14. August 2017

Auf Streifzug durch Barcelona

Der Migros-Industriebetrieb Micarna schickt seine Mitarbeiter in europäische Grossstädte. Zum Beispiel Barcelona. Dort sucht Produktentwickler Thierry Despont mit Arbeitskollegen nach unbekannten Lebensmitteln und kulinarischen Innovationen.

Thierry Despont (Zweiter von links) und seine Reisegruppe auf ihrer «Foodtour» durch die Gassen Barcelonas.

Man schiebt sich zwischen Obstständen und Fischverkäufern hindurch. Meterhoch türmen sich Früchte, Fleischkeulen hängen von der Decke der Marktstände, dazwischen stehen schokoladeüberzogene Süssigkeiten. La Boqueria, die bekannteste Markthalle Barcelonas, gleich an der Flaniermeile Las Ramblas, ist ein Ort grosser Nahrungsmittelvielfalt und der permanenten Reizüberflutung.

Besonders für Touristen, die sich an dieses Durcheinander von Farben, Lebensmitteln und unbekannten Düften gewöhnen müssen. Aber genau deshalb hat sich eine Gruppe von sechs Mitarbeitern des Migros-Industriebetriebs Micarna auf kulinarische Entdeckungstour durch Barcelona begeben. Sie wollen Ideen sammeln, Neues kennenlernen und über den Tellerrand
hinausblicken.

Micarna-Mitarbeiter in der berühmten Markthalle von Barcelona, La Boqueria.

«Innoweeks» nennt der Fleischverarbeiter der Migros dieses Programm. Dabei schwärmen seine Mitarbeiter in verschiedene europäische Grossstädte aus und durchforsten die lokalen Supermärkte und Markthallen nach unbekannten Lebensmitteln, Verpackungen, Ernährungstrends und Gastrokonzepten. Neben Barcelona auch in London, Berlin, Kopenhagen und Paris. «Es geht darum, neue Strömungen und Ideen zu erfassen, aus denen sich konkrete Projekte für uns entwickeln lassen», sagt Micarna- Kommunikationschef Roland Pfister.

Den spanischen Ibérico-Schinken gibt es hier in 100 verschiedenen Sorten.

Die Städtetrips sind also kein touristisches Freizeitvergnügen, sondern haben einen rein beruflichen Hintergrund. Dementsprechend straff ist beispielsweise die Woche in Barcelona durchgeplant. Tagwache um sieben Uhr, anschliessend Besprechung des Tagesprogramms, und gegen acht Uhr marschieren die Micarna-Mitarbeiter durch die Gassen der spanischen Grossstadt.La Boqueria ist längst nicht die einzige Sehenswürdigkeit. 100 verschiedene Schinkensorten Der Reiseleiter ist Thierry Despont und eigentlich Leiter Produktentwicklung Geflügel bei der Micarna in Courtepin FR. «Vor 20 Jahren war ich mal hier in Barcelona, aber ich kenne die Stadt nicht.»Beeindruckt zeigt er sich von der enormen Auswahl an Schinken. «Den spanischen Ibérico-Schinken gibt es hier in 100 verschiedenen Sorten und in unterschiedlichsten Qualitätsstufen. Und das nicht nur in den Markthallen, sondern auch im Supermarkt.»

Auf den kleinen Märkten der Stadt finden Gespräche mit den Verkäufern statt und immer wieder wird degustiert, von einheimischen Fischen bis zur international bekannten Crema catalana. «Wir essen sehr viel hier», sagt Thierry Despont. Die Micarna-Mitarbeiter lernen die spanische Küche aber auch als Köche kennen. In einem Kellergewölbe werden die zuvor auf einem Markt eingekauften Lebensmittel in einem Kochkurs zu verschiedenen Menüs gekocht – Gazpacho, Carpaccio oder Fisch-Paella.

Neben dem Essen und Degustieren, sollen die Tage in Barcelona aber auch einen Einblick in die Herstellung und die Entwicklungstrends von Lebensmitteln geben. «Wir besuchen zum Beispiel die Messe ‹Free from food› bei der sich alles um die Entwicklung von Lebensmitteln ohne Gluten, Allergene oder Konservierungsmittel dreht», sagt Despont. «Für uns ist es wichtig, hier möglichst viele verschiedene Eindrücke zu erhalten und verschiedenste Lebensmittel kennenzulernen, auch solche, die auf den ersten Blick nicht zur Micarna passen.»

Zurück in der Schweiz, werden die Ideen der «Innoweek» in Workshops besprochen und konkrete Vorschläge für die Geschäftsleitung ausgearbeitet. «Welche Projektvorschläge wir dank des Aufenthalts in Barcelona an die Unternehmensführung weitergeben, ist natürlich noch geheim», sagt Despont.

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