13. Juli 2017

Lass mal vorsorgen!

In eine dritte Säule einzahlen? Tönt vernünftig. Aber wozu eigentlich? Ich habe mich beraten lassen und zuerst einmal ein kleines Fresh-Up in Sachen Schweizer Altersvorsorge erhalten.

Vorsorgen
Was hat das Drei-Säulen-Modell mit Luxemburgerli zu tun? Ganz viel.
Lesezeit 4 Minuten

Eigentlich hatte ich mir schon lange vorgenommen, mich zum Thema Vorsorge beraten zu lassen. Spätestens jetzt, mit abgeschlossenem Studium, ist die Zeit dafür reif. Ich ging also zur Vorsorgebesprechung, was sich extrem erwachsen anfühlte. Naheliegend, dass ich als Migros-Mitarbeiterin die Hausbank wählte (dritte Säulen können natürlich auch bei anderen Banken und auch Versicherungen abgeschlossen werden).

Er, der sympathische Filialleiter und Berater, zeigte mir anfangs eine Übersicht zum Dreisäulenmodell der Schweizer Altersvorsorge und meinte: «Hierzu muss ich Ihnen wohl nichts mehr erklären.» Doch gerne. Wenn ich mir den Sinn und Zweck der drei Säulen wieder einmal vor Augen führe, tut es vielleicht nicht mehr so weh, wenn Ende Monat ein viel zu grosser Teil meines Lohns im vermeintlichen AHV-, IV-, XYZ-Nirvana verschwindet.

Das Dreisäulenmodell

Die erste Säule ist die staatliche obligatorische Vorsorge. Dahin, genauer in die Ausgleichskasse, wandert jeden Monat ein grosser Batzen, der unsere «Existenz im Alter sichern» soll. Die Finanzierung basiert auf dem Umlageverfahren: Erwerbstätige zahlen für Rentner. Das bedeutet: Ich finanziere das tägliche Kafichränzli meiner Oma (sofern Kaffee als existenziell gilt).

Die zweite Säule, ebenfalls obligatorisch, ist die berufliche Vorsorge. Auch hierfür wandert jeden Monat ein zünftiger Batzen des Lohns in ein weiteres Kässeli: in eine Pensionskasse oder Sammelstiftung. Säule 2 ist ein bisschen der Buddy von Säule 1 und sorgt gemeinsam mit ihr für die «Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung» von uns selbst und unseren Angehörigen im Alter, bei Invalidität und im Todesfall. Damit wäre das tägliche Kafichränzli meines Ehemanns finanziert, würde ich morgen ins Gras beissen (und wäre ich verheiratet).

Und dann ist da noch die dritte Säule: Die ist privat und freiwillig. Den Betrag, den wir hier über eine Bank oder eine Versicherung einzahlen, dient der «Optimierung und Sicherung des Lebensstandards». Das heisst: Ich lege heute etwas Geld zur Seite, damit ich später mein Kafichränzli auch mal ins «Sprüngli am Paradeplatz» upgraden kann.

Die wichtigsten Punkte zur Säule 3a

Der Bezug des Betrags, den wir in die dritte gebundene Säule einzahlen (Vorsorgeguthaben) ist gesetzlich eingeschränkt. Das Geld meiner dritten Säule kann ich bei oder bis zu fünf Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter beziehen oder vorzeitig zum Beispiel beim Kauf einer Liegenschaft, bei Auswanderung, bei Selbständigkeit, bei Invalidität oder beim Einkauf in eine Pensionskasse. Wenn ich weiterarbeiten möchte, kann ich den Bezug auch bis zu fünf Jahre nach dem ordentlichen Rentenalter aufschieben.

Eintrittswahrscheinlichkeit eines oder mehrerer Punkte: hoch. Aber wieso soll ich hierfür extra eine dritte Säule eröffnen? Wieso lege ich nicht einfach weiterhin auf dem normalen Sparkonto etwas Geld zur Seite?

  • Guter Zinssatz: Ein Vorsorgekonto ist in der Regel besser verzinst als ein Sparkonto. Bei der Migros Bank wären das 0,5% verglichen mit 0,05%.
  • Steuern sparen: Einzahlungen in die Säule 3a können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
  • Keine Vermögenssteuer: Während der Laufzeit sind Kapital und Zinsertrag steuerfrei.

Überzeugt. Nun, wie viel kann ich in die dritte Säule einzahlen? Momentan liegt der gesetzlich festgelegte Maximalbetrag bei 6768 Franken pro Jahr (bei Selbständigerwerbenden 20% des jährlichen Erwerbseinkommens, maximal aber 33'840 Franken). Mehr einzahlen darf ich nicht, weniger schon. Mann kann also auch ganz klein anfangen.

Mich hat die Vorsorgeberatung überzeugt, und mein Formular für die Eröffnung einer dritten Säule liegt bereit. Falls ihr mehr Informationen zur dritten Säule braucht oder eure individuelle Steuerersparnis berechnen wollt, schaut hier.

Wer also ebenfalls seinen Lebensstandard im Alter optimieren und sichern möchte und sich schon heute auf Cappuccino, Mocca Eclair und Luxemburgerli im Sprüngli freuen möchte, dem rate ich: Kümmert euch um eure Vorsorge!

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