederbeleben! Allerdings plädiere ich für Sellerie, Peperoni und Mais. Viel facettenreicher, viel cooler.

Lesezeit 3 Minuten

Heute zeige ich dir, wie du dein eigenes Geschenkpapier herstellen kannst. Werkelst du alleine, entstehen dabei mit wenig Aufwand trendige Designs. Hast du hingegen fleissige Helfer (mit kleinen Händen), solltest du dich weniger auf das Ergebnis und mehr auf das gemeinsame Basteln freuen ;)

Das braucht es alles

Das brauchst du

- Jede Menge Gemüse. Es gibt dabei keine richtige oder falsche Art, probiere es einfach aus! Was ich aber sagen kann: Je stabiler die Pflanze ist, desto schöner wird das Druckergebnis. Besonders begeistert hat mich beispielsweise Stangensellerie, da das Gewächs gleich für mehrere sehr unterschiedliche Stempelvorlagen taugt. Maiskolben sind auch toll (egal, ob frisch oder vorgekocht), Peperoni und Peperoncino sowieso. Sehr effektvoll sind übrigens auch die Strünke von Spitzkohl, Lattich oder Chicoree. Wenn du die Pflanzenböden im rechten Winkel schneidest, erhältst du Rosetten-Stempelvorlagen. Baumringartige Strukturen erhält man hingegen mithilfe von Lauch oder Zitronengras. Und so weiter und so fort ...
- Acrylfarben
- eine Rolle dickeres Packpapier
- Stempelschwämmchen in unterschiedlichen Grössen (zur Not geht auch ein Spülschwamm, aber damit arbeitet es sich weniger präzise)
- ein scharfes Gemüsemesser mit breiter Schneide
- Schneidebrett

Und so wirds gemacht

Schneide gleichmässig grosse Stücke von der Packpapierrolle ab, fülle die Druckfarbe in ein Schälchen und lege die Stempelschwämme bereit. Jetzt gehts dem Gemüse an den Kragen. Welche Schnitte möchtest du anbringen? Du kannst den Staudensellerie beispielsweise direkt über dem Ansatz schneiden und erhältst eine Rosette. Stutzt du einen Trieb bekommst du einen asymmetrischen Mehrfachstempel, ein Mal der Länge nach durch den Hauptstängel ergibt eine längliche Vorlage. Wenn du ein Blumenkohlröschen teilst, erhältst du ein Bäumchen, die Peperoni ist – abhängig von der Schnitthöhe -entweder eine Art Ring oder dreifach unterteilt. Nur der Mais lässt einem wirklich wenig Auswahlmöglichkeiten …

Sobald du deine Stempel erstellt hast, solltest du zügig arbeiten. Ein Teil der Pflanzenteile trocknet ein oder quillt auf. Das führt alles dazu, dass die an sich glatte Schnittkante uneben wird. Mit anderen Worten: Es zerstört den Stempel.

Die Sellerie muss dran glauben

Tupfe die Schnittseite immer sanft mit Farbe ein. Es braucht keine Unmengen, sondern eine zarte Schicht. Und drucken! Du wirst schnell merken, was funktioniert – und was nicht.

viele Druckmöglichkeiten

Im Prinzip ist das schon die ganze Hexerei. Nun noch ein paar Worte zur Gestaltung von Mustern: Versuche, ungewöhnliche Raster zu entwickeln, indem du eben nicht nur stur durchstempelst. Versetze die Abdrücke von Reihe zu Reihe, um ein lebendigeres Ergebnis zu erzielen, kombiniere grosse mit kleinen Stempelvorlagen, spiele mit Farbschattierungen und vielleicht sogar mit Glitzerfarbe. Besonders edle Ergebnisse erzielst du mit Schwarz auf braunem Packpapier.

Gib bitte nicht zu früh auf! Es ist normal, dass die ersten Geschenkpapierbögen noch sehr nach Kindergarten und weniger nach Design ausschauen. Einfach weiter Gemüse zerschneiden und dranbleiben! Irgendwann hast du den Dreh raus.

Fertig, mit schwarzer Etikette

Viel Spass beim Drucken!
Miss L.

Hier noch ein Buchtipp zum Thema: Stempeln, drucken und schablonieren. Das Werkstattbuch für Kinder. Von Eva Hauck und Dorina Tassmann, Haupt Verlag 2017, ISBN 9783258601687

Der druckfrische(!) Titel beinhaltet viele weitere ähnliche Projektvorschläge. Weil ich das Buch so schön fand, darf ich zwei Exemplare auf dem Miss-L.-Facebook-Kanal verlosen.

Instagram
Facebook
Pinterest

Logo MissL

Benutzer-Kommentare