09. Juli 2018

Laden im Puppenstuben-Format

Die ersten Migros-Filialen waren ein Mix aus Warenlager und Spielzeug-Kramladen. Und doch hatten sie von Anfang an Erfolg.

Migros-Verkaufsmagazin von 1935
Eng, vollgestopft – und enorm beliebt: Ein Berner «Migros-Verkaufsmagazin» im Jahr 1935. (Bild: MGB-Archiv.)

Wer an die Frühzeit der Migros denkt, hat sofort die legendären Verkaufswagen vor Augen. Ab 1925 schwärmten die umgebauten Ford-T-Modelle aus, brachten gute und günstige Produkte zu den Kunden – und sorgten für heftige Emotionen: Kaufwillige Hausfrauen empfingen die Autos mit offenen Armen; Besitzer kleiner Dorf- und Quartierläden rollten ihnen buchstäblich Steine in den Weg.

Die rollenden Läden prägten sich so stark ins kollektive Gedächtnis ein, dass die frühen stationären Filialen in Vergessenheit gerieten. Doch schon ab 1926 hatte die Migros auch Verkaufsstellen, die in Häuser einquartiert waren. Sie hiessen «Migros-Verkaufsmagazine» und sahen auch so aus: Es waren enge und vollgestopfte Räume mit grob zusammengezimmerten Regalen und Verkaufstheken; als Kasse diente manchmal eine Zigarrenkiste.

Das Bild zeigt ein Berner Verkaufsmagazin aus dem Jahr 1935: Die Leute im Laden wirken relativ ernst – aber das täuscht: Denn die Kundinnen und Kunden freuten sich über die sensationellen Preise in den unscheinbaren Migros-Läden. So war Schweizer Corned Beef damals für 50 Rappen pro Dose zu haben; eine 100-Gramm-Schokoladentafel für 25 Rappen.

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