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Eine kleine Geste für ehemalige Verdingkinder

Bald ist es offiziell: Ehemalige Verdingkinder können beim Bund ein Gesuch einreichen, um für erlittenes Unrecht entschädigt zu werden. Historiker gehen von 20 000 Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen aus.

Eins der dunkelsten Kapitel der Schweizer Geschichte erfährt eine erfreuliche Wendung: Bis 1981 wurden Kinder und Jugendliche als billige Arbeitskräfte missbraucht, in Heime oder ins Gefängnis gesteckt; Männer und Frauen wurden in Strafanstalten «versorgt», zwangssterilisiert oder gezwungen, ihre Kinder zur Adoption freizugeben.

Die Opfer solcher «fürsorgerischer Zwangsmassnahmen» sollen ab April 2017 entschädigt werden. Ein neues Bundesgesetz sieht eine wissenschaftliche Aufarbeitung und einen Solidaritätsbeitrag von 300 Millionen Franken vor. Dieser indirekte Gegenvorschlag zur «Wiedergutmachungsinitiative» soll den Opfern rasch helfen. Diese können bis am 31. März 2018 beim Bundesamt für Justiz ein ­Gesuch einreichen.

Historiker gehen von insgesamt 20 000 Opfern aus. Erst im April 2013 entschuldigte sich der Bundesrat für das grosse Leid, das den Opfern angetan worden ist. Der Unternehmer Guido Fluri, der seine Kindheit im Heim, bei Pflegefamilien und seinen Grosseltern verbracht hatte, lancierte ein Jahr später die «Wiedergutmachungsinitiative». Aus einem Fonds von 500 Millionen Franken sollten die Opfer eine Wiedergutmachung erhalten. Nach dem Beschluss des neuen Bundesgesetzes zog das Komitee die Initiative zurück.

Am 26. Januar läuft die Referendumsfrist ab. Somit steht der Wiedergutmachung nichts mehr im Weg.

Verdingkinder Fotoausstellung mit Porträts, Käfigturm Bern, bis 17.3.2017

Guido Fluri (50), Unternehmer, «Vater» der Wiedergutmachungsinitiative und Mitglied der «Parlamentarischen Gruppe Fürsorgerische Zwangsmassnahmen»

«Ich wollte lieber ein neues Gesetz statt einen Scherbenhaufen»

Am 1. April 2017 tritt das Bundesgesetz zu den fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in Kraft. Welche Gefühle kommen bei Ihnen auf?
Eine gewisse Erlösung. Endlich erhalten die Opfer die nötige Anerkennung. Als «Vater» der Wiedergutmachungsinitiative ist es mir in erster Linie um diese Wahrnehmung in der Gesellschaft gegangen. Viele unter 30-Jährige wissen beispielsweise nicht, dass es in der Schweiz noch bis Anfang 1980 Zwangssterilisationen gab oder Menschen ohne Gerichtsurteil weggesperrt wurden. Und in den Geschichtsbüchern wird darüber keine Zeile geschrieben.

Seit Anfang Dezember 2016 können sich die Opfer melden. Sie sprachen einst davon, dass die Schweiz 500 Millionen Franken zahlen soll. Mit welchen Beträgen ist zu rechnen?
Der Bundesrat hat den Betrag im Gegenvorschlag auf 300 Millionen Franken reduziert, weil er mit 12 000 bis 15 000 Menschen rechnet, die sich melden. Maximal gibt es 25 000 Franken pro Person.

Wenn sich 20 000 Opfer melden, gibt es pro Person noch 15 000 Franken, was kaum die Therapiekosten abdeckt. In Irland und Norwegen sind die Entschädigungen für ähnliche Fälle um ein Vielfaches höher.
Ich verstehe die Kritik, die sich hinter dieser Frage verbirgt. Aber wir Initianten wollten lieber ein neues, breit abgestütztes Gesetz statt einen Scherbenhaufen. Hätten wir die Volksinitiative durchgezogen, hätte das nochmals fünf Jahre gedauert. Viele Opfer sind aber alt und gebrechlich und brauchen jetzt einen Solidaritätsbeitrag. Spätestens 2018 werden die ersten Zahlungen fliessen. Und nochmals: Es geht nicht nur ums Geld, sondern um die gesellschaftliche Anerkennung des Unrechts. Selbst mit einem Betrag von 100 000 Franken können Sie ein durch fürsorgerische Zwangsmassnahmen verpfuschtes Leben nicht mehr gutmachen.

Wie stark ist Ihr Vertrauen in den Schweizer Rechtsstaat auch heute noch erschüttert?
Ich bin stolz, Schweizer zu sein. Das neue Gesetz zeigt, dass das politische System und die direkte Demokratie funktionieren. Ich führte unzählige Gespräche mit Parlamentariern und musste den Politikern aufzeigen, wie die Menschen gelitten hatten. Gerade von Mitgliedern liberaler Parteien wurde ich anfangs konsequent abgeblockt. Und ich frage mich, was liberal daran ist, wenn Menschen ohne Gerichtsurteil einfach weggesperrt werden. Aufgrund meiner persönlichen Lebensgeschichte habe ich zwar Vertrauen, aber auch eine gewisse Distanz gegenüber dem Staat und seinen Institutionen.

Sie sind selbst in Heimen aufgewachsen. Wie stark belastet Sie das heute noch?
Dank meiner Projekte konnte ich das gut verarbeiten. Ich habe die Guido-Fluri-Stiftung gegründet für Menschen mit ähnlichem Schicksal. Als Heimkind litt ich darunter, dass meine Mutter an Schizophrenie erkrankte, ich viele Jahre später an einem Hirntumor. Und so kümmert sich die Stiftung mit dem Aufbau einer Klinik um seltene Tumore sowie um Schizophrenie. Mein neustes Projekt startet am 1. Februar in ­Zürich: Dort werden wir eine Anlaufstelle für Personen eröffnen, die ­wegen einer Massnahme des Kindes- und Erwachsenenschutzes nicht mehr weiterwissen und eine neutrale Beratung suchen. Ich denke etwa an verzweifelte Mütter. Wichtig: Wir wollen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden damit stärken und nicht schwächen.

Und Ihr Engagement für die Opfer der Zwangsmassnahmen ist mit dem neuen Gesetz beendet?
Nein. Ich bin voraussichtlich im Gremium, das sich um die Auszahlungen an die Opfer kümmert. So werde ich weiterhin an vorderster Front dabei sein. Das ist mir sehr wichtig.

Guido Fluri (50), Unternehmer, «Vater» der Wiedergutmachungsinitiative und Mitglied der «Parlamentarischen Gruppe Fürsorgerische Zwangsmassnahmen»

 

Erschienen in MM-Ausgabe 1
3. Januar 2017

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Wie stark soll der Staat für früheres Unrecht Verantwortung übernehmen?

Zahlen und Fakten

1 Mrd. Euro zahlte Irland bis Ende 2013 an miss­handelte Heimkinder. Die höchste Einzel­entschädigung betrug 300 000 Euro.

40% aller Berner Kinder wurden vor dem Ersten Weltkrieg verdingt.

110 000 Stimmberechtigte haben die Wiedergutmachungsinitiative ­unterschrieben – ­innerhalb von nur acht ­Monaten. Im Oktober 2016 hat sie das Komitee wieder zurückgezogen.

Quellen: tagesanzeiger.ch, Marco Leuenberger, wiedergutmachung.ch

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17 Kommentare

Urs Dupont [Gast]

Geschrieben am
10. Januar 2017

Schön, dass das MM nur ein paar Tage später bestätigt, was ich geschrieben habe, dass damals nämlich auch viele Kinder, die bei ihren Eltern aufwuchsen, ein noch härteres Leben hatten, als Heim- und Pflegekinder, die zudem hier und in der Initiative fälschlicherweise als „Verdingkinder“ bezeichnet werden. Unschön aber typisch MM, dass eine Frau das Opfer ist, „keine Wahl hatte, der Armut früher zu entfliehen“ (meine Eltern waren älter und wahrscheinlich noch ärmer, haben aber nicht vier sondern ihrer Verantwortung gerecht werdend „nur“ zwei Kinder auf die Welt gestellt) und der Mann der böse ist, weil er ihr „Zeit seines Lebens vor allem Kummer gemacht hat“. Migros (Magazin) quo vadis?

Urs Dupont [Gast]

Geschrieben am
8. Januar 2017

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass unter dem Begriff „Verdingkinder“ sehr vieles vermischt wird. Im ursprünglichen Sinn waren Verdingkinder Kinder von sehr armen Eltern, die nur „über die Runde“ kamen, wenn sie ihre Kinder gegen eine Entschädigung verkauften oder als Arbeitskraft „vermieteten“, was sehr viel Aehnlichkeit mit dem Sklavenhandel hatte, wenn auch nicht mit den gleichen Motiven.

So weit ich informiert bin, kam dies noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts vor. Später und offensichtlich auch heute verwendet man den gleichen Begriff auch für Kinder, die zwischen 1950 und 1980 unter gewissen Umständen (Eltern(teil) gestorben, Eltern nicht fähig für das Kind zu sorgen, es zu erziehen, Kind war „schwererziehbar“ etc.) von den Behörden (Vorläufer der heutigen KESB) in einem Heim oder bei Pfegeeltern fremdplatziert wurden.

Dass es dabei (so wie heute) Fehleinschätzungen gab, ist nicht von der Hand zu weisen, aber spätestens ab den 70er Jahren bin ich überzeugt, dass es kaum Fälle gab, wo Behörden willkürlich die Kinder von den Eltern wegnahmen um damit Geld zu verdienen, bzw. die Eltern das Kind verkauften oder „vermieteten“ um eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschliessen.

Klar, in der damaligen Zeit, war es nicht wie heute üblich, dass der Staat bzw. die Steuerzahler selbst für kriminelle Kinder bzw. Jugendliche hundertausende von Franken pro Jahr auufwenden, um solchen Jugendlichen ein super komfortables Leben (***** Hotel bzw. grosse Wohnung inkl. Privatbetreunung, Auswahl zwischen mehreren Gourmemenus, Kampfsportuntericht mit Privatlehrerer, Wohlfühltherapie, letzter technischer Schnickschnak, etc.) zu ermöglichen. Gemessen daran (wahrscheinlich auch daran, wie heute Herr Fluri dank seinen zig Millionen Vermögen heute leben kann, Honi soit qui mal y pense) war dies aus heutiger Sicht nicht in Ordung, aber ich denke, die Mehrheit der damaligen Behördemitgliedern waren nicht ausschliesslich Sadisten, die im Lande herumzogen, Eltern willkürlich ihre Kinder wegnahmen um damit das grosse Geld zu verdienen.

Klar ist auch, dass solche fremdplatzierte Kinder damals kaum ein Leben in grossem Luxus geniessen konnten, sondern mehr oder weniger hart im Heim oder bei den Pflegeeltern mithalfen mussten, so wie es auch ganz normale Kinder auf dem elterlichen Hof damals tun mussten. Dass dabei diese Kinder z.T. nicht die gleiche Betreuung und Wertschätzung erhielten wie die Kinder die bei den Elter waren, ist auch nachvollziehbar, aber auch bei letzteren gab es Kinderschicksale, die denen von Heim- oder Pflegekindern ähnlich waren.

Wenn ich den Artikel und auch die vielen Kommentare lesen, sehe ich, dass da sehr viel vermischt wird.

- Was haben kriminelle Vergewaltigungen mit Fremdplatzierung zu tun. Egal ob dies auf dem elterlichen Hof, in einer Fabrik, in einem Heim oder wo auch immer geschieht, dies ist ein Verbrechen und die Täter (nicht der Staat, das Heim oder die Firma) müssen primär zur Rechenschaft gezogen und zu Entschädigungen verpflichtet werden.
- Offensichtlich sind einige geschätzte Kommentatoren der Meinung, dass die Entschädigungen nicht aus Steuergeldern bezahlt werden. Ich denke schon, denn wer sonst soll dies bezahlen? Meine Frage dazu wurde jedenfalls nicht beantwortet.

Ich finde es auch in Ordnung, dass wenn jemandem wirklich Unrecht angetan worden ist, er eine Entschädigung erhält, aber ich bin dagegen, dass jeder der vor 30 bis 70 Jahren – egal aus welchen Gründen auch immer – fremdplatziert wurde, einen Antrag stellen kann, um bis zu 25'000 Franken Steuergelder zu erhalten. Dies schafft ein Präjudiz, so dass in 30 Jahren alle KESB Fälle und alle denen irgendwie ein Unrecht geschehen sein soll – dann vielleicht mit Hilfe von Anwälten und somit um 10er Potenzen höhere – Entschädigungen verlangen werden.

 

Andreas Jost [Gast]

Geschrieben am
10. Januar 2017

Ihre langen Ausführungen tragen höchstens zu einer Anhäufung der Fakten bei welche belegen, dass Sie sich ganz offensichtlich und überhaupt nicht mit der Thematik auseinander gesetzt haben.
1. Das Thema war und ist nicht Verdingkinder, sondern fürsorgerische Zwangsmassnahmen.
2. Sprechen wir nicht von Kindern welche hart dran genommen wurden, sondern von Kindern welche körperlich und seelisch schwer misshandelt wurden. Wobei das eigene Erbrochene essen zu müssen noch zu den kleinsten Übeln zählt. Andere wie Vieh verprügelt, sexuell und in vielerlei anderen Formen schwer missbraucht wurden.
Statt blind ins Kraut zu schiessen würde ich Ihnen nahe legen sich etwas besser zu informieren.. Und über die paar Franken gesprochen welche auch eine anständige Entschädigung jeden einzelnen Steuerzahler kosten würde zu jammern kann ich nur als schäbig bezeichnen.

 

Urs Dupont [Gast]

Geschrieben am
15. Januar 2017

Lesen Sie doch bitte einfach mal den Titel ...

Andreas Martini

Geschrieben am
7. Januar 2017

Lobenswert ist die Aufarbeitung dieser leidigen Geschichte. Eine trostlose Zahlung ist ein Tropfen auf den heissen Stein und löst dieses Problem nicht. Bestraft und Geradestehen müssten nämlich die Personen, die dies veranlasst haben!!!
Hier wird, wie immer, die einfache und bequeme Lösung präsentiert:
ausbaden muss dies wieder die Steuerzahlerin/ der Steuerzahler!!!
Die verursachenden Personen können sich wieder einfach so davon schleichen und dürfen weiter werkeln, wie es ihnen gefällt!!!
Wo ist hier die Gerechtigkeit und Demokratie geblieben???

Andreas Jost [Gast]

Geschrieben am
5. Januar 2017

Stimmt Herr Fluri,
auch hunderttausend Franken hätten das Leid nicht ungeschehen machen können. Doch hätte ein Betrag in einem solchen Bereich heute vielen die Möglichkeit gegeben, wenigstens deren Lebensabend irgendwo im Ausland in Würde verbringen zu dürfen. Oder aber einem anderen mir bekannten konkreten Fall erlaubt etwas früher in Pension gehen zu können. Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, dass diese Person nicht weit vor dem vollständigen Erblinden steht.
Zudem ist auch für mich der Gedanke einer Wiedergutmachung absoluter Blödsinn, denn wieder gut machen kann man nichts mehr. Was jedoch getan werden könnte und meines Erachtens auch das Mindeste aller Ding wäre, ist der Gedanke der Schadensregulierung. Doch leider scheint für solcherlei Gedanken in unserer ach so sozialen Schweiz kein Raum vorhanden zu sein.

Rosemarie Schmid [Gast]

Geschrieben am
5. Januar 2017

Herr Dupont Sie haben keine Ahnung wovon Sie schreiben. Richtig, zu dieser Zeit haben die meisten Kinder im Haus und Hof mitgearbeitet ohne davon bleibende Schäden zu haben.
Die ehemaligen Verdingkinder sprechen von ganz anderem Leid. Die meisten von ihnen wurden gedemütigt, geschlagen, das Essen wurde ihnen entzogen, und sie wurden dauernd als minderwertig zweitklassig und schlecht hingestellt. Solche tief verletzenden Infiltrationen in junge Kinderseelen prägten, und solches hängt das ganze Leben lang wie ein Rucksack am Rücken. Das wirkt sich aus auf praktisch jeden Lebensbereich, auch selbst wenn der Verstand etwas ganz anderes lehrt.
Der Staat kommt heute für so vieles Mehr auf- da ist es nur recht und billig, wenn für die damaligen, unverantwortlichen Fehlentscheide von Behörden, Pfarrherren usw heute etwas Verantwortung übernommen wird. Die bescheidene Entschädigung ist den Betroffenen zu gönnen.
Reden Sie mit Betroffenen - Ihre Beurteilung wird dann anders ausfallen.

 

Urs Dupont [Gast]

Geschrieben am
8. Januar 2017

Erlauben Sie mir dazu kurz Stellung zu nehmen:
- Was Sie schildern geschah nicht nur mit Verdingkindern, sondern z.T. noch viel extremer innerhalb von Familien ... sogar heute noch
- Ich kannte im Bauerndorf, wo ich aufgewachsen bin, zwei Verdingkinder, das eine hatte tatsächlich ein hartes Leben, das andere war sehr zufrieden mit dem Heim wo es zuerst untergebracht wurde (anschliessend war es auf einem Gutshof, wurde sehr gefördert und hat später sogar den Hof übernehmen können). Oder schauen Sie die Karriere von Herrn Fluri an. Er wurde dank Immobilienhandel sogar Multimillionär, was sicher auch nicht ganz ohne Ungerechtigkeiten möglich war
- Wenn jemand vor 50 oder mehr Jahren sich gegenüber einem Verdingkind schuldig gemacht hat, kann er heute kaum mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Was hier gefordert wird, ist, dass andere das Unrecht gut machen sollen. Wenn dies aber Usanz wird, für alles Unrecht und alle Verbrechen der nahen und mittleren Vergangenheit, dann können Sie gleich die Steuern vervielfachen.

LisaYolanda Brönnimann [Gast]

Geschrieben am
4. Januar 2017

Geehrter Herr Urs Dupont und Interessierte
Ihre Frage kann ich, als Vertreterin der Zwangsadoption-Schweiz beantworten.
Ihr Text: "Was haben Vergewaltigungen von Dienstmädchen durch ihren Patron (ist ein schlimmes Verbrechen) und der heutige Bauernverband mit Heimeinweisungen vor 50 Jahren zu tun?"

Noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrh. war es eine Schande unverheiratet Schwanger zu sein. Viele Verdingmädchen wurden von ihrem Pfleger (Bauer, Pfarrer, Heimbetreuung) vergewaltigt. Das Mädchen wurde zur Zwangsabreibung, Zwangsehe, Erziehungsanstalt, Psychiatrie, oder im Gefängnis versorgt.
Das Kind nahm man bei der Geburt weg und die Mutter oft noch zusätzlich Zwangssterilisiert. Auch Arbeitslose oder Alkoholiker wurden Zwangskastriert. Die Platzierung des Baby musste im billigsten Heim, oder Bauer sein. Oft wurde das Baby gegen den willen der Mutter Zwangsadoptiert, oder wurde als Bastard im Heim oder bei Pflegeeltern geduldet. Sobald dieses Kind mit anpacken konnte, wurde es ebenfalls Verdingt zum Bauer, damit es den Lebensunterhalt selber abverdienen soll.

Ihr Text: "Aus heutiger Sicht und lediglich auf Grund von nicht überprüfbaren Aussagen lässt sich leicht über angeblich grosses Unrecht schimpfen,"
Sehr viele können mit Akten, wo sie nicht vernichtet wurden, belegen das Ihnen unrecht angetan wurde.
UND JA, AUCH BAUERNKINDER MÜSSEN ANPACKEN.
Aber diese hatten Eltern, welche sie in den Arm nahmen, wen sie traurig waren. Sie vor Mobbing in der Schule oder der Dorfbevölkerung in Schutz nahmen. Uns sagte man: "Halts Maul du Bastard und arbeite!"
Die 300 Millionen stammen nicht aus Steuergeld.
Bitte lieber Leser, holt Euch Information hier: www.fszm.ch

 

Urs Dupont [Gast]

Geschrieben am
7. Januar 2017

Sehr geehrte Frau Brönnimann
Danke für Ihre Replik. Erlauben Sie mir eine Bemerkung und eine Frage:
- Auch damals gab es schon Rabeneltern, die ihr Kind nie in den Arm nahmen, sondern nur ausbeuteten und auch noch massiv malträtierten. Dies Kinder waren z.T. sogar dankbar, dass sie in ein Heim kamen. Kannte zwei persönlich.
- Woher kommen denn die 300 Mio.Fr. für den Fonds?

 

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