10. Oktober 2017

<3 in Zeiten des Internets

Brave New Girl macht sich Gedanken darüber, wie man sein Liebesglück und -leid online verwaltet.

Liebespaar auf Bank
Im realen Leben lässt sich eine Beziehung durch Aufstehen und Gehen beenden. Online wirds schwieriger (Bild: Pixabay.com).

Es war noch nie so einfach, jemanden kennenzulernen wie heute. Via Tinder findet man einen Match, ohne das Risiko einer Zurückweisung einzugehen, und auf Facebook gibts bereits vor dem ersten Date Informationen über sein oder ihr Privatleben.

Nach ein paar ersten Treffen folgt die liebestechnische Standortbestimmung: Man redet darüber, wo man denn jetzt stehe und wie die gemeinsame Zukunft so aussehen könnte. Doch einfach ist das nicht mehr. Ist man nun «facebook-offiziell»? Wie viele gemeinsame Bilder postet man, ohne dass man allen auf die Nerven geht? Wie geht man mit Ex-Freundinnen und Ex-Freunden um, die das alles sehen?

Auf WhatsApp sehen die Eifersüchtigen, wann der Schatz zum letzten Mal am Handy war. Und können sich jede Menge unnötige Gedanken machen. Warum wünschte er um 23:58 Uhr eine gute Nacht, wenn er um 01:22 Uhr nochmals online war? Was hat er dann geschrieben – und wem?

Besonders schwierig wird Dating 2.0 bei der Trennung. Du wirst deinen Beziehungsstatus ändern oder löschen, und die ganze Welt kriegts mit. Du wirst die Bilder auf Instagram umbenennen, weil sie dir zu viel Herzschmerz bereiten. Und du wirst deinen ehemaligen Schatz irgendwann wieder unter dem richtigen Namen im Handy speichern, weil alles andere falsch aussieht.

Du wirst Jahre danach von Facebook an deine Beziehungsmeilensteine erinnert werden. Und alles wiederholt sich. Das Internet vergisst nie. Und du auch nicht.

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