11. Januar 2018

Laufend im Stress

Monica Müller meistert den Alltag mit Kindern meist mit Humor. Oft ist sie auch unschlüssig, wie sie reagieren soll. In der aktuellen Folge von «1, 2 oder 3?» verpatzt sie ihren Einsatz als Renn-Coach.

Illustration Ganz unten auf dem Siegertreppchen

Der Grosse (7) ist kein grosser Läufer. Wenn er Eishockey spielt, kann er stundenlang übers Eis fegen, hinfallen, wieder aufstehen und dem Puck nachjagen. Fällt der Puck weg, ist oft auch die Motivation hin. Einmal konnte ich ihn überzeugen, mich auf den Vita-Parcours zu
begleiten. Er turnte alles halbherzig ab. Dann fand er: «Noch einmal muss ich das nicht machen.» Und doch habe ich mich dazu hinreissen lassen, uns für einen Lauf durch die Innenstadt anzumelden. Einmal sind wir die 1,5 Kilometer als Training gerannt – und es war ein Kampf. Nun gut. Kurz vor dem Startschuss packt den Grossen dann doch noch der Ehrgeiz. Er sprintet los und sieht sich schon auf dem Podest. Bei jedem der vielen Torbogen vermutet er die Ziellinie und gibt Gas. Dann sacken Motivation und Energie ab. Dennoch schaffen wir es
bis ins Ziel. Als 394ste – von 552. Der Grosse bricht in Tränen aus und sagt: «Mit Papi wäre ich schneller gewesen!»

Und jetzt?

1, 2 oder 3?

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