12. September 2017

Männer-Yoga

Der Twindad widmet sich den vergnüglichen Seiten des Lebens.

Lesezeit 1 Minute

Die halbe (Frauen-)Welt macht Yoga. Sie setzt sich also wöchentlich eine Stunde im Schneidersitz hin, hört wahlweise einem laufenden Wasserhahn (steht für Meeresrauschen) oder einer Klangschale zu, die vom durchtrainierten Kursleiter bedient wird, und ist entspannt.

Zumindest stelle ich mir eine Yogastunde genau so vor, wenn «Yogaistinnen» von ihrem «Sport» schwärmen. Weil in irgendeiner anderen Form, sprich mit mehr Bewegung, wäre Yoga ganz sicher nicht erholsam, vergnüglich oder gar entspannend.

Für mich bedeutet Entspannung nämlich genau das, was ich mir unter Yoga vorstelle – nur ohne Schneidersitz, Wasserhahn und Klangschale. Übrig bleibt: ein Herrenfriseurladen. Bis zum letzten Platz mit schweigenden, bärtigen Männern gefüllt. Zu hören ist arabische Musik, und in der Luft hängt ein Duftgemisch aus süssem Aftershave und türkischem Kaffee. Wundervoll.

Nach fünf Minuten habe ich den Job vergessen, nach zehn die Kinder und nach deren 15 fallen die Augen zu. Eine halbe Stunde später bin ich nicht nur frisch frisiert (mit einem «bitzeli» Gel), habe gestutzte Bart-, Nasen- und Ohrenhaare, und mit feiner Klinge gepflegte Konturen, sondern bin absolut tiefenentspannt.

Doch nach dem Besuch im Barber-Shop ists wie nach den Ferien: Der Alltag hat einen schnell wieder. Deshalb gehe ich immer öfter dorthin und gönne mir 45 Minuten Männer-Yoga – für 45 Franken.

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