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Apropos Frauentag

Am 8. März war Internationaler Frauentag. Ich habe in den Tagen danach oft über die Reaktionen dazu nachgedacht und gemerkt: Noch immer macht das Wort Feminismus einigen Menschen Angst.

Es sind Menschen, die nicht begriffen haben, dass alle von der Gleichstellung profitieren. Zum Beispiel Buben, die gehänselt werden, wenn sie weinen. Jungs, die in der Pubertät einen enormen Druck verspüren, den Vorstellungen von «Männlichkeit» zu entsprechen. Männer, die jahrelang Unterhaltszahlungen leisten müssen. Oder Väter, die das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren.

Der Vorwurf also, es richte sich gegen die Männer, wenn man sich für ausgeglichene Geschlechterverhältnisse einsetze, ist etwa so absurd wie die Behauptung, dass man etwas gegen die Schweiz habe, wenn man sich für Asylsuchende einsetzt. Oder dass man Weissen feindlich gesinnt sei, wenn man #BlackLivesMatter teilt.

Diese Schlussfolgerung wird jedoch seit Jahrzehnten gezogen. Und das ist ein Problem. Weil wir mit der Diskussion keinen Schritt weiterkommen und deshalb immer und immer wieder von vorn anfangen müssen.

Fakt ist aber: Man erreicht keine Gleichheit, wenn man die benachteiligten Gruppen nicht pusht. Und solange diese Sensibilisierung nicht stattfindet, braucht es mehr Expertinnen an Podiumsdiskussionen, mehr Musikerinnen auf Bühnen, mehr Chefinnen in der Teppichetage.
Weil alles andere eine klare Botschaft vermittelt: Dort oben gehört Frau nicht hin. Dort gehöre ich nicht hin. 

 

Erschienen in MM-Ausgabe 12
20. März 2017

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Anne-Sophie Keller

Eine starke Stimme für die junge Generation: Anne-Sophie Keller berichtet jede Woche über Ereignisse, die ihr wichtig sind.

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3 Kommentare

Peter Hasenfratz [Gast]

Geschrieben vor
1 Woche

Gleichstellung unterstützen wohl alle Menschen in der Schweiz.
Nicht aber den Feminismus. Dessen führende Vertreterinnen in der Schweiz kürzlich im Tagi deklariert haben: Sexismus gegen Männer kann es per Definition nicht geben.
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/ich-als-frau/story/22455834
Feminismus ist heute das grösste Hindernis auf dem Weg zur Gleichstellung (von der dann auch Männer profitieren würden).

Mathias Bachmann [Gast]

Geschrieben vor
1 Woche, 1 Tag

"dass alle von der Gleichstellung profitieren. Zum Beispiel Buben, die gehänselt werden, wenn sie weinen. "

Das erlebe ich als eher theoretische behauptung des Feminismus. In der Praxis kenne ich nahezu ausschließlich das umgekehrte Verhalten gerade von Feministen:
Suchen sie mal in Google nach "male tears", und sie finden massenhaft beiträge von feministen, die sich über "weinende Mäner" lustig machen. "mimimi, Mäner", ist eine absolut typisch feministische reaktion auf alles, wo irgendwer versucht, auf reale typisch männliche Problemlagen aufmerksam zu machen.
Ich kenne kaum jemanden, der derart gehässig, abwehrend und abwertend auf die Nenung von männlichen Problemlagen reagiert wie gerade Feministen.

Wenn Feminismus ernst genommen werden will mit dem Anspruch, für beide Geschlechter positiv zu sein, dass auch Männer davon profitieren würden, so müsste er zuallererst diese Mänerfeindliche attitüde ablegen. Davon kann keine Rede sein - ich habe noch niemelas von einer Feministin eine Distanzierung von solchen Aussagen erhalten, immer nur relativierungen, dass man das ja verstehen müsse, das doch irgendwie Satire sei (lacht), blablub.
Dass das genannte "sich lustigmachen" genau dadurch funktioniert, ist natürlich das Schmankerl obendrauf.

Der real existierende Feminismus löst in keinster Weise das ein, was sie in dieser Aussage behaupten, sondern agiert in exakt ggenteiliger Richtung. Und zwar, außer ein paar wenigen equity-feministen wie Christina-Hoff Sommers (die dafür massiv von allen mainstream-feminismen angegriffen und angefeindet werden), in so ziemlich allen feministischen strömungen. Es nützt daher an der Stele auch nichts, zu behaupten, dass es "den feminismus" ja ga nicht gäbe etc. Es ist geradezu so etwas wie das "einigenede Band" nahezu aller feministischer strömungen, die eine echte Rolle spielen.

Martin Mühlemann [Gast]

Geschrieben am
20. März 2017

Sie schreiben,Männer welche jahrelang Unterhaltszahlungen leisten müssen (kann bis zu 180000 sfr. gehen).Um dies zu Umgehen kann Mann VORHER die 100% sichere Verhütung durchführen lassen.Sperma kann vorher eingefroren werden.Als Tip für Single Männer/Männer ohne Kindwunsch gedacht.

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