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Den Ahnen auf der Spur

Wissen Sie, wie Ihr Ur-Ur-Urgrossmutter zum Vornamen hiess, oder sind Sie ein Nachkomme Karls des Grossen? Ahnenforschung ist mühsam und zeitintensiv. Und doch boomt sie. Drei Hobbygenealogen erzählen, was sie an der aufwendigen Suche nach ihren Vorfahren fasziniert. Dazu die Tipps, wie Interessierte «Schritt für Schritt zum Stammbaum» kommen.

Der Virus packte ihn 1984: Damals fand Wolf Seelentag (69) im Nachlass seines Vaters eine kleine Ahnentafel und die familiengeschichtlichen Aufzeichnungen einer Grosstante. Der gebürtige Deutsche wohnte damals bereits in St. Gallen, hatte jedoch keine Ahnung, dass er sogar Vorfahren in Gossau SG hatte – und dann erst noch ­historisch relevante.

Auch Lukas Roth (27) ist infiziert: In den Bücherregalen seines Studios lagern mehrere hundert Manga-Bücher, fein säuberlich nach Ausgaben sortiert. Die grösste Sammlung des Biologiestudenten befindet sich allerdings auf seinem Computer, besser gesagt auf dem Server von myheritage.com, wo Lukas Roth den Stammbaum seiner Familie erstellt hat. Seine Ahnentafel umfasst mehr als 115'000 Einträge und reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Mit der ganzen Welt verbunden
Bern, Basel, Boston und Baltimore: Lukas Roth hat überall Verwandte aufgestöbert. Mit einem Klick scheint er verbunden mit der ganzen Welt. Dabei sitzt er am Schreibtisch unter seinem Hochbett, im Kellergeschoss seines Elternhauses in Heimberg BE. Rund vier bis sechs Stunden pro Woche surft er so auf den Spuren seiner Familie.
«Meine Herkunft hat mich schon immer interessiert», erklärt Lukas Roth die Faszination der Ahnenforschung. «Ich suche nach dem Ursprung.» Ein echter Meilenstein wäre, wenn er das Familienwappen der Roths finden würde. «Aber vielleicht gab es da auch gar nie eines.»

Richtig ins Zeug zu legen begann er sich vor sechs Jahren, als ein entfernter Verwandter aus den USA bei seiner Tante zu Besuch war. Dieser interessierte sich ebenfalls für die Familiengeschichte. In Nordamerika ist die Ahnenforschung eines der beliebtesten Hobbys. Auch sonst scheint Lukas Roth familiär vorbelastet zu sein: Schon der Grossvater väterlicherseits hatte einen Stammbaum erstellt.

Lukas Roth

«Ich suche nach dem Ursprung», sagt Lukas Roth.

Dank des Internets kann Roth allerdings auf ganz andere Quellen und Mittel zurückgreifen. Mit ein Grund, warum die Ahnenforschung seit Anfang der 2000er-Jahre einen neuen Boom erlebt. Viele Archive sind heute online zugänglich, die Community der Ahnenforscher unterstützt sich gegenseitig in Foren, und auf Facebook gibt es diverse Gruppen zum Thema. Viele Plattformen funktionieren vergleichbar wie Wikipedia: User erstellen Datensätze über ihre Vorfahren, und wo verschiedene Nutzer gemeinsame Vorfahren haben, lassen sich ganze Äste des Stammbaums übernehmen. So musste Lukas Roth nur um die vier Prozent seiner Ahnen selbst ausfindig ­machen und erfassen – das waren allerdings immer noch stattliche 4000 Personen.

Dass es so viele Übereinstimmungen gibt, überrascht nur auf den ersten Blick. Die Zahl der Vorfahren verdoppelt sich mit jeder Generation und steigt so exponentiell an: Wenn man 500 Jahre zurückgeht, also etwa 20 Generationen, hat jeder von uns rechnerisch zwei hoch zwanzig Vorfahren, das heisst eine Milliarde. Eine gewaltige Zahl, wenn man bedenkt, dass Ende des Mittelalters bloss 500 Millionen Menschen auf der Erde lebten.

Mühelos von Generation zu Generation
Die Zahl der Vorfahren ist allerdings kleiner als die Hochrechnung suggeriert: Familienforscher sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Ahnenverlust. Er entsteht, wenn entfernte Verwandte miteinander Kinder gezeugt haben, was nicht selten vorkommt. Roths Eltern etwa sind Cousins 7. Grades. Sie hatten gemeinsam Ururururururgrosseltern, die Anfang des 18. Jahrhunderts geboren wurden.
Grade, Linien, Äste. Väterlicherseits und mütterlicherseits. Heimatorte, Geburtsdaten, Todestage. Erzählt Lukas Roth von seinen Ahnen, ist man als Zuhörer schnell überfordert, während er selbst gedanklich mühelos von Generation zu Generation springt und sich dabei nie in den Verästelungen verirrt.

Auch den Erzählungen von Wolf Seelentag kann man nur mit Höchstkonzentration folgen. Die Fülle droht den Zuhörer schlicht zu erschlagen. Dabei wäre die Familiengeschichte des pensionierten Medizinphysikers durchaus spannend, wenn es ihm gelänge, sich kurz zu fassen: Josef Anton ­Contamin von Gossau SG (1702–1757) war Reichsvogt für die Fürstabtei von St. Gallen. Das heisst, er trieb unter anderem Steuern für den Abt ein, der zugleich Reichsfürst war. Der Neffe dieses Contamin hingegen wollte den Obolus nicht mehr zahlen und zettelte gemeinsam mit anderen einen Aufstand an, der in die Geschichtsbücher als die «Revolution von St. Gallen» einging.

Ein Revoluzzergen hat Nachfahre Seelentag bei sich selbst bisher nicht entdeckt: «Man sieht an diesem Beispiel, wie sich die Charaktere bereits unter relativ nahen Verwandten unterscheiden. Der Onkel war regierungstreu, sein Neffe nicht.» Darum bezweifelt er, dass sich aufgrund der Ahnenforschung Rückschlüsse zum eigenen Ich ziehen lassen.

Viele Ahnenforscher sind auf der Suche nach blauem Blut in ihren Adern. Eine Obsession, die Rentner Seelentag nicht teilt. «Mich faszinieren das spannende Detektivspiel und Geschichte ganz allgemein.» Wichtig sei ihm dabei, hinter Familiennamen und Geburtsdaten zu blicken und dabei möglichst wissenschaftlich zu arbeiten. Darum nutzt Wolf Seelentag, der auch als Vizepräsident der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz amtet, wo immer möglich Primärquellen.

Die Ehefrau trägts mit Fassung
Da er mit diesem Ansatz in seiner ­eigenen Familiengeschichte nur noch mit aufwendigen Reisen weiterkommen würde, nimmt Seelentag heute Anfragen aus aller Welt entgegen und geht Hinweisen zu Personen aus dem Kanton St. Gallen nach – unentgeltlich, weil man sich unter Ahnenforschern unterstützt.

Zwei bis drei Stunden pro Tag investiert der Pensionär in sein Hobby. Sehr viel Zeit verbringt er im Stadtarchiv St. Gallen, wo er alte Dokumente im Original lesen kann. Seine Frau, sagt er, trage es mit Fassung. Besonders interessant sind für ihn die Ratsprotokolle: «Da stehen Dinge, die heute als privat gelten würden.» So seien etwa Ehestreitigkeiten vermerkt oder wenn jemand seine Schulden nicht gezahlt habe oder sonst aus der Reihe getanzt sei.

Hobbyforscher Seelentag glaubt nur, was er mit eigenen Augen gesehen und selber überprüft hat. Er steht der Übernahme ganzer Äste eines Stammbaums, wie das Jungforscher Lukas Roth tut, deshalb skeptisch gegenüber: «Es gibt leider viele, die nicht sauber arbeiten.» Zudem schlichen sich beim Übersetzen und Entziffern von alten Dokumenten schnell Fehler ein, die sich lawinenartig im Netz verbreiten würden, wenn jeder von jedem abschriebe.

Primärquellen vor 1800 sind oft in Latein und immer in alter deutscher Schrift verfasst. Dazu kommen früher gängige Abkürzungen, die heute nur noch Kenner richtig interpretieren können. Ein Beispiel: Der Monat November wird in Dokumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert oft mit 9bris abgekürzt (abgeleitet vom lateinischen novem): Novizen lesen das dann als September – und schon ist jemand zwei Monate früher geboren oder verstorben.
Solche Anfängerfehler möchte Wolf Seelentag Jungforscher Roth nicht unterstellen. Stattdessen begrüsst er, dass sich heute vermehrt auch Junge für die Ahnenforschung interessieren. «Es ist ideal, wenn man schon in jungen Jahren beginnt, dann kann man die Grosseltern noch befragen.»

Corinne Iten

«Namen und Daten sind nur Ausgangspunkt. Richtig spannend wirds später», sagt Corinne Iten.

Dieser Meinung ist auch Corinne Iten (38) aus Gisikon-Root LU. Die Sachbearbeiterin beschäftigt sich seit knapp zehn Jahren intensiv mit ihren Vorfahren. Ihre Wurzeln reichen bis nach Oberbayern, Unterfranken und Westböhmen. Zudem erforscht sie alle Iten-Familien aus dem Kanton Zug, die zwischen 1850 und 1940 in die USA oder nach Frankreich ausgewandert sind.

Neben ihrer eigenen Ahnenforschung, die sie auf einer Website akribisch dokumentiert, beantwortet sie auch Fragen in kostenlosen Foren in drei Sprachen. Dabei hat sie sich auf Auswanderer nach Nordamerika sowie Kriegsschicksale in den beiden Weltkriegen spezialisiert: «Ich versuche stets, die Originaldokumente zu finden, diese richtig zu interpretieren und zu übersetzen.»

Über das «Schweizerische Handelsamtsblatt» aus dem Jahr 1979 hat sie herausgefunden, dass ihre Grosstante ihre Wirtschaft mit Mercerieladen in Fischingen TG bis ins hohe Alter von 78 Jahren geführt hat. Aus einer Kriegsstammrolle, einer Art Personalakte für Soldaten, weiss sie, dass ihr Urgrossonkel Anselm Beinberger am 3. September 1915 um 2.15 Uhr durch Minensprengung im Feldunterstand verschüttet wurde. Und aus einer Firmendokumentation hat sie erfahren, dass entfernte Verwandte von ihr Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA die Iten Biscuit Company gründeten. Die Familie war sozial engagiert, finanzierte Kinderspielplätze – und darum wurde letztlich sogar ein Footballstadion nach ihr benannt.

Auf die Frage, warum sie so viel Energie in ihr Hobby stecke, verweist Corinne Iten auf ihre Website: «Schauen Sie, was ich alles über meine Familie herausgefunden habe. So viele kleine Puzzlesteine. Das ist einfach faszinierend.» Namen und Daten seien nur der Ausgangspunkt: «Spannend ist, was man darüber hinaus noch finden kann.»
Zu finden gibt es unendlich viel. Denn theoretisch liesse sich der Stammbaum bis Adam und Eva zurückverfolgen. Das ist das Dilemma aller Ahnenforscher: Die Suche nach dem Ursprung wird irgendwann eine Begegnung mit der Unendlichkeit. 

«Ein Versuch, die eigene Sterblichkeit zu überwinden»

Alfred Messerli (63) ist Professor am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich.

Alfred Messerli, warum interessieren sich Menschen für ihre Vorfahren?

Ahnenforschung ist ein Versuch, die eigene Sterblichkeit zu überwinden. Dank der Vorfahren sieht man sich als Teil einer grossen Linie, als Teil vom Ganzen. Und indem man die Geschichte der eigenen Familie aufarbeitet und diese verschriftlicht, etwa in einem Stammbaum, hinterlässt man der Nachwelt etwas – und verschwindet dereinst nicht spurlos.

Kann Ahnenforschung zur Identitätsfindung beitragen?

Die Vorstellung ist etwas sehr romantisch. Natürlich lassen sich gewisse Rückschlüsse ziehen. Die Familiennamen etwa gehen oft auf Berufe, Ortschaften oder Eigenschaften zurück. Aber man sollte sich bewusst sein: Die Vergangenheit ist immer auch eine Konstruktion. Man muss aufpassen, dass man sich aus der Fülle von Informationen nicht einfach das herauspickt, was einem gerade passt.

Manche Historiker belächeln die Genealogie. Zu Recht?

Nein, nicht unbedingt. Ich selbst bin als Wissenschaftler schon auf Arbeiten von Ahnenforschern gestossen, für die ich sehr dankbar war. Da steckt oft unglaublich viel Aufwand ­dahinter. Arbeiten Hobby­forscher ­seriös – also mit Quellen, die sich überprüfen lassen –, ­können sie einen wichtigen ­Beitrag zur Alltagsgeschichte der kleinen Leute leisten.

 

Erschienen in MM-Ausgabe 1
3. Januar 2017

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Tipps für Anfänger

Schritt für Schritt zum Stammbaum

Wer sich ein Stammbaum-Projekt vorgenommen hat, aber erstmals Genealogie betreibt, stellt sich am besten vorab die fünf folgenden Fragen:

1. Was will ich erreichen?
Suchen Sie Infos zu Ihrem Urgrossvater, und reicht Ihnen am Ende eine direkte Vorfahren-Linie von fünf Generationen? Oder wollen Sie möglichst alles über die Grossfamilie wissen, mit allen Verästelungen? Bei Variante 1 genügen oft einige Recherchen und zwei bis drei Tage unterwegs. Andernfalls sollte man sich eingestehen, dass man für längere Zeit ein aufwendiges Hobby pflegt, das gemeinhin in einige Wochen bis ein paar Monate Arbeit ausartet. Umso mehr, wenn man die Ergebnisse auch für viele andere zugänglich machen will – die Familie, darunter Nachkommen, die von der Entstehungsgeschichte vielleicht nichts mitbekommen haben.

2. Welche Kontaktpersonen können helfen?
Viele nehmen sich bei Stammbaum-Projekten gleich die schwierigsten Fragen vor, suchen in etlichen Archiven nach Verstorbenen, von denen sie kaum etwas wissen. Dabei geht vergessen, was noch lebende Angehörige zur Ahnenforschung beitragen könnten. Also unbedingt im engeren Umkreis beginnen, die Kenntnisse zu sichern und auszuweiten. Neben Daten auch mit Fotos, Geburtsschein oder Familienbüchlein, vielleicht Totenschein, gar Tagebüchern oder Schulheften. Manchmal erzählen schon Onkel und Tante einiges, was die (Gross-)Eltern nicht wissen. So erfährt man mehr über gesuchte Personen, oder erhält nützliche Hinweise, wo man mit weiteren Recherchen ansetzen kann. Wichtiges unbedingt aufschreiben, wenn (noch) nicht mit Stammbaum-Software, dann übersichtlich in Word oder Excel.
TIPP: Nach dem Abklappern dieser persönlichen Kontakte empfiehlt es sich, eine Einschätzung vorzunehmen. Sind die Chancen genug gross, das gesteckte Ziel der Familienforschung überhaupt zu erreichen?

3. Wann und wohin reisen?
Immer mehr historische Datensammlungen oder Archive von Zeitungen sind online verfügbar, oder Auszüge sind erhältlich. Vieles an wertvollem Datenmaterial von Gemeinden oder Kantonen bleibt jedoch aus Datenschutz- und anderen Gründen offline. Gerade Staatsarchive lohnen oft mehrstündige Aufenthalte, auch Dokumente wie die Bürgerbücher am Bürgerort des jeweiligen Vorfahren. Gerade bei (Staats-)Archiven heissts: zuvor auflisten, welche Informationen zu bestimmten Verwandten man sich erhofft. Und danach beim Archiv abklären, wie die Chancen stehen, dass man zu bestimmten Punkten vor Ort weiterkommt. Vielleicht hilft sogar jemand beim Heraus-Suchen von Dokumenten oder bereitet diese gar vor Ihrem Kommen vor. Etwas weniger gilt das für weitere wichtige Informationsquellen: Standesämter und (Vorgänger der) Einwohnerkontrollen. Hier unterscheiden sich die verfügbaren Daten weniger. Nicht zuletzt bringen auch Kirchenbücher oft wertvolle Erkenntnisse.

4. (Ab) Wann arbeitet man mit spezifischen Programmen?
Nutzt man eine etwas luxuriösere, zahlungspflichtige Genealogie-Software wie z.B. 'Der Stammbaum'? Betreibt man grossen Aufwand (siehe Frage 1) und möchte etwas in sich Stimmiges abschliessen, empfiehlt sich diese Ausgabe – auch schon ab einem frühen Stadium der Recherche: sobald man die ersten paar gesicherten Lebensdaten der Vorfahren in Erfahrung gebracht hat. Allerdings kann man auch längere Zeit mit Gratisversionen oder ausschliesslich kostenlosen Programmen gute Ergebnisse erzielen.

5. Welche Hilfsmittel nutzt man daneben?
Sobald erste gesicherte Daten vorliegen, lohnt es sich je nach Familiengeschichte und der Biografie gesuchter Vorfahren, bestimmte Quellen der Armee zu studieren, aber auch Publikationen von Berufsgruppen, Universitäten oder die Einwanderer-Registration (USA-Auswanderer!). Historische Sammlungen und Portale gilt es zu konsultieren, Zeitungsarchive u. v. a. m.
Nicht zu vergessen sind digitale Hilfen bei der Arbeit, die mit den Stammbaum- und Biografiedaten direkt nichts zu tun haben, etwa Übersetzungsprogramme.

Datenbanken und Archive

Die Einstiegsseite: Die Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung betreibt ein Portal mit Infos zu Quellen, Veranstaltungen und Berufsgenealogen.
www.sgffweb.ch

Das Schweizer Forum: Das Geneal-Forum ist die in der Schweiz bekannteste Diskussionsplattform für Ahnenforscher.
www.geneal-forum.com

Myheritage: Das Portal hat nach eigenen Angaben weltweit 84 Millionen Nutzer und ist in 42 Sprachen verfügbar. Hier lassen sich unter anderem virtuelle Stammbäume erstellen. Die Basisversion ist kostenlos.
www.myheritage.com

Die Daten der Mormonen: Für die «Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage» ist Ahnenforschung ein Teil der Religion. Die Mormonen archivieren seit Jahrzehnten rund um den Globus alte Kirchenbücher auf Mikrofilm und ­speichern die Angaben in ihrer Genealogie-­Datenbank. Sie ist mit rund 650 Millionen Ein­trägen inzwischen die ­grösste ­Genealogiedatenbank der Welt – und frei zugänglich.
www.familysearch.org

Das Familiennamenbuch: Es enthält Angaben zu insgesamt 48'500 Familien, die 1962 in einer Schweizer Gemeinde ein Bürgerrecht besassen.
www.hls-dhs-dss.ch

Die Seite von Corinne Iten: Neben der eigenen Familiengeschichte bietet sie Tipps für Einsteiger und weitere Links.
www.iten-genealogie.jimdo.com

Staatsarchive: In den Archiven der Kantone werden wichtige Quellen zentral aufbewahrt – etwa Kirchenbücher, Familienregister oder Steuerverzeichnisse. Der Zugang ist je nach Kanton unterschiedlich geregelt und zum Teil kostenpflichtig.

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6 Kommentare

Maya Frei [Gast]

Geschrieben vor
1 Woche, 5 Tagen

Auch ich (70 J.) betreibe Genealogie seit dem 25. Altersjahr. Anfangs sehr zögerlich, doch dann immer intensiver. Früher war das Problem auf dem Pfarramt, das gewisse Pfarrherren sehr misstrauisch und negativ eingestellt mir gegenüber waren. Heute sind die meisten Pfarrbücher zentral auf einem behördlichen Archiv gelagert. Das gibt ein anderes Problem - das finanzielle, sowie das administrative. So muss ein Gesuch zur Bewilligung eingereicht werden, das je nach Kanton von 50.-- bis 100.-- Fr. kostet und dieses ist nur gültig für einen Familiennamen! Auch ist diese Bewilligung zeitlich beschränkt (ca. 1 Jahr). Auch muss man für den Besuch eines Archivs meistens vorher einen Termin vereinbaren und dieser kann manchmal sehr schnippisch mitgeteilt, erst vielleicht in einem halben Jahr gebucht werden. Wenn man dann mit Einverständnis der Familie Geburtsurkunden (resp. Kopien aus den Pfarrbüchern) schriftlich bestellt, so kostete mich diese einmal Fr. 300.-- für 5 Kopien. Hobby kosten nun mal!
Aber Gott sei Dank ist es nicht überall so, man muss damit klar kommen.
Aber es ist und bleibt für mich interessant.

Roman Keller [Gast]

Geschrieben vor
2 Wochen

Sehr interessant danke ! Meine Grossmutter hatte sich früher mit Genelaogie beschäftigt. Nun versuche ich die Arbeit etwas fortzusetzen, solche Beiträge sind ein guter Einstieg und Leitfaden für mich.

Sigg Georg [Gast]

Geschrieben vor
2 Wochen

Was in diesem Beitrag leider nicht erwähnt wird ist die DNA-Genealogie. Deren Resultate können die Forschungsrichtung günstig beeinflussen. Für Schweizer Bürger gibt es die Möglichkeit die Familienscheine bis ins Jahr 1876 zurück von den direkten Vorfahren über die Zivilstandsämter zu beziehen. Ein Auszug kostet allerdings um die CHF 50.-- Eine Befragung der noch lebenden Verwandten ist mit Vorsicht zu geniessen. Oftmals kommt es da zu Verwechslungen und phantastischen Geschichten.

 

Wolf Seelentag

Geschrieben vor
2 Wochen

In der Familiengeschichtsforschung gibt es viele Herangehensweisen und Quellen: DNA-Analysen, Familienscheine oder die Befragung von Verwandten sind nur 3 Beispiele; sie führen zu verschiedenen Zielen und alle haben ihre eigenen Fehlermöglichkeiten, die berücksichtigt werden müssen. Ich habe einen Fall, wo laut Kirchenbuch eine Witwe wieder geheiratet hat - zwei Monate vor dem Tod des ersten Ehemannes: beim Abschreiben seiner Notizen ins Kirchenbuch hatte der Pfarrer zwei Eheschliessungen vertauscht. Ich habe einen anderen Fall, wo im Familienschein ein falscher Bürgerort angegeben ist. Auch bei "Primärquellen" sind also Fehler möglich ... auch sie sind also mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen: wo Menschen am Werk sind, passieren Fehler. Beim Befragen von Verwandten zur "Familientradition" ist zugegebenermassen eine noch grössere Vorsicht anzuwenden: je weiter Ereignisse zurückliegen, je öfter also weitererzählt wurde, desto häufiger ist eine Tendenz zur "Ausschmückung" festzustellen. Aber ... wenn es um mehr geht, als um Namen und Daten, wenn man an der Familien"geschichte" interessiert ist, dann ist die Befragung von Verwandten unverzichtbar, weil Vieles aus anderen Quellen (Zivilstandsregister, Kirchenbücher, ...) einfach nicht hervorgehen kann.

 

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