18. August 2017

Meine Marmite & ich

Warum ich den gusseiserne Bräter liebe.

Die gusseiserne Marmite
Lesezeit 2 Minuten

Geht Ihnen das auch so? Sie haben die tollsten Tools und Pfannen in ihrer Küche, aber sie benutzen immer nur einige wenige? Die dafür aber ausgiebig, sodass ihr Charme nach einigen Jahren durchaus mit dem abgeliebter Kuscheltiere konkurrieren kann?

Ich liebe meine gusseiserne Marmite, einen Schmortopf. Ihre eingebrannten Flecken zeugen von vielen liebevoll zubereiteten Gerichten. Man kann sagen: Das Leben der gusseisernen Pfanne hat sich fest in ihr eingebrannt, zumal ich gern bei hohen Temperaturen anbrate und die Marmite ebenso gern in den Backofen stelle. Die eingebrannten «Liebesmale» bekommt man höchsten mit Reinigern entfernt, die einen hohen Anteil an Schmirgelpartikeln haben. So etwas ist natürlich völlig tabu. Ebenso gehört sich das Reinigen mit abrasiven (scheuernden) Topfreinigern nicht, denn die Marmite hat durch den intensiven Gebrauch eine schöne und funktionale Patina entwickelt. Sie verhindert, dass das Gargut festklebt. Also quasi eine Antihaftversiegelung, die manch’ beschichtete Bratpfanne neidisch macht. Sie wird nur ausgewischt und mit heissem Wasser gereinigt.

Es versteht sich von selbst, dass diese Marmite nicht nur für Schmorgerichte prädestiniert ist, sondern auch fürs Brotbacken. Da normale Haushaltsbacköfen keine Dampffunktion haben, und das Sprühen von Wasser in den geöffneten Ofen jedes Mal die Temperatur fallen lässt, ist die Marmite mit ihrem schweren, gusseisernen Deckel perfekt fürs Backen von Broten. Lässt man in den ersten 15 Minuten des Backvorgangs die Pfanne geschlossen, entwickelt sich genügend Dampf, sodass das Brot noch gut aufgehen kann. Normalerweise würde sich schnell eine Kruste bilden, die das Aufgehen erst unterdrückt und dann zu ungleichmässigen, manchmal unschönen und unkontrollierbaren Rissen führt.

Meine Marmite hat zudem einen gerundeten Boden, sodass das Rühren in ihre eine wahre Freude ist. Einen kleinen Nachteil hat das gute Stück natürlich: Wie alle massiven Bräter aus Gusseisen, ist auch sie wahnsinnig schwer und widersetzt sich dem Stapeln im Schrank. Sie will einen Platz, von dem aus sie von allen gesehen wird. Dort weckt sie bei Besuchern regelmässig Begehrlichkeiten. Die Liste der potenziellen Erben wird einmal lang sein. Zu Recht.

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