03. Oktober 2017

Meine neue Schokoladenwelt

Im Blog «Migros-Lernende» schreiben ab sofort vier Jugendliche jede Woche über ihr Leben während der Ausbildung und die Facetten ihrer Berufswelt. Dazu gehört auch Lena Hoffmann (19), seit diesem Sommer Lernende als Lebensmitteltechnologin beim M-Industriebetrieb Chocolat Frey.

Lena Hoffmann in Island
Von Island zur Chocolat Frey in Buchs AG. Lena Hoffmann startete im August mit ihrer Ausbildung zur Lebensmitteltechnologin.
Lesezeit 2 Minuten

Nebst den Temperaturen hat sich nach dem sechsmonatigen Au-pair-Aufenthalt in Island, dort bedeuten 14 Grad bereits Hochsommer, seit August einiges in meinem Alltag verändert.

Ich stehe viel früher auf, denn um sieben Uhr morgens bin ich bereits startklar bei der Chocolat Frey. Dann bin ich den ganzen Tag auf den Beinen und mit vielen neuen Tätigkeiten beschäftigt. Zuletzt war ich beispielsweise bei der Produktion von Füllungen. Dabei muss man sehr viele Zutaten von Hand in die Mischer abfüllen. Das können dann gut mal 200 Kilo Fremdfette (nicht Kakaobutter) oder 150 Kilo Pistazienpaste sein.

Hochsommer bei 14 Grad – Lena Hoffmann während ihres Au-pair-Praktikums in Island

Nach dem Produzieren werden natürlich alle Anlagen gereinigt und alles sauber aufgeräumt. Was körperlich anstrengend ist, denn so ein Mischkessel fasst gut 600 Liter, ist dementsprechend gross und umständlich zu waschen.
Wenn ich um halb fünf jeweils zu Hause bin, bin ich recht geschafft. Müde gehe ich dann duschen, um mir die letzten Schokoladenreste aus den Haaren zu ziehen.

Inzwischen sind schon ein paar Wochen vergangen, und so langsam verirre ich mich nicht mehr ganz so schnell, denn in einem Betrieb mit einer solchen Grösse kann man sich sehr schnell verirren, wenn man sich nicht auskennt.

Der Schock, ein Blog

Als an einem Freitag gerade nicht viel los war, zeigte mir mein Oberstift nach der Pause auf einem gemütlichen Rundgang die eine oder andere Abkürzung oder Orte, die ich noch gar nicht kannte. Auf diesem Rundgang sind wir dem Abteilungsleiter begegnet. Als er mich sah, meinte er: «Lena, gut dich zu treffen, du wirst gesucht, melde dich doch bitte bei deinem Berufsbildner im Büro, er möchte noch etwas mit dir besprechen.»

Heiliger Hühnermist! Was habe ich falsch gemacht?

Habe ich irgendwelche Regeln nicht eingehalten? Habe ich einen Fehler gemacht? Oder habe ich etwas vergessen? Hätte ich den Rundgang nicht machen sollen? Habe ich zu viel mit meinem Oberstift geplaudert? Ich hatte keine Ahnung.

Aufgeregt und mit erhöhtem Puls ging ich gleich ins Büro meines Berufsbildners. Er begrüsste mich mit einem Lächeln, was mich nur noch mehr verwirrte, denn eigentlich erwartete ich ja einen Rüffel. «Lena, wir haben eine Anfrage bekommen, ob ein Lernender aus unserem Betrieb bei dem Lehrlingsblog mitschreiben würde. Ich dachte, das könnte was für dich sein. Was meinst du?»

Echt jetzt? Doch nichts falsch gemacht! Mein Puls normalisierte sich. Das wars schon? Ich soll bloggen? Natürlich, das mache ich gern. Voller Vorfreude ging ich zurück zu meinem Arbeitsplatz – natürlich nahm ich eine neue Abkürzung. Jetzt sitze ich hier, schreibe meinen ersten Blog und wünsche euch allen viel Spass und gute Unterhaltung bei meinen kommenden Beiträgen. Ich werde mein Bestes geben.

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