27. August 2018

Maya Graf und Toni Brunner streiten über Fair-Food

Am 23. September stimmt das Volk ab über die Vorlage «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel», im Volksmund Fair-Food-Initiative genannt. Mitinitiantin Maya Graf und Gegner Toni Brunner – beide von Haus aus Landwirte – erörtern Pro und Kontra.

Maya Graf und Toni Brunner
Toni Brunner, SVP-Nationalrat (SG) und Maya Graf, Grüne-Nationalrätin (BL) kreuzen die Klingen.
Lesezeit 11 Minuten

Haben Sie heute fair gefrühstückt?
Maya Graf: Ja, Himbeeren vom eigenen Hof mit gekauftem Bio-Rahm. Selbstgebackenes Brot aus unserem Getreide. Und einen Fairtrade-Kaffee mit unserer Milch.

Toni Brunner: Was heisst schon fair? Ich habe ganz einfach gut gefrühstückt. Die Milch kommt vom eigenen Hof, Konfitüre aus den Beeren im Garten, Trockenfleisch von den eigenen Tieren, die Butter von unserem Käser mit unserer Milch, aktuell haben wir sogar eigene Pfirsiche, Aprikosen und Tomaten. Nur das Brot backen wir nicht selbst, das kommt vom Dorfbeck.

Das alles haben Sie heute Morgen gegessen?
Toni Brunner: (lacht) Wer viel arbeitet, muss auch viel essen.

Nun sind nicht alle Schweizer so privilegiert und praktisch Selbstversorger. Eine Banane kommt bei Ihnen nicht auf den Tisch?
Toni Brunner: Wir sind tatsächlich privilegiert und darum ist mir Regionalität und Saisonalität am wichtigsten. Aber ich kann auch eine Banane oder Ananas ohne schlechtes Gewissen essen.

Maya Graf: Und du bist sicher bereit, einen fairen Preis für diese Produkte zu bezahlen? Damit deine Berufskollegen in Costa Rica davon leben können, so wie du von deiner Milch?

Toni Brunner: Ich kenne Johann Dähler sehr gut, er hat eine riesige Ananasplantage in Costa Rica. Wenn ich weiss, wer wo produziert, habe ich kein schlechtes Gewissen. In die Lohn- und Arbeitspolitik dieser Länder möchte ich mich hingegen nicht einmischen, das wäre anmassend.

Maya Graf: Aber du hast eine Verantwortung. Du bist der Privilegierteste von uns allen, wenn du sogar den Ananas-Bauer kennst (lacht). Und Johann Dählers Produkte sind sicher zertifiziert, frag ihn.

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Maya Graf will von Toni Brunner wissen, was für Ananas er isst.

Sie beiden sagen es: Fair und nachhaltig produzierte Lebensmittel aus dem In- und Ausland sind bereits erhältlich, der Konsument hat die Wahl. Reicht das nicht?
Maya Graf: Unsere Initiative will das Angebot an solchen Lebensmitteln vergrössern. Im Inland sind wir mit unserer Agrarpolitik und sehr bewussten Konsumenten auf einem guten Weg. Allerdings führt die Schweiz 50 Prozent ihrer Lebensmittel ein und dort stellen wir Defizite fest. Unser Wintergemüse aus dem spanischen Almería etwa wird von Sklaven geerntet, man kann es nicht anders sagen. Wir möchten, dass fair und nachhaltig produzierte Lebensmittel einen Vorteil erhalten, ihr Angebot vergrössert wird und die anderen entsprechend mit der Zeit verschwinden.

Toni Brunner: Wir haben in der Schweiz eine Nahrungsmittel-Produktion und ein Lebensmittelrecht mit den weltweit strengsten Standards punkto Tierwohl und Umweltschonung. Es gibt einen Verfassungsauftrag und entsprechende Fördermassnahmen. Die Initiative will all dies aufs Ausland ausdehnen. Wie soll das gehen? Wer soll das kontrollieren? Hinter jeder Frucht müsste ein Kontrolleur her sein, um sicherzustellen, dass diese Schweizer Standards entspricht. Das wird ein Bürokratie-Monster! Ich sehe zudem erhebliches Missbrauchspotential: In der Schweiz können wir die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren, aber wer garantiert, dass im Ausland nicht noch schnell ein Etikett aufgeklebt wird? Das ist doch gefährlich, wenn wir praktisch Anreize für den Betrug schaffen. Hinzu kommt: Nicht alle wollen Bio-Produkte. Das ist eine Bevormundung der Konsumenten!

Maya Graf: Das ist jetzt polemisch. Du kennst den Initiativtext natürlich. Wir wollen dem Bund Instrumente in die Hand geben, wie er das bestehende Kontrollsystem zusammen mit den Branchenverbänden für fair und nachhaltig produzierte Produkte nutzen kann. Das kann über Labels geschehen, über eine wirklich transparente Deklaration oder Zollkontingente als Anreizsystem. Was wir nicht wollen, ist die Weiterführung des Status Quo: Preisdumping auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt. Weil: Dafür müssen wir alle büssen, auch die Bauernfamilien.

Werden Sie die Fair-Food-Initiative annehmen?

Mit Abstand am meisten Lebensmittel führt die Schweiz aus der EU ein. Toni Brunner, eine ungewöhnliche Rolle für Sie, die EU gegen die Grünen zu verteidigen?
Toni Brunner: Ich muss niemanden verteidigen. Aber es ist doch eine Illusion zu glauben, wir könnten in der EU die gesamte Wertschöpfungskette selber kontrollieren. Konzentrieren wir uns auf das Machbare. Schon heute können wir problematische Lebensmittel aus dem Ausland deklarieren. Nehmen wir das klassische Beispiel der Batteriehühner: Diese Haltung ist in der Schweiz verboten und es wurde über die Deklaration erwirkt, dass niemand mehr solche Eier will. Vor allem ausländisches Hormonfleisch muss noch besser deklariert werden. Weitere solche Massnahmen wären ohne weiteres möglich. Aber eben, den Grünen geht es nicht nur um Deklaration. Es geht um Kontrolle und einen massiven Eingriff in die Wahlfreiheit. Im Initiativtext steht klar, dass Importe mindestens dieselben Anforderungen erfüllen wie die inländischen Erzeugnisse. Also sogar noch höher? Alles bio? Man müsste es Nur-noch-Bio-Initiative nennen. Korrigier mich, wenn ich nicht richtig interpretiere.

Maya Graf: Das mache ich gerne. Die Mindestanforderung bezieht sich auf Grundkriterien, die auf anerkannten Empfehlungen zum Beispiel der UNO beziehen. Wir haben ein Ziel vor Augen, nämlich das Angebot solcher Produkte zu vergrössern. Dies zu erreichen, ist ein Prozess im In- und Ausland und braucht Zeit. Wir müssen heute beginnen.

Toni Brunner: Kurzfristig wird das Angebot demnach nicht wachsen, sondern eher schrumpfen. Weil nicht alle Lieferanten in der Lage sind, diese Vorgaben zu erfüllen.

Maya Graf: Die Branche hat Erfahrung bei der Kontrolle von Importen. Aber jetzt würde ich gerne einmal umgekehrt fragen: Was passiert denn, wenn wir einfach nichts unternehmen? Ein Drittel unseres ökologischen Fussabdrucks kommt von Lebensmitteln. In den UNO-Umweltzielen 2030 sind wir in den Punkten Konsum und Lebensmittelimporten auf den hinteren Rängen. Wir haben das Pariser Klimaabkommen unterschrieben. Das sind Verpflichtungen der Schweiz.

Sie verneinen eine Verknappung des Angebots bei Annahme der Initiative. Wie sieht es bei den Preisen aus?
Maya Graf: Die Preise steigen nicht zwingend, denn das Angebot wächst. Der Wettbewerb wird um Qualität und Nachhaltigkeit stattfinden, nicht um den niedrigsten Preis wie heute. Sinken werden die Preise nicht, Lebensmittel haben ihren Wert. Die Initiative fördert mehr Regionalität, also könnten wir lokale Kooperativen und Wochenmärkte stärken. Rüebli direkt vom Bauern sind günstig. Und werfen wir weniger Lebensmittel weg, sparen wir.

Kann ein solch regionales Modell wirklich acht Millionen Menschen in der Schweiz ernähren?
Maya Graf: Wir stellen ja nicht in Frage, dass es weiterhin Importe braucht. Aber es sollte uns nicht egal sein, woher das Essen kommt. Regionale Verarbeitung und Vermarktung von einheimischen Lebensmitteln haben grosses Potential, Wochenmärkte ebenso.

Die Tomate vom Wochenmarkt kostet deutlich mehr als beim Detailhändler.
Maya Graf: Für mich ist der Berner Markt Vorbild: Die Vielfalt ist gross, für jedes Budget. Er bietet etwa Fallobst an, das zu Mus oder Most verarbeitet werden kann.

Toni Brunner, Sie notieren unablässig. Rechnen Sie gerade die Preisprognosen Ihrer Ratskollegin nach?
Toni Brunner: Ich hätte es begrüsst, und es wäre ehrlicher, wenn die Initianten sagen würden: Ja, es kostet etwas mehr. Wenn die Bauern im Ausland höhere Standards erfüllen und höhere Löhne erhalten sollen, dann muss sich das an der Verkaufsfront im Preis niederschlagen. So offen und ehrlich sollte man sein. Bei Annahme werden die Lebensmittel teurer. Auch beim Angebot habe ich meine Zweifel, ob es sich vergrössert. Gewisse Produkte werden verschwinden …

Maya Graf: ...und durch bessere ersetzt.

Toni Brunner: ...und die sind dann eben etwas teurer, weil sie den Bio-Standards entsprechen.

Maya Graf: Nicht unbedingt. Der Wettbewerb wird über die Qualität stattfinden.

Toni Brunner: Aber nochmal: Wie wollt ihr ohne höhere Preise bessere Löhne im Ausland erreichen?

Maya Graf: Der grösste Teil des Geldes fliesst dort nicht zu den Bauern, sondern in die Agro- und Lebensmittelindustrie sowie den Handel. Aber gut. Klar kostet es etwas mehr, wenn die Landarbeiter in Almería endlich von ihrer Arbeit leben können.

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Maya Graf und Toni Brunner sind sich uneins, ob die Lebensmittelpreise bei Annahme der Inititive steigen würden oder nicht.

Machen wir ein konkretes Beispiel: Parmesan aus Italien. Schweizer Standards durchzusetzen, ist sehr schwierig, weil die Betriebe dort nicht in der Lage sind, für die vergleichsweise kleinen Exporte in die Schweiz konventionelle und Bio-Milch zu trennen. Was passiert nun bei Annahme der Initiative? Verschwindet der Parmesan aus dem Gestell oder gibt es nur noch den teureren Bio-Parmesan?
Maya Graf: Ich finde es schwierig, einzelne Produkte zu bewerten. Das ist dann eine Umsetzungsfrage. Aber nochmal: Die Initiative stärkt das Angebot an fairen Produkten, nicht nur Bio.

Toni Brunner: Ich finde das Beispiel mit dem Parmesan nicht so schlecht, denn es zeigt die Schwierigkeit dieser Initiative auf, sobald es konkret wird: Nach Schweizer Standard müsste die Milch anders produziert sein als es in diesen industriellen Strukturen des Auslands gemacht wird. Ein Ausweg wäre, den Parmesan selber herzustellen.

Bei den tierischen Produkten, also Fleisch, Milch, Eier, Käse und Joghurt, beträgt der Importanteil gerade einmal ein Prozent des gesamten Schweizer Konsums. Ist es verhältnismässig, hierfür die Verfassung zu ändern?
Toni Brunner: Beim Käse sind es wesentlich mehr, über alle Lebensmittel hinweg sind es fast 50 Prozent.

Aber das Tierwohl ist ein zentraler Bestandteil der Initiative.
Maya Graf: Stimmt, denn die Schweiz ist trotzdem ein grosser Player mit jährlichen Importen von 100‘000 Tonnen Fleisch 500 Millionen Eiern. Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, aber unsere Konsumentinnen und Konsumenten brauchen eine bessere Deklaration. Bei den verarbeiteten Produkten wissen sie nicht, was genau drin ist. Enthält die Fertig-Lasagne Fleisch aus Massenhaltung mit Spaltenböden und Gentechfutter? Sämtliche Fleischskandale gehen letztlich auf die industrielle Tierhaltung zurück. Es braucht diese Transparenz.

Toni Brunner: Ich finde, die Forderung nach mehr Regionalität würde mehr bewirken als der ganze Rest dieser Initiative, den ich sogar für gefährlich erachte. Beim Konsumenten wird der Eindruck erweckt, alles was aus dem Ausland kommt, entspreche Schweizer Standards. Das wird nie der Fall sein. Und den Schweizer Bauern würde ein wichtiges Differenzierungsmerkmal genommen. Was würde am Schluss übrigbleiben? Der Preis. Unser Kostenumfeld ist einfach viel teurer als im Rest der Welt.

Maya Graf: Diese Angst kann ich dir nehmen, das Vertrauen in Schweizer Produkte wird immer höher sein als jenes in ausländische. Das hat damit zu tun, dass viele Menschen regional einkaufen möchten. Das hilft den Bauernfamilien und ist Teil der Initiative. Herkunft Schweiz und Qualität wird immer punkten, weil die Transportthematik ebenfalls immer wichtiger wird.

Hier scheinen Sie sich einig: Sie beide möchten mehr regionale Produkte, also letztlich einen höheren Selbstversorgungsgrad. Korrekt?
Toni Brunner: Also ich bin sehr dafür. Statt zu glauben, man könne der ganzen Welt die eigenen Regeln aufzwingen, singe ich das Hohelied der Regionalität und der Saisonalität. Hier könnte man viel mehr sensibilisieren, aber dafür braucht es diese Initiative nicht.

Und die Schweizer Landwirtschaft wäre in der Lage, mehr zu produzieren?
Toni Brunner: Wir könnten mehr Lebensmittel produzieren. Bei der Milch und beim Schweinefleisch haben wir praktisch Selbstversorgung. Vor allem bei einigen Südfrüchten ist dies aber nicht möglich, weil uns hierzu die klimatischen Voraussetzungen fehlen. Aber grundsätzlich sind wir gesegnet mit fruchtbaren Böden und ausreichend Wasser.

Maya Graf: Wir haben hier schon eine Differenz: Ich bin für mehr Produktion, aber umweltfreundlich und ressourcenschonend. Regional heisst für mich auch ökologisch. Denn die Böden sollen fruchtbar bleiben für die nächste Generation. Wir sollten mehr Früchte, mehr Gemüse und mehr Bio-Getreide anbauen in der Schweiz.

Toni Brunner: Wenn es nach deinen Vorstellungen geht und alle biologisch produzieren, dann wird in der Schweiz aber nicht mehr, sondern weniger produziert. Und das wiederum bedeutet mehr Importe. Also mehr Transporte. Das ist einfach nicht konsequent. Was ein Bauer produziert und was der Konsument kauft, gehört für mich zur individuellen Freiheit. Bauern sind Umweltpraktiker und wissen, wie sie mit Tieren und Böden umgehen müssen. Das ist eine Existenzfrage. Ich bin kein Bio-Bauer und setze auf meinem Betrieb trotzdem kein Fremdfutter ein. Das ist ein privater Entscheid. Eure gut gemeinte Initiative ist nicht umsetzbar. Ein einziger Satz hätte viel mehr erreicht: «Der Bund sensibilisiert die Bevölkerung für regionale und saisonale Produkte».

Maya Graf: Du hast es selbst gesagt, wir haben die Instrumente bereits, aber wir setzen sie nicht um.

Toni Brunner: Wir haben schon viel zu viele Instrumente. In der Verfassung steht schon zu viel. Glaubst du denn, diese Initiative wäre umsetzbar?

Maya Graf: Sie würde dem Bundesrat beim Agrar-Freihandel zum Beispiel bei Mercosur (geplantes Freihandelsabkommen mit Staaten in Südamerika, Anm. d. Red.) den auch du kritisch beurteilst, ein wichtiges Instrument in die Hand geben.

Toni Brunner: Kaum ein Land reguliert die Landwirtschaft so stark wie die Schweiz. Wir wissen exakt, wie viele Rinder, Schweine und Geissen hierzulande leben, aber nicht wie viele Menschen. Wir sind schon überorganisiert und jetzt noch diese Initiative. Wir können all dies heute schon machen, und zwar ohne den Bund. Da stört mich generell an den Linken. Der Staat soll alles regeln. Dabei fängt es doch bei jedem Einzelnen an. Ein persönliches Beispiel: Wir führen einen kleinen Landgasthof, auf der Karte hat es nicht 50 sondern 5 Menüs und von denen hat es, solange es hat. Alles ist frisch und weggeworfen wird nichts. Lasst doch die Bauern im In- und Ausland produzieren, wie sie möchten und lasst die Konsumenten hier konsumieren, was sie möchten.

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Toni Brunner lobt das überschaubare Angebot in seinem Landgasthof.

May Graf prophezeit, gewisse Produkte werden verschwinden. Toni Brunner propagiert 5 statt 50 Menüs. Geht es letztlich auch um Verzicht?
Maya Graf: Ganz klar nein. Das Angebot wird grösser. Wir haben gesehen, wie das Angebot an Bio-Produkten in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Wir haben Sortenvielfalt, alte Sorten werden neu belebt. Das bedeutet nicht Verzicht, sondern im Gegenteil mehr Genuss. Und ein Gegenentwurf zur zunehmend industriellen, globalisierten Nahrungsmittelproduktion. Ich gebe dir ein Beispiel: Proviande (Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Anm. d. Red.) verwendet Schweizer Därme, lässt diese aber in China verarbeiten, um sie nachher wieder in der Schweiz zu Landjägern zu machen. Machen wir diese Verarbeitung doch in der Schweiz!

Toni Brunner: Ich finde diese Diskussion scheinheilig. Der Verzicht ist eine zwingende Komponente, wenn man den ökologischen Fussabdruck ernst nimmt: Weniger nicht-saisonale Produkte, weniger Produkte, die rumgeflogen werden. Was ich schon alles erlebt habe, wie Grüne an Klimakonferenzen fliegen. Da ist mein Fussabdruck als Toggenburger Bergbauer wesentlich kleiner!

Maya Graf: Ich gebe dir recht mit dem Fliegen, aber nicht mit den Grünen. Was mich betrifft, so leiste ich meinen Beitrag hier. Aber nochmal, es gibt keinen Verzicht, das Angebot wird grösser. Was wir irgendwann diskutieren müssen: Was mehr CO2 braucht, muss teurer sein. Wie man das beim Fliegen schon lang machen sollte.

Toni Brunner: Wenn das Angebot grösser wird, dann tut ihr nichts für die Umwelt. Denn das bedeutet ja mehr Transporte.

Maya Graf: Du willst es nicht verstehen.

Toni Brunner: Ihr seid widersprüchlich.

Maya Graf: Das Angebot ökologisch und nachhaltig produzierter regionale Lebensmittel wird steigen, andere werden verschwinden. Es geht um verantwortungsvollen Genuss.

Abschlussfrage an Toni Brunner: Der Begriff «Fair-Food» kommt gemäss Abstimmungsumfragen sehr gut an beim Wähler. Sind Sie ein bisschen neidisch? Sonst ist es eher die Rechte, die knackige Initiativ-Namen ersinnt.
Toni Brunner: Man sollte sich nicht von Titeln blenden lassen, sondern beurteilen, was eine Initiative fordert. Wer glaubt, mit deren Annahme wird alles auf dem Teller fair, täuscht sich. Schauen wir für die Schweiz, der Rest muss der Konsument entscheiden. Ich möchte, dass sich Schweizer Bauern gegenüber Importen differenzieren können und so den Absatz einheimischer Produkte stärken.

Maya Graf: Ich finde das etwas skurril: Was wir importieren, soll möglichst schlecht sein, damit die einheimischen Bauern einen Vorteil haben.

Toni Brunner: Das ist jetzt deine Interpretation.

Maya Graf: Ich überlasse dir das letzte Wort.

Toni Brunner: (lacht)

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