23. Januar 2018

Meine Schoggi-Tage

Im Blog «Migros-Lernende» schreiben vier Jugendliche jede Woche über ihr Leben während der Ausbildung und die Facetten der Berufswelt. Lebensmitteltechnologin Lena Hoffmann über den Unterschied zwischen blauer und weisser Arbeitskleidung und ihre Arbeitstage bei der Chocolat Frey.

Lena Hoffmann
Nur ein sauberer Kastenwagen ist ein guter Kastenwagen. Das Putzen gehört zu meinen täglichen Arbeiten.
Lesezeit 2 Minuten

An einem normalen Arbeitstag heisst es für mich früh aufstehen. Das bin ich nicht wirklich gewohnt. Es kam auch schon vor, dass meine Mutter am Bett stand und mich wachrüttelte, weil ich den Wecker überschlafen hatte. Dann hiess es anziehen im Turbo-Modus, frühstücken und ab auf die Vespa.

Meistens fahre ich mit meiner Vespa zur Arbeit. Mit dem Bus dauert es von Haus zu Haus viel zu lange – wir haben bei uns in Lostorf im Kanton Solothurn halt nicht die besten ÖV-Verbindungen. Mit dem Motorrad dauert mein Arbeitsweg ungefähr 35 Minuten, mit dem Bus können das für den Nachhauseweg gut mal zwei Stunden sein.

Blaue und weisse Menschen

Um 7 Uhr muss ich umgezogen an der mir zugeteilten Anlage bei der Chocolat Frey in Buchs AG stehen. Aus Hygienegründen tragen wir alle weisse Kleider, zudem ein Haarnetz und Sicherheitsschuhe. Wobei, freitags wird in blauer Kleidung gearbeitet, denn freitags ist Putzen angesagt. Und geputzt wird in Blau.

Immer Blau angezogen sind dagegen die Techniker und Logistiker. Und so schwirren bei uns im Betrieb überall blaue und weisse Menschen umher.

Weiss oder blau – meine Arbeitskleidung variiert je nach Arbeitstag.

Einblicke in die Logistik

Bei einem so grossen Betrieb ist es toll, dass ich auch andere Abteilungen kennenlerne. Vor einer Woche war ich während fünf Tagen bei den Logistikern. Also in blauer Kleidung. Es gab viel Neues zu entdecken, vom Bestellen und Annehmen der Waren bis zum korrekten Beladen der Lastwagen beim Warenausgang. Ich fand es spannend, aber ich bin doch lieber da, wo die Schokolade hergestellt wird. Doch den richtigen Beruf gewählt, uff.

Jetzt arbeite ich im sogenannten «Conchensaal». Dort produzieren wir Schokoladenfüllungen. Zuerst werden die Zutaten zusammengemischt und anschliessend gewalzt, um die Zuckerkristalle so zu zerkleinern, dass sich die Schokolade auf der Zunge nicht sandig anfühlt. Die fertige Füllung kommt anschliessend in 1000-Liter-Tanks und wird bis zur Verarbeitung dort gelagert.

Immer wieder waschen

Je nach Schokoladenprodukt kommen Handbeigaben in einen Mischer – mal etwas Orangenkonzentrat, mal Aroma oder Joghurtpulver. Wie oben auf dem Bild zu sehen ist, müssen wir den Wagen mit der Schokolade immer gut auskratzen, damit die Schokolade im Mischer landet und wir nicht die halbe Menge beim Waschen wegspülen. Denn waschen müssen wir sehr viel, jeden Spachtel und jeden verwendeten Kastenwagen.

Beim Feierabendkaffee mit meinen Mit-Lernenden.

Um 16 Uhr ist mein Arbeitstag dann zu Ende. Meist erschöpft und nach Schokolade riechend, gehe ich mich umziehen. Da ich mich mit den anderen Lernenden sehr gut verstehe, kommt es auch vor, dass wir gemeinsam einen Feierabendkaffee trinken gehen. Irgendwann werden wir dann aber von unseren Familienangehörigen gesucht und machen uns auf den Heimweg.

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