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Patrick Kramer hilft bei der Evolution ein bisschen nach

Er bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als Cyborg. Seit zwei Jahren trägt Patrick Kramer einen Chip unter der Haut, mit dem er etwa seine Haustür öffnet. In Zukunft soll noch viel mehr möglich sein. Ein Gespräch über upgegradete Menschen, Erleichterungen im Alltag und die Chancen und Risiken der neuen Technologien.

Patrick Kramer, sind die Leute eher irritiert oder fasziniert, wenn Sie erzählen, dass Sie ein Implantat in der Hand tragen, mit dem Sie Ihre Haustür öffnen und Ihren Computer anschalten?

Das ist eine Frage des Alters. Leute über 40 finden: Oh Gott, schon wieder was Neues, das ich nicht brauche. Zwischen 20 und 40 reagiert etwa die Hälfte tendenziell neugierig und interessiert. Noch jüngere sind richtig aufgeschlossen, da wollen zwei Drittel das sofort auch haben. Aber das Thema polarisiert, das ist klar.

Was sagen Sie den Irritierten, um Verständnis zu wecken?

Wenn die Ablehnung eindeutig ist, diskutiere ich eigentlich nicht mehr. Ansonsten erkläre ich, dass das für mich im Alltag eine Erleichterung darstellt, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Nur schon, dass ich meinen Haustürschlüssel nie wieder verlieren oder vergessen kann, ist einfach sehr praktisch.

Das Implantat ist nur 2x12mm klein.

Spürt man, dass da in der Hand ein Fremdkörper ist?

Wenn man mit dem Finger und etwas Druck darüber streicht schon, ansonsten nimmt man das Implantat nicht wahr, es ist ja auch nur 2x12 Millimeter klein. Die Stelle zwischen Zeigefinger und Daumen ist ideal, weil dort sehr wenig Nerven und Blutgefässe sind, sie ist relativ unempfindlich, gerade auch verglichen mit dem Ohrläppchen, das sich ja viele Leute durchstechen lassen. Wenn man das Implantat mittels einer Spritze einsetzt, fühlt sich das an, als würde man kurz gekniffen, das ist alles – es sitzt ja in der obersten Hautschicht. Auch aus praktischen Gründen ist diese Stelle in der Hand sinnvoll, weil man so halt gut die Haus- oder Autotür entsperren kann oder seine Visitenkarte auf das Handy eines anderen transferieren. Ich hatte aber auch Kunden, die das Implantat woanders haben wollten, je nach Situation und Nutzung. Ein Teenagermädchen ohne Arme trägt sein Implantat im Fuss.

Benötigt es eine Wartung?

Nein, ein gutes Implantat funktioniert immer, ohne dass ich mich um irgendetwas kümmern muss. Man muss es nicht aufladen, es gibt kein Verfallsdatum, man muss nichts beachten. Es ist umhüllt mit biokompatiblem Glas, verwächst nicht und kann jederzeit ganz einfach wieder entfernt werden.

Was alles kann man denn damit tun?

Man kann es nutzen fürs Entsperren von Türen oder Schlössern, als Zugangskontrolle bei Fitnessstudios oder am Arbeitsplatz, zur Anmeldung bei Computern oder als Kunde im Laden, zur Steuerung des Smart Homes zu Hause. Es geht eigentlich immer um Zugang oder Identifikation. Man kann aber auch Daten hinterlegen, auf die man dann etwa mittels Handy zugreifen kann. Zudem gibt es erste Bezahlmöglichkeiten, aber das steht noch ganz am Anfang und ist von Land zu Land verschieden. Ob und wie man das alles nutzt, muss jeder selbst entscheiden – wie beim Smartphone ja auch.

Und das Implantat hat keine unbeabsichtigten Nebeneffekte? Zum Beispiel bei der Security am Flughafen?

So weit ich weiss, gibt es drei verschiedene Scannersysteme an den Flughäfen. Selbst die allerneusten, die sogenannten Nacktscanner, zeigen das Implantat in der Regeln nicht an. Manchmal schon, als eine Art «gelbe Fläche» an der Hand. Manchmal mache ich mir dann den Spass, den Security-Leuten zu erklären, weshalb da was angezeigt wird. In der Regel entspinnt sich dann ein interessantes Gespräch. Die sind da immer sehr aufgeschlossen. Andere Nebeneffekte gibt es nicht, auch keine Ortung, weil weder Batterie noch Sender drin sind. Das Implantat funktioniert mit Near Field Communication, also gleich wie wenn man seine Kreditkarte von aussen an einen Bezahlterminal hält, um den Betrag abzubuchen.

Kramer: «Das Implantat ist ein Stück Lebensqualität, die ich nicht mehr missen möchte.»

Jetzt mal ehrlich: Ist das die Spielerei eines Techfans oder wirklich richtig nützlich für den Alltag?

Jeder moderne Mensch schleppt drei Dinge täglich mit sich herum: seinen Wohnungsschlüssel, sein Smartphone und sein Portemonnaie. Wer eins davon vergisst oder verliert, hat in der Regel ein grösseres Problem. Eins dieser drei, den Schlüssel, habe ich aus meinem Leben verbannt, ich muss mir darum keine Gedanken mehr machen. Für mich ist das ein Stück Lebensqualität, die ich nicht mehr missen möchte. Aber was ich da trage, ist die allererste Generation – vergleichbar mit den ersten Handys vor 30 Jahren, riesige Klötze, mit denen man nicht viel mehr tun konnte als telefonieren. An dieser ersten Generation von Implantaten wird nun getestet, wie es funktioniert, was es heisst, Technik im Körper zu tragen.

Bis in 20 Jahren werden wir Gehirnimplantate haben, die mein Hirn sozusagen direkt ans Internet anschliessen.
Was wird in fünf, zehn, zwanzig Jahren möglich sein?

Sehr viel mehr. Denken Sie nur mal daran, was Sie vor fünf oder zehn Jahren mit dem Handy noch nicht konnten und was heute selbstverständlich ist. So ähnlich wird es auch hier laufen. Bis in fünf Jahren werden Bezahlfunktionen selbstverständlich sein, zudem wird es aktive Implantate geben mit Sensoren, die Körperwerte messen. Werden zum Beispiel Herzrhythmusstörungen registriert, bekomme ich eine Warnung aufs Smartphone. Die dafür notwendige Energiezufuhr bekommt das Implantat via Körperenergie oder Induktion: Ich lade es quasi nachts beim Schlafen auf. Erste Forschungsansätze in diese Richtung gibt es bereits. Bis in 20 Jahren werden wir Gehirnimplantate haben, die am Kortex sitzen und mein Hirn sozusagen direkt ans Internet anschliessen.

Das klingt jetzt schon sehr nach Science Fiction.

Vieles, was für uns heute selbstverständlich ist, wäre einem Menschen vor 20 Jahren wie Science Fiction vorgekommen. Wir neigen dazu, uns die Zukunft mit den Möglichkeiten von heute vorzustellen – und verschätzen uns zuverlässig dabei, wie stark und schnell sich die Technologien weiterentwickeln. Diese Gehirnimplantate werden ganz anders sein als die heutigen in meiner Hand. Sie werden als mikroskopisch kleine Nanoroboter ins Blut gespritzt und suchen sich den Weg ins Gehirn. Dies wird es ermöglichen, sich übers Gehirn direkt mit anderen zu verknüpfen, es braucht dann keine Geräte mehr dazu. Dadurch lassen sich auch Emotionen viel einfacher und klarer austauschen. Und die Gehirnleistungsfähigkeit, die heute biologisch begrenzt ist, lässt sich quasi erweitern – sie hängt dann davon ab, welches Implantat ich verwende, je nachdem habe ich ein hundert- oder ein tausendfach leistungsfähigeres Hirn. Und ab und zu macht man dann halt ein Update. Vielleicht dauert es bis dahin noch 30 Jahre, vielleicht aber auch weniger als 20.

Da muss bei Forschung und Technik aber noch einiges passieren, nicht?

Klar. Bisher beschäftigen sich nur Nischenplayer mit diesen Themen. Aber wenn dann die grossen Konzerne aufspringen, wird sich die Entwicklung enorm beschleunigen.

Ihre Vision ist eine Art Verschmelzung von Mensch und Maschine.

Richtig. Die reguläre Evolution ist zu langsam, wir helfen quasi ein bisschen nach.

Ein Türschloss, das sich mittels Implantat öffnen lässt.

Und diese Maschinenwesen mit den upgedateten Gehirnen werden den «normalen» Menschen natürlich massiv überlegen sein. Vielleicht können sich so was dann auch nur die Reichen leisten. Können Sie nachvollziehen, dass eine solche Vorstellung vielen Angst macht?

Schon. Aber eine solche Frage hätte man sich vor 25 Jahren auch in einem Interview über Mobiltelefone vorstellen können. Diese Technologie ist jedoch so günstig geworden, dass wir heute alle eins haben. So wird es einst auch mit Implantaten sein. Dennoch müssen wir die Diskussion um solche ethischen Fragen natürlich führen. Ob wir diese Entwicklung gut oder schlecht finden, ist nicht entscheidend – sie wird kommen, es ist die logische technische Weiterentwicklung, und wir müssen uns mit ihren Folgen auseinandersetzen.

Für einen guten Job heute braucht es meist nicht zwingend ein Smartphone. Werden jedoch solche Gehirnimplantate dereinst Standard, dürfte man ohne in vielen Teilen der Arbeitswelt keine Chance mehr haben.

Das denke ich auch. Allerdings wird sich angesichts der grossen Fortschritte in der künstlichen Intelligenz die Arbeitswelt bis dahin ganz generell stark verändern. Deshalb ist es schwierig, mit unserem heutigen Wissen zu beurteilen, wie das Leben in 20 oder 30 Jahren aussehen könnte. Ich finde, wir sollten eher auf die Chancen fokussieren, die eine solche Entwicklung bringt. Die neue Technologie wird zudem von Generation zu Generation akzeptierter werden: Eine globale Studie zeigte kürzlich, dass 70 Prozent der befragten Teenager ein Implantat möchten, falls das ihre digitale Erfahrung im Leben steigert. Sie sehen sich eben auch als digitale Wesen. Unsere Söhne, zwei und vier Jahre alt, halten ihre Hände genauso an die Haustür wie wir, wenn sie nach Hause kommen – und wundern sich, warum bei ihnen nichts passiert.

Sie nehmen das Nichtvorhandensein eines Implantats bereits als Defizit wahr?

So ist es. Wenn die mit der Uni fertig sind, wird unsere Welt technologisch eine ganz andere sein, und sie werden dabei aufgeschlossen mitmachen.

Ich bin überzeugt, dass die positiven Auswirkungen für die Menschheit überwiegen werden.
Gibts denn für Sie eine moralisch-ethische Grenze in Richtung Cyborg? Etwas, das Ihnen zu weit gehen würde?

Klar, zum Beispiel wenn Menschen per Upgrade in Killermaschinen verwandelt würden – man kennt das ja aus diversen Filmen. Ansonsten kann ich mir im Moment nichts Problematisches daran vorstellen. Ich bin überzeugt, dass die positiven Auswirkungen für die Menschheit überwiegen werden.

Viele sind bei Ihrer Skepsis vermutlich auch von Science-Fiction-Geschichten beeinflusst: «Robocop», die Borg von «Star Trek» – gibts auch positive Zukunftsfantasien über Cyborgs?

Absolut. Denken Sie an Luke Skywalker aus «Star Wars». Der hat eine künstliche Hand, nachdem er seine echte im Duell mit dem Cyborg Darth Vader verloren hat. Dann gibts «Inspector Gadget», einen Polizisten aus einer Zeichentrickserie, der seine Fälle mithilfe diverser körpereigener Instrumente löst. Ebenfalls Held einer Serie ist der «Six Million Dollar Man», dem nach einem Flugzeugabsturz verletzte Körperteile durch bionische ersetzt wurden und der dadurch enorme Kräfte hat. Generell haben Implantate im medizinischen Bereich natürlich enormes Potenzial, aber das ist nicht mein Gebiet.

Haben Sie mit Digiwell im deutschsprachigen Raum irgendwelche Konkurrenten?

So weit ich weiss, bin ich der Einzige in Europa, der von der Marktaufsichtsbehörde die offizielle Genehmigung hat, Implantate dieser Art zu vertreiben. Dem ging allerdings ein viermonatiges Ringen mit einem Beamten voraus, der immer noch ein altes Nokia-Mobiltelefon hatte. Da prallten also Welten aufeinander. (lacht) Aber, es war wichtig und gut, diesen Prozess durchlaufen zu haben, der Beamte und ich konnten vieles klären.

Reine Spielerei: Mit Hilfe einer Kontaktlinse entsteht eine Art Roboterauge.

Verdienen Sie Geld mit dem Unternehmen?

Ich kann davon leben, aber wir machen ja auch einiges mehr, als nur Implantate einzusetzen. Unter anderem vertreiben wir Superfoods, Neurofeedback-Equipment oder digitale Tattoos. Ausserdem kann man uns buchen für Upgrade-Partys, Vorträge oder Transformationssimulationen – alles Dinge, mit denen wir unsere Kunden bei der digitalen Transformation unterstützen.

Welches sind die Motive Ihrer Kunden für ein Implantat?

Die Mehrheit ist zwischen 20 und 40, technisch affin und findet es praktisch und nützlich – oder auch einfach nur cool. Gerade kürzlich hatte ich einen Bauunternehmer hier, der sein Implantat so gut findet, dass er bei seiner nächsten Siedlung den Bewohnern anbieten will, Implantat statt Schlüssel zu tragen. Ein Arzt, der Alzheimerpatienten betreut, hat sich erkundigt, ob man denen vielleicht ein Implantat einsetzen könnte, damit sie identifiziert werden können, wenn sie aus Versehen verwirrt aus der Klinik laufen und sich nicht mehr zurechtfinden. Ein Künstler aus Österreich möchte mittels Implantaten die Interaktion zwischen seinen Bildern und den Ausstellungsbesuchern erweitern, quasi ein intensiveres Kunsterlebnis schaffen. Die Kunden kommen aus ganz Europa, auch aus der Schweiz. Dort ist man übrigens ziemlich aufgeschlossen für das Thema, anders als in Österreich.

Braucht es irgendwelche Voraussetzungen dafür? Gibts eine Altersgrenze?

Am ehesten würde ich den Vorgang mit einem Piercing vergleichen. Ich mache jeweils medizinische Abklärungen, schliesse Bluthochdruck oder Gerinnungsschwierigkeiten aus. Auch eine schwangere Frau würde ich nicht behandeln. Ich arbeite mit Mundschutz und Handschuhen, alles Material ist vollkommen steril und hygienisch einwandfrei. Unter 18 braucht es das schriftliche Einverständnis der Eltern. Unter 16 erwarte ich, dass die Eltern mitkommen. Meine jüngste Klientin war vielleicht 14 oder 15. Jünger finde ichs heikel, auch wenn viele Eltern schon ihren Kleinkindern Ohrlöcher schiessen lassen. Bisher hat es erst einer wieder herausgenommen – weil ihm seine Frau mit Scheidung gedroht hat. Sie selbst hatte ein Bauchnabelpiercing, das war offenbar in Ordnung.

Da haben Sie ja Glück, dass Ihre Frau diesem Thema so aufgeschlossen gegenübersteht.

Allerdings. In den USA gibts sogar einen Fall, wo sich eine Frau deswegen nicht nur von ihrem Mann getrennt, sondern ihm nun auch noch die Kinder weggenommen hat. Was umso skurriler ist, als sich die Familie in einem Umfeld bewegt, wo man den Kindern schon recht früh beibringt, wie man Tiere jagt, tötet und ausnimmt. Meine Frau akzeptierte es bei mir immer, hatte aber erst etwa ein Jahr lang zugesehen, bevor sie sich von mir ein Implantat einsetzen liess. Heute findet sie es ganz selbstverständlich und nutzt es täglich.

 

Erschienen in MM-Ausgabe 12
20. März 2017

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Trendtage Gesundheit

Interessierte für Implantate gesucht

Patrick Kramer (46) ist einer der Referenten an den Trendtagen Gesundheit Luzern am 29. und 30. März im KKL. Er wird dort zu Demonstrationszwecken jemandem gratis ein Implantat einsetzen. Zudem bietet er auch seine kommerziellen Dienste an. Wer sich dafür interessiert, meldet sich bei: service@digiwell.com

Kramer ist Gründer und Chief Cyborg Officer von «Digiwell – upgrading ­people», einem Hamburger Unternehmen, das sich auf das Upgraden von Menschen «mittels innovativer Technologie und bewährter Biologie» spezialisiert hat (Implantate, Brain Enhancers, Superfoods). Bevor er sich damit 2016 selbständig gemacht hat, war er 15 Jahre Unternehmensberater. Der Ökonom ist mit einer Werbefachfrau verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Hamburg.

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12 Kommentare

Nina Z [Gast]

Geschrieben vor
2 Wochen, 5 Tagen

Die Zukunft sieht so aus wie es geschrieben steht. Ich find es spannend und würde auch gerne so ein Implantat um meinen Schlüssel zu ersetzen. Mir kommen aber auch ganz viele andere Bereiche in den Sinn, bei denen mir das Implantat Kleinigkeiten abnehmen könnte. Ich finde es klug, dass man für "unnötige" Dinge helfer entwickelt. So kann man sein Köpfchen für wichtigere Dinge benutzen.
Jeder der ein Smartphone hat sollte sich die Frage stellen: Kann ich noch ohne sein? Wenn die Antwort nein lautet, dann wisst ihr was euch in 30 Jahren erwartet. Nur ist es dann das Implantat und nicht das Handy und dann dikutieren wir über die nächste Generation künstliche Inteligenz oder was grad so ansteht :)
Und lasst doch bitte die Kirche im Dort..hier gehts wohl kaum um Jesus, um nichts falsches zu sagen...

Urs Jordi [Gast]

Geschrieben am
21. März 2017

Langsam sollte die Menschheit aufwachen und merken, dass die von den Digitalisierungsjüngern behaupteten Fortschritte oft in Wahrheit Rückschritte sind! Wo kommen wir eigentlich hin, wenn wir das Gefühl ausschalten und alles der Technik überlassen? Patrick Kramer ist nichts anders als ein sehr intelligenter Idiot, der die Menschheit wieder näher an den geistigen Untergang führt!

Markus Leuenberger [Gast]

Geschrieben am
21. März 2017

Diejenigen, die sich in Zukunft keinen Chip in ihr Hirn einpflanzen lassen, hätten also Pech bei der Arbeitssuche. Es ist heute schon schwer, dass jeder Mensch sich an der Gesellschaft beteiligen kann vor lauter Wettbewerbskampf auf dem reduzierten Arbeitsmarkt. So schaffen wir eine weitere Klassengesellschaft, wie sie Herr Kramer daherredet. Dass Teenager dies cool finden ist logisch. Das war schon seit jeher so. Auch bei uns. Doch dies als Argument zu nehmen, dass dies notwendig sei, kann so nicht genügen. Wieso soll unser Gehirn um ein Vielfaches leistungsfähiger sein, wenn viele Menschen heute schon mit den Anforderungen überfordert sind? Herr Kramer sollte sich mehr um Anatomie kümmern, denn ein solcher Chip umgeht die Hirnblutschranke nicht.
Dieser Artikel klingt schon fast zynisch, wenn man den Artikel ein paar Seiten weiter vorne, "Die tägliche Dosis Hass", liest. Dieser sagt laut Fachleuten, dass diese Tendenz u.a. auf den Gebrauch der modernen Medien und Internet zurückzuführen sei. Was also bringt es, wenn dann unser Hirn vom Internet aus gesteuert wird. Ich mag es mir nicht vorstellen. Also, liebe Gesellschaft, wollen wir das?

 

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