23. September 2017

Miss L. gestaltet eine Erinnerungsbox

Wie du mit mit wenig Aufwand ein Foto auf einen Holzuntergrund überträgst.

Miss L überträgt Fotos
Lesezeit 3 Minuten

Obwohl meine Kinder schon lange nicht mehr «klein» sind, schleppen sie immer noch Unmengen von Fundstücken an, die jeweils extrem bedeutungsvoll sind. Steine («Kristalle»), magische Federn, Zettelchen, Selbstgebasteltes und so weiter und so fort. Nur wohin mit all dem Krimskrams? Hier mein Vorschlag: Ab damit in eine Erinnerungsbox! Aber bitte nicht in irgendeinen Pappkarton, sondern in eine mit einem Foto personalisierte Kiste. Ich habe dafür zum ersten Mal mit einem Fototransfermedium gearbeitet.

Das brauchst du

Das brauchts

- ein Fototransfermedium (das Originalprodukt stammt aus den USA und heisst Mod Podge. Es gibt aber eine Vielzahl gleichwertiger Alternativprodukte. Der eine Hersteller nennt das dann Foto Potch, der andere Photo Patch.) Es handelt sich dabei immer um eine Art Kleber auf Wasserbasis, mit dessen Hilfe sich Farbpigmente auf Untergründe übertragen lassen.
- ein mit Laserdrucker angefertigtes Foto deiner Wahl (auf normalem Kopierpapier)
- Holzuntergrund (in meinem Fall Kistendeckel)
- Malerkrepp
- Pinsel
- Haushaltsschwamm
- (eventuell Acrylfarben zum Bemalen des Holzes)

Und so wirds gemacht

Du musst dich zuallererst entscheiden, welches Foto du verwenden möchtest. Bunt oder schwarz-weiss, Porträt oder Landschaftsbild? Vergiss nicht, das Motiv vor dem Ausdruck zu spiegeln, wenn Menschen oder Schriftzüge darauf abgebildet sind.
Du musst dir ausserdem überlegen, wie du das Foto positionieren willst. Wenn das zu übertragende Foto auf dem Heimdrucker entstanden ist, kann es maximal DIN A4 gross sein. (Willst du eine grössere Fläche übertragen, muss der Ausdruck im Copyshop gemacht werden.)

Malerkrepp und Massstab

Stelle sicher, dass der Holzuntergrund sauber und trocken ist. Klebe nun die Fläche, auf die der Ausdruck aufgelegt werden soll, mit Malerkrepp ab. Streiche die Holzfläche grosszügig mit dem Medium ein. (Schütteln vor dem Öffnen nicht vergessen.) Achte darauf, dass diese Schicht an allen Stellen einigermassen gleich dick ausfüllt. Ich finde, dass ein breiter Pinsel besonders gut geeignet ist, es geht aber auch mit einem Haushaltsschwamm. Arbeite zügig, da der Kleber schnell trocknet. Verfahre genauso mit der Bildseite des Fotoausdrucks.

Lege nun das Foto mit der Bildseite nach unten auf den Untergrund. Der Foto-Patch weicht das Papier praktisch augenblicklich auf. Wenn du das Papier nun glatt streichst (und dieser Schritt ist sehr wichtig), musst du mit Fingerspitzengefühl vorgehen, sonst reisst das Motiv. Kleinere Fotos lassen sich logischerweise einfacher auflegen als grössere. Überall dort, wo es dir nicht gelingt, Falten oder Blasen auszuarbeiten, wird das Foto nicht übertragen. Das kann übrigens auch zu sehr spannenden Effekten führen.

Papier auf der Holzbox

Der nächste Schritt wird kontrovers diskutiert. Ich pinsele nun nochmals eine Schicht Patch auf, damit das Papier auch wirklich gleichmässig durchfeuchtet wird. Es gibt aber Bastler, die davon abraten, da das Mehr an Patch auch bedeuten kann, dass der Ablöseprozess komplizierter wird.

Motiv kommt zum Vorschein

Bei dem von mir verwendeten Produkt geht es nun sehr schnell. Nach ungefähr anderthalb Stunden ist der Patch angetrocknet. Bitte lies unbedingt die Anleitung durch, es gibt auch Transfermedien, die langsamer abbinden. Fülle eine kleine Schale mit Wasser und betupfe die Rückseite des Ausdrucks mit einem leicht feuchten Haushaltsschwamm. Das Papier löst sich relativ schnell auf und kann nun mit leichtem Druck weggerubbelt werden.
Auch hier gilt: Fingerspitzengefühl ist gefragt. Die grösseren Papierreste verschwinden im Handumdrehen, kleinere Faserreste müssen etwas länger bearbeitet werden. Und manchmal kann es passieren, dass auch das übertragene Foto Schaden nimmt. Ich schätze, das ist vor allem auch eine Frage der Übung.

In meinem Fall war der Vintage-Effekt durchaus gewollt. Nachdem ich die meisten Papierreste entfernt hatte, bin ich dann nochmals mit der rauen Schwammseite über die Randbereiche des transferierten Fotos gegangen, um kleinere Schäden in die Oberfläche zu bringen.

beschädigte Oberfläche

Im Gesichtsbereich war ich hingegen etwas vorsichtiger:

Gesichtsbereich mit weniger Schäden

Um die Box noch etwas mehr auf alt zu trimmen, habe ich sie auch noch mit matten Acrylfarben angemalt und vor allem den Deckel doppelt angestrichen, erst gelb und dann türkis.

fertiges Produkt

Viel Spass beim Nachmachen!

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Möchtest du noch weitere Inspirationen zum Thema Fototransfer?
Dann empfehle ich dir das Buch Lieblingsbilder. DIY-Projekte mit Fotos von Ina Mielkau, erschienen 2017 (Haupt-Verlag), ISBN 9783258601588. Ich verlose auf meinem Miss-L.-Facebook-Kanal zwei Exemplare des sehr schönen Titels.

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